Nach Wettbewerbsstrafe: Google will Shopping-Suche angeblich ausgliedern

Nach der Milliardenstrafe durch die EU-Kommission darf Google seine eigene Shopping-Suche nicht mehr bevorzugen. Der neue Vorschlag für ein transparentes Bieterverfahren gefällt der Konkurrenz jedoch auch nicht.

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Am Google-Hauptsitz
Am Google-Hauptsitz (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)

Der Suchmaschinenkonzern Google will seine Shopping-Suche in Europa angeblich in eine separate Geschäftseinheit ausgliedern. Das neue Unternehmen müsse dann selbst um die Platzierung von Werbeplätzen in der Suchmaschine bieten, berichtete der Wirtschaftsdienst Bloomberg. Damit wolle Google die Auflagen der EU-Kommission zu seinen Produktanzeigen erfüllen, heißt es unter Berufung auf drei Personen, die mit der Untersuchung vertraut sind.

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Google hat bis zum 28. September 2017 Zeit, die beanstandeten Geschäftspraktiken zu ändern. Ende August hatte das Unternehmen entsprechende Vorschläge bei der EU-Kommission eingereicht. In der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass Google die Anzeigenplätze künftig versteigern wolle. Sollte Google unverändert seine eigene Shopping-Suche bevorzugt behandeln, kann die EU-Kommission weitere Strafzahlungen einfordern. Laut Bloomberg könnte die Strafe fünf Prozent des täglichen Umsatzes für jeden Tag betragen, an dem die Auflagen nicht erfüllt werden.

Querfinanzierung verhindern

Die Shopping-Suche wäre dann ebenso wie Google selbst eine eigene Einheit innerhalb der Alphabet-Holding. Das neue Unternehmen müsste seine eigenen Einnahmen dazu verwenden, um für die Anzeigenplätze zu bieten. Dazu soll in der Suchmaschine eine Anzeigenleiste mit zehn Produktfotos eingerichtet werden. Dafür sollen die einzelnen Shopping-Dienste Angebote abgeben können. Jeder der Anzeigenplätze soll dann den Namen des Sponsors nennen. Mit dem eigenständigen Shopping-Dienst in Europa solle verhindert werden, dass Google unter der Hand das Unternehmen querfinanziere und so bessere Plätze als die Konkurrenz kaufen könne. Laut Bloomberg erzielt Google mit der Shopping-Suche bislang ein Fünftel seiner Werbeeinnahmen, in Europa gar ein Viertel.

Der Konkurrenz gefällt es naturgemäß wenig, für die auffällige Platzierung in Auktionen bieten zu müssen. Dieses Konzept sei noch schlimmer als der Vorschlag von 2013, sagte Kelkoo-Chef Richard Stables. Damals wollte Google bei Suchergebnissen von eigenen Spezialdiensten wie für Produkte, Hotels und Restaurants auch die Treffer von drei Konkurrenten anzeigen. Jeder, der glaube, dass ein solches Angebot die Probleme auf dem Markt für Shopping-Suchen löse, verstehe nicht, wie der Markt funktioniere, sagte Stables nun. Nach Ansicht der britischen Einkaufsseite Foundem, die das EU-Wettbewerbsverfahren im Jahr 2010 initiiert hatte, schafft das neue Bieterkonzept eine "zusätzliche, wettbewerbsfeindliche Hürde".

Klage eingereicht

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Die EU-Wettbewerbshüter hatten Google Ende Juni mit einer Strafe in Höhe von 2,42 Milliarden Euro belegt, da das Internetunternehmen seine dominierende Position zum Schaden von Konkurrenten und Verbrauchern missbraucht habe. Google reichte gegen die Entscheidung vor zwei Wochen Klage beim Gericht der Europäischen Union (EU-Gericht) ein. Dem Unternehmen droht wegen der missbräuchlichen Ausnutzung der Android-Dominanz bei Smartphones ebenfalls ein Bußgeld.

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