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Nachhaltige Schifffahrt: Frachtschiff kann allein mit Solarstrom fahren

Zumindest manchmal und mit der Strömung. Dann genügt die Leistung eines Solarfeldes an Deck für den Antrieb des Frachters.
/ Mario Petzold
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Das Deck der Blue Marlin ist zu großen Teilen mit Solarzellen bedeckt. (Bild: Wattlab)
Das Deck der Blue Marlin ist zu großen Teilen mit Solarzellen bedeckt. Bild: Wattlab

Wattlab(öffnet im neuen Fenster) , HGK Shipping(öffnet im neuen Fenster) und die Salzgitter AG haben mit der Blue Marlin das erste Binnenschiff vorgestellt, das tatsächlich nur mit Solarenergie fahren kann. Der 86 Meter lange und 10 Meter breite Frachter wurde dafür mit 192 Solarmodulen bestückt.

Theoretisch erreichen sie eine Leistung von 35 Kilowatt. Im Jahr soll das Schiff dadurch knapp 37.000 Kilowattstunden Strom produzieren. Zudem kann die gesamte Leistung unter optimalen Bedingungen genutzt werden, um sämtliche Verbraucher und den Antriebsstrang zu versorgen.

Schiff mit optimiertem Antrieb

Möglich ist dies, weil die zusätzlichen vier Dieselgeneratoren ebenfalls nur für die Stromproduktionen an Bord sind. Der Antrieb selbst erfolgt rein elektrisch. Steht die Sonne hoch und fährt das Frachtschiff mit der Strömung, können die mehr als 3.000 Tonnen Fracht per Solarstrom bewegt werden.

In allen anderen Fällen wird der Dieselverbrauch durch die zusätzlich bereitgestellte Leistung reduziert. So sollen sich laut Angaben des Schiffsbetreibers 13.000 Liter Diesel im Jahr sparen lassen. Die ohnehin verbrauchsoptimierte Blue Marlin kann somit noch einmal einige Prozent ihres jährlichen Dieselbedarfs einsparen.

Ausblick auf zukünftige Entwicklungen

Das Frachtschiff ist für die mitteleuropäischen Wasserstraßen optimiert und verkehrt zukünftig auf dem Mittellandkanal und dessen Seitenkanälen, um Stahl und Schüttgut zu transportieren.

Durch den elektrischen Antrieb wird das im Vergleich zu Lkw und Zug ohnehin schon deutlich effizienter betriebene Schiff noch sparsamer. Denkbar ist zukünftig vor allem eine Ergänzung um einen Batteriespeicher, um die CO 2 -Bilanz weiter zu verbessern.

Ein solcher Speicher wiegt im Vergleich zu mehreren tausend Tonnen Gesamtmasse fast nichts. Gleichzeitig ließe sich mit einer Kapazität von wenigen hundert Kilowattstunden und den zahlreichen Lademöglichkeiten entlang der Schleusen noch einmal eine große Menge Diesel sparen.

Wie ein solcher Schnellladevorgang für Schiffe aussehen könnte, zeigt derzeit Deutschlands erste seetaugliche E-Fähre .


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