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Nach Warner-Übernahme: Netflix will doch an Kinozeitfenster von 45 Tagen festhalten

Es geht um Milliarden US-Dollar. Das Geld will sich Netflix nicht entgehen lassen. Neue Warner-Spielfilme kommen wie bisher ins Kino.
/ Ingo Pakalski
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Netflix-Co-CEO Ted Sarandos: Wir werden das Kinogeschäft von Warner Brothers wie bisher weiterführen. (Bild: Charley Gallay/Getty Images for Netflix)
Netflix-Co-CEO Ted Sarandos: Wir werden das Kinogeschäft von Warner Brothers wie bisher weiterführen. Bild: Charley Gallay/Getty Images for Netflix

Netflix will das Kinogeschäft von Warner Brothers nach der geplanten Übernahme unverändert fortführen. Das betonte Netflix-Co-CEO Ted Sarandos in einem Interview mit der New York Times(öffnet im neuen Fenster) . Dabei geht es um die Beibehaltung des bisherigen Kinozeitfensters von mindestens 45 Tagen.

Der Streamingdienst wolle mit dem Kinogeschäft von Warner Brothers Geld verdienen – und dieses Geschäft keineswegs begraben. Anfang Januar 2026 hieß es in Presseberichten, dass Netflix das Kinozeitfenster für Warner-Spielfilme von 45 Tagen auf 17 Tage verkürzen wolle. Diesen Spekulationen trat das Unternehmen nun erstmals öffentlich entgegen.

Netflix wolle das Kinogeschäft von Warner Brothers "weitgehend so weiterführen wie bisher, mit einer 45-tägigen Sperrfrist" , sagte Sarandos. Damit ist gemeint, dass sich Kinos darauf verlassen können, dass Spielfilme nicht vorher auf regulärem Wege über andere Kanäle bezogen und angeschaut werden können.

Netflix will an den Kinokassen gewinnen

"Wenn diese Übernahme abgeschlossen ist, werden wir über einen phänomenalen Kinovertrieb verfügen, der Milliarden von US-Dollar an Kinoeinnahmen generiert, die wir nicht gefährden wollen" , erklärte der Manager. "Wenn wir im Kinogeschäft tätig sind, und das sind wir, dann sind wir wettbewerbsorientierte Menschen – wir wollen gewinnen. Ich möchte am Eröffnungswochenende gewinnen. Ich möchte an den Kinokassen gewinnen." .

Im bisherigen Geschäft von Netflix spielte der Kinovertrieb eine sehr untergeordnete Rolle. Vielfach liefen Eigenproduktionen nur kurze Zeit im Kino – vor allem, wenn diese Titel bei Preisverleihungen berücksichtigt werden sollten. Bisher produziert Netflix Spielfilme vor allem für die Abonnenten des Dienstes.

Netflix und die bisherige Bewertung des Kinogeschäfts

Im Gespräch betonte Sarandos, dass das Warner-Kinogeschäft viel besser sei als "wir es uns selbst ausgemalt hatten" . Es sei "ein gesundes, profitables Geschäft" . Zur bisherigen Kinostrategie von Netflix sagte Sarandos: "Wir waren nicht in diesem Segment, nicht weil wir es hassten. Wir waren nicht in diesem Bereich, weil unser Geschäft so gut lief" ; gemeint ist damit das Streaming.

Netflix will die Studio- und Streamingbereiche von Warner Brothers für 82,7 Milliarden US-Dollar übernehmen . Die TV-Sparte von Warner Bros. ist nicht Teil des Übernahmepakets, sie soll weiter eigenständig bestehen bleiben. Dazu gehört etwa auch der Nachrichtensender CNN.

Netflix und Warner Brothers haben bereits einen entsprechenden Kaufvertrag unterschrieben und die Führungsebene von Warner Brothers will daran festhalten . Das Hollywoodstudio Paramount will die Fusion verhindern und Warner Brothers in einer feindlichen Übernahme komplett aufkaufen.

Dafür bot Paramount zuletzt 108,4 Milliarden US-Dollar , darin wäre auch das TV-Geschäft von Warner Brothers enthalten. Paramount will die Übernahme mithilfe von Gerichten verhindern .


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