Nach Werbeblockersperre: Bild.de kann Adblocker-Rate deutlich senken

Der Axel-Springer-Verlag ist mit seiner Adblocker-Sperre auf Bild.de zufrieden. Mehrere Millionen Visits könnten zusätzlich vermarktet werden.

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Zwei Drittel aller Leser von Bild.de schalten nach diesem Hinweis ihren Adblocker aus.
Zwei Drittel aller Leser von Bild.de schalten nach diesem Hinweis ihren Adblocker aus. (Bild: Bild.de/Screenshot: Golem.de)

Rund drei Wochen nach dem Start seiner Werbeblockersperre auf Bild.de hat der Axel-Springer-Verlag eine erste Bilanz gezogen. "Über 2/3 der Benutzer schalten Adblocker aus", twitterte das Unternehmen anlässlich der Präsentation seiner Quartalszahlen am Mittwoch. Dies entspreche rund drei Millionen zusätzlich vermarktbaren Visits in einer Woche. "Die Adblocker-Rate liegt damit heute im einstelligen Prozentbereich", hieß es weiter.

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Seit dem 13. Oktober 2015 lassen sich die Seiten von Bild.de mit eingeschaltetem Werbeblocker nicht mehr besuchen. Die Nutzer werden seitdem aufgefordert, den Werbeblocker für Bild.de zu deaktivieren oder ein Abo abzuschließen, das die angezeigte Werbung deutlich reduzieren soll. Das Abonnement, Bildsmart genannt, soll 2,99 Euro im Monat kosten. Die Nutzer sollen "bis zu 90 Prozent weniger Werbung" und eine bis zu 50 Prozent schnellere Ladezeit bekommen.

Umstrittene Abmahnungen gegen Umgehungsanleitung

Da bereits kurz nach der Entscheidung Anleitungen im Netz kursierten, wie die Sperre zu umgehen ist, ging der Verlag juristisch gegen diese Angebote vor. Ein Youtuber wurde am 20. Oktober 2015 abgemahnt, weil er eine Videoanleitung ins Netz gestellt hatte. Auch die Kölner Eyeo GmbH, die den Werbeblocker Adblock Plus programmiert, war betroffen. Per einstweiliger Verfügung des Landgerichts Hamburg musste die Eyeo GmbH eine Umgehungsanleitung auf einem Adblock-Plus-Forum löschen.

Dabei machte Springer geltend, bei seiner Werbeblockersperre handele es sich um eine "Softwareverschlüsselung" der Seite. Eine solche technische Maßnahme dürfe laut Urheberrecht nicht umgangen werden. Diese Argumentation ist unter Juristen sehr umstritten und wird möglicherweise in einem Hauptsacheverfahren vor Gericht geklärt werden.

Widersprüchliche Zahlenangaben

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Bild.de erzielte im September 2015 rund 180 Millionen Visits. Bei einer angeblichen Adblocker-Quote von 23 Prozent müssten dem Verlag mehr als 40 Millionen vermarktbare Visits durch Adblocker verloren gegangen sein. Vor diesem Hintergrund erscheint die angegebene Zahl von drei Millionen zusätzlicher Visits nicht plausibel. Rechnerisch müsste die Zahl bei rund 27 Millionen Visits im Monat liegen. Ein Sprecher des Verlags war auf Anfrage von Golem.de für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Sollten die Zahlen von Bild.de zutreffen, dürften sich andere Verlage ermunternd sehen, ebenfalls die Nutzer von Werbeblockern auszusperren. Der Verlag Gruner+Jahr hat dies bereits teilweise umgesetzt.

Nachtrag vom 4. November 2015, 18:26 Uhr

Der Axel-Springer-Verlag teilte auf Nachfrage von Golem.de mit, dass es sich bei den drei Millionen zusätzlich vermarktbaren Seitenbesuchen um eine Wochenangabe handele, da die Sperre noch keinen Monat lang aktiv sei. Hochgerechnet auf einen Monat würde das etwa 13 Millionen Visits entsprechen. Dies ergibt aber immer noch eine Differenz von 14 Millionen zu den zusätzlich vermarktbaren 27 Millionen Besuchen bei einer Adblockerrate von unter zehn Prozent. Möglicherweise erklärt sich die Differenz dadurch, dass viele Nutzer mit Adblocker der Seite nun fernbleiben.

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Rulf 07. Nov 2015

das ist ein bekannter windows-bug...wenn du's nicht glaubst, probiers einfach aus...

TrudleR 06. Nov 2015

Und Nutzer eines Autos wollen keine Staus, aber kaufen sich trotzdem ein Auto. Nutzer...

0xDEADC0DE 05. Nov 2015

Die brauchen da nix hochrechnen, das waren nur Test-Zugriffe von Benutzern, die testen...

evergreen 05. Nov 2015

Passt auf ... die nächsten Tage bekommste sonst noch ne Abmahnung LOL Gott, sind diese...



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