Nachhaltigkeit: Airseas testet Drachen auf einem Frachtschiff

Segeln ist gut für die Atmosphäre. Ein von Airbus eingesetztes Frachtschiff nutzt künftig den Wind als Antrieb.

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Frachter Ville de Bordeaux mit Seawing: Laut Airseas kann ein Schiff bis zu 20 Prozent Treibstoff sparen.
Frachter Ville de Bordeaux mit Seawing: Laut Airseas kann ein Schiff bis zu 20 Prozent Treibstoff sparen. (Bild: Airseas)

Segel setzen für Airbus: Das französische Unternehmen Airseas startet ein Pilotprojekt mit einem Frachtschiff. Im kommenden Monat wird die Ville de Bordeaux erstmals mit einem Segel ausgestattet über den Atlantik fahren.

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Die Ville de Bordeaux ist 154 Meter lang und transportiert für den Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus Teile über den Atlantik. In Kürze werden ihre Maschinen von einem Kite unterstützt, der auf dem Bug des Schiffes installiert ist. Das berichtet die US-Nachrichtenagentur Bloomberg.

Seawing heißt der Kite, der von Airseas entwickelt wurde. Das Unternehmen aus Toulouse in Frankreich ist eine Ausgründung von Airbus. Bei dem auf ein halbes Jahr angesetzten Pilotprojekt wird der Kite eine Fläche von 500 Quadratmetern haben. Die endgültige Version soll doppelt so groß werden. Damit könnte ein Schiff laut Airseas rund 20 Prozent Treibstoff sparen.

Der Kite wird automatisch gesetzt

Ist der Wind günstig, wird der Kite gesetzt. Das passiert automatisch - der Schiffsoffizier muss nur auf einen Knopf drücken. Der Kite wird dann an einem etwa 35 Meter hohen Mast hochgezogen und entfaltet. Er steigt bis auf über 200 Meter Höhe auf, wo der Wind deutlich stärker ist als direkt über dem Wasser.

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Hat er die richtige Höhe erreicht, beschreibt der Kite eine Flugbahn in der Form einer Acht. Dabei erreicht der Drachen eine Geschwindigkeit von rund 100 km/h. Gesteuert und überwacht wird er dabei von einem automatischen System auf dem Schiff. Durch die achtförmige Flugbahn soll der Kite laut Airseas etwa zehnmal mehr Zugkraft entwickeln, als wenn er statisch über dem Schiff stünde.

Das System ist mit den Navigationssystemen des Schiffs verbunden und wird zudem mit Wetterdaten versorgt. So kann es den Kurs so anpassen, dass das Schiff den Wind möglichst effizient nutzt und dabei aber gleichzeitig die geplante Fahrtdauer einhält.

Schifffahrt im 21. Jahrhundert

Der Kite braucht Windstärke 3

Der Zugdrachen braucht mindestens eine Windgeschwindigkeit von etwa 15 Kilometern pro Stunde, das entspricht Windstärke 3 auf der Beaufort-Skala. Eingeholt werden muss der Kite bei etwa 75 Kilometern pro Stunde, das entspricht Windstärke 8, also Sturm.

Die Idee, moderne Frachtschiffe mit solchem Segeln auszustatten, ist nicht neu: Das Hamburger Unternehmen Skysails etwa stellte Anfang des Jahrtausends einen Lenkdrachen vor, der am Bug eines Schiffes befestigt wurde. Allerdings erfüllte das System nicht die Erwartungen des Herstellers. Die Besatzung des französischen Katamarans Energy Observer hat ihren Kite wieder abgebaut, weil er nicht effizient genug, zugleich aber recht aufwendig in der Bedienung war.

Über 80 Prozent der Warentransporte werden per Schiff abgewickelt. Die Schifffahrt macht etwa drei Prozent der Kohlendioxidemissionen aus.

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