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Nachfrage & Irankrieg: Massive Preissteigerungen bei Platinen

Hohe Nachfrage durch den KI-Boom trifft auf Materialengpässe und beschädigte Industriegelände infolge des Irankriegs.
/ Johannes Hiltscher
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Nicht nur komplexe Platinen, auch einfache wie diese selbst entworfenen werden teurer. (Bild: Johannes Hiltscher/Golem.de)
Nicht nur komplexe Platinen, auch einfache wie diese selbst entworfenen werden teurer. Bild: Johannes Hiltscher/Golem.de

Der KI-Boom macht nicht nur Speicher und Prozessoren teurer. Auch die Preise für Platinen steigen – schließlich müssen die Halbleiter irgendwo verbaut werden. Insbesondere bei Materialien für High-End-Platinen wie bei hochwertigen Glasfasermatten und Bohrern, aber auch Spezialpolymeren wie etwa Ajinomoto Build-up Film (g+) übersteigt die Nachfrage das Angebot. Auch Anbieter von Kupferfolien können die Nachfrage nicht decken, hinzu kommen Preiserhöhungen aufgrund gestiegener Kupferpreise(öffnet im neuen Fenster).

Als zusätzlicher Preistreiber ist noch der Irankrieg hinzugekommen. Wie Reuters berichtet, musste mit Sabic(öffnet im neuen Fenster) ein wichtiger Hersteller von Kunstharzen den Betrieb einstellen. Das im petrochemischen Komplex Jubail in Saudi-Arabien angesiedelte Unternehmen wurde Ziel eines iranischen Angriffs auf das über 1.000 km2 große Gelände. Zwar gab es offiziellen Angaben zufolge keine direkten Treffer, Trümmer abgeschossener Raketen(öffnet im neuen Fenster) lösten Berichten zufolge(öffnet im neuen Fenster) aber Brände aus.

Sabic liefert neben einer Reihe anderer Polymere auch Kunstharze für die Herstellung von Platinen. Die Kapazitäten sollten eigentlich noch ausgebaut werden(öffnet im neuen Fenster), nun liegen sie für unabsehbare Zeit brach. Hinzu kommt, dass die Blockade der Straße von Hormus Exporte aktuell erschwert. Andere Hersteller von Kunstharzen dürften aufgrund knapper Rohstoffe den Ausfall nur bedingt kompensieren können.

Die Preissteigerungen der vergangenen Monate bei Platinen dürften damit nur der Anfang gewesen sein. Analysten der Investmentbank Goldman Sachs zufolge wurden Platinen allein im April 2026 40 Prozent teurer. Besonders betroffen sind dabei die besonders aufwendigen sogenannten Substrate, auf welche die Silizium-Dies von CPUs und GPUs montiert werden.


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