Nachfrage stagniert: Foxconn will künftig weniger Arbeiter neu einstellen
Der Zusammenbau von Elektronik ist entgegen landläufiger Meinung längst nicht vollautomatisiert und wird von Robotern erledigt. Vielmehr werden viele Komponenten immer noch von Hand zusammengesetzt und geprüft. Ein Grund dafür sind die vergleichsweise geringen Lohnkosten in Ländern wie China. Foxconn als größter Auftragsfertiger der Welt beschäftigt in Spitzenzeiten 1,3 Millionen Menschen, doch steigende Löhne in China und zurückgehende Gewinne sorgen für ein Umdenken.
Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) will Foxconn einen Teil seiner Arbeitskräfte abbauen. Sprecher Louis Woo konnte demnach keine genauen Zahlen oder einen Zeitraum nennen, in dem es zu einer Reduzierung der Arbeitsplätze kommen könnte, merkte jedoch an, dass sich seit 2010 die Lohnkosten mehr als verdoppelt hätten.
Foxconn hat den Reuters-Bericht gegenüber Macrumors(öffnet im neuen Fenster) dementiert. Man wolle weiterhin neue Mitarbeiter einstellen, durch die Automatisierungen solle die Menge der Neueinstellungen in den nächsten Jahren jedoch zurückgefahren werden.
Der Umsatz des Konzerns war 2013 um 1,3 Prozent zurückgegangen. 2014 stieg er allerdings wieder um 6,5 Prozent, wobei das Unternehmen in der Vergangenheit durchaus zweistellige Zuwachsraten vorweisen konnte. Der Preisverfall bei Smartphones, Tablets und PCs setzt dem Unternehmen nach Reuters-Angaben zu.
Automatisierung schon seit Jahren ein Thema
Schon 2012 hatte der taiwanische Auftragshersteller begonnen, seine Produktion stärker zu automatisieren. Foxbots werden die Roboter genannt, die Foxconn selbst baut und die dazu geeignet sind, Teile auszuwählen, hochzuheben und abzulegen. Damals wurde das Ziel ausgegeben, 2014 eine Million Roboter zu installieren. Die Zahl sei allerdings nicht wörtlich zu nehmen, hatte Woo zu einem früheren Zeitpunkt gesagt, sondern stehe eher für eine stärkere Automatisierung. Für feinere Arbeiten sind bei Foxconn aber nach wie vor Menschen zuständig.
Der taiwanische Auftragsproduzent ist wiederholt wegen schlechter Arbeitsbedingungen in die Kritik geraten. In den vergangenen Jahren hatten sich mehrere Arbeiter das Leben genommen.
Nachtrag vom 27. Januar 2015, 19:01 Uhr
Foxconn hat den Reuters-Bericht dementiert. Entlassungen werde es nicht geben, aber in den kommenden Jahren solle die Zahl der Neueinstellungen reduziert werden. Der Artikel wurde dahingehend überarbeitet.



