Nachhaltiges Krypto-Mining: Britischer Bauer schürft Ethereum mit Kuhdung

Ein britischer Bauer nutzt den Strom seiner Biogas-Anlage zum Schürfen von Ethereum - und könnte damit einen Trend in der Region auslösen.

Artikel veröffentlicht am , Manuel Bauer
Ethereum in umweltfreundlich: Ein britischer Bauer macht aus Kuhmist virtuelles Geld.
Ethereum in umweltfreundlich: Ein britischer Bauer macht aus Kuhmist virtuelles Geld. (Bild: Dan Kitwood/Getty Images)

Der britische Landwirt Philip Hughes hat bereits das erreicht, was große Krypto-Unternehmen in den USA erst jetzt für sich entdecken: Er schürft Kryptowährungen mit 100 Prozent erneuerbaren Energien. Möglich macht das laut eines Berichts der britischen BBC eine hauseigene Biogas-Anlage, die er mit den Fäkalien seiner Kühe betreibt.

Die verwesenden Ausscheidungen der Rinder produzieren Methan. Das Gas treibt Turbinen an, deren Bewegungsenergie in Strom gewandelt wird. 2011 löste die britische Regierung einen Boom für derartige Anlagen aus, indem sie den Betreibern für das Einspeisen der Energie in die lokalen Netzwerke hohe Summen zahlte.

Die Subventionierung ist in den vergangenen Jahren jedoch stark zurückgegangen, weshalb sich viele Anlagenbesitzer nach anderen Einnahmequellen umsehen. Hughes versucht es nun mit der Kryptowährung Ethereum. Zwei Drittel des von seiner Anlage produzierten Stroms versorgen seinen Bauernhof im walisischen Denbighshire sowie den angeschlossenen Camping-Platz. Den Rest speist er in seine Mining-Farm ein.

Hughes versorgt auch externe Miner

Die besteht nur zum Teil aus eigenen Mining-Rigs. Hughes stellt seine nachhaltig produzierte Energie auch Dritten zum Schürfen von Kryptowährungen zur Verfügung. Der Unternehmer Josh Riddet verkauft und vermittelt mit seinem Unternehmen Easy Crypto Hunter Mining-Rigs an die lokalen Anlagenbetreiber - mit durchwachsenem Erfolg.

42 Betreiber konnte er von der Idee des Minings überzeugen, darunter Besitzer von Solar-, Wasser- und Windkraftanlagen. Vielen sei das Thema jedoch zu unsicher. Sowohl der stark schwankende Wert als auch der schlechte Ruf der Kryptowährungen schreckten viele potenzielle Kunden ab. Insbesondere Besitzer teurer Wasserkraftanlagen seien skeptisch angesichts der hohen Unbeständigkeit des Marktes.

Auch Philip Hughes räumt ein, dass die finanziellen Erträge seiner Mining-Farm stark schwankten - immer abhängig davon, wie der Kurs von Ethereum gerade stehe. Unterm Strich sei er jedoch zufrieden. Wenn Ethereum dauerhaft abstürzen sollte, wolle er seine Mining-Rigs anderweitig nutzen und etwa Unternehmen wie Disney zum Rendern von Animationsfilmen anbieten.

Mining-Farm weckt Interesse der Nachbarn

Seine bislang positiven Erfahrungen mit Krypto-Mining wecken das Interesse seiner Kollegen. Immer mehr Bauern rufen bei Hughes an, um sich über seine zusätzliche Einnahmequelle zu informieren. Der Zeitpunkt für einen Einstieg scheint jedenfalls günstig. Immerhin hat Elon Musk gerade erst eine große Nachhaltigkeitsoffensive unter Bitcoin-Minern angestoßen. Und günstige Energie fürs Mining ist in Großbritannien gefragt. Erst Ende Mai hat die Polizei eine mit gestohlenem Strom betriebene Mining-Farm gestürmt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


cyborg 11. Jun 2021

Es wäre Nachhaltig wenn alles andere bereits mit Ökostrom versorgt wäre. Wenn er hier...

Dwalinn 11. Jun 2021

Auch dann muss man Rohstoffe binden die man anders nutzen könnte. Egal wie gut der Ausbau...

Niaxa 10. Jun 2021

Wärst halt ein Wurm geworden. Oh mist... die Fressen auch nur den ganzen Tag und kacken...

most 10. Jun 2021

Oder vielleicht doch noch ein, zwei Felder mit Mais etc. das dann als Silage in den...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Truppenversuch
Microsofts Kampfbrille macht Soldaten schlechter

Beim Truppenversuch der modifizierten Hololens 2 für die US-Armee hat sich herausgestellt, dass die Soldaten an Kampfkraft einbüßen und die Brillen ablehnen.

Truppenversuch: Microsofts Kampfbrille macht Soldaten schlechter
Artikel
  1. Morgan Stanley: Bank reicht Whatsapp-Millionen-Strafe an Angestellte weiter
    Morgan Stanley
    Bank reicht Whatsapp-Millionen-Strafe an Angestellte weiter

    Wegen der Nutzung von Whatsapp hatten Finanzregulatoren 2022 mehrere Banken mit hohen Strafen belegt.

  2. Nutzertest: Deutsche Glasfaser erreicht 1 GBit/s nicht ganz
    Nutzertest
    Deutsche Glasfaser erreicht 1 GBit/s nicht ganz

    Ein Kunde hat seine Hardware aufgerüstet, dennoch bekommt er statt 1 GBit/s nur 950 MBit/s im Download. Deutsche Glasfaser forscht nach.

  3. Nutzerfreundlichkeit und Datenschutz: Fünf All-in-One-Messenger im Vergleichstest
    Nutzerfreundlichkeit und Datenschutz
    Fünf All-in-One-Messenger im Vergleichstest

    Ständiges Wechseln zwischen Messenger-Apps ist lästig. All-in-One-Messenger versprechen, dieses Problem zu lösen. Wir haben fünf von ihnen getestet und große Unterschiede bei Bedienbarkeit und Datenschutz festgestellt.
    Ein Test von Leo Dessani

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • XFX RX 7900 XTX 1.199€ • WSV bei MM • Razer Viper V2 Pro 119,99€ • MindStar: XFX RX 6950 XT 799€, MSI RTX 4090 1.889€ • Epos Sennheiser Game One -55% • RAM/Graka-Preisrutsch • Razer Gaming-Stuhl -41% • 3D-Drucker 249€ • Kingston SSD 1TB 49€ • Asus RTX 4080 1.399€[Werbung]
    •  /