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Nach Vorfall in Wuhan: China setzt Genehmigungen für autonome Fahrdienste aus

Nach einem Ausfall von Baidus Apollo Go in Wuhan vergibt China vorerst keine neuen Genehmigungen für autonome Fahrdienste.
/ Przemyslaw Szymanski
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Ein autonomes Fahrzeug von Baidus Apollo Go in Wuhan (Bild: Ji Pengfei/VCG via Reuters Connect)
Ein autonomes Fahrzeug von Baidus Apollo Go in Wuhan Bild: Ji Pengfei/VCG via Reuters Connect

Die chinesischen Behörden vergeben vorerst keine neuen Genehmigungen für autonome Fahrdienste. Wie Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, geht es dabei vor allem um Fahrzeuge mit Level-4-Automatisierung. Bei dieser Stufe muss ein Mensch die Fahrt nicht mehr überwachen und anders als bei Level 3 auch nicht jederzeit zur Übernahme bereit sein.

An dem Schritt waren demnach mehrere staatliche Stellen beteiligt, darunter das Industrieministerium, das Ministerium für öffentliche Sicherheit und das Verkehrsministerium. Anfang April sollen sie sich mit Vertretern von Städten beraten haben, in denen bereits Robotaxi-Dienste unterwegs sind oder entsprechende Tests laufen. Die Behörden sollen dabei Selbstprüfungen und strengere Sicherheitskontrollen gefordert haben.

Auslöser ist ein Vorfall Ende März in Wuhan. Dort kamen zahlreiche Fahrzeuge von Baidus Fahrdienst Apollo Go im Stadtverkehr zum Stillstand. Berichten zufolge waren rund 100 Fahrzeuge betroffen. Das dadurch verursachte Verkehrschaos war offenbar so groß, dass sich einige Fahrgäste wegen des dichten Verkehrs nicht getraut haben sollen, auszusteigen. Dadurch saßen sie fast zwei Stunden fest.

Die Polizei nannte zunächst einen Systemfehler als wahrscheinliche Ursache. Während die genaue Aufarbeitung noch läuft, bleibt zusätzlich auch Baidus Robotaxi-Betrieb in Wuhan nach Angaben der von Bloomberg zitierten Personen vorerst ausgesetzt.

Branche zwischen Förderung und Kontrolle

Für die Anbieter hat der Genehmigungsstopp direkte Folgen. Neue Fahrzeuge dürfen demnach vorerst nicht in bestehende Flotten aufgenommen werden. Auch neue Testprojekte oder der Start in weiteren Städten sind blockiert. Wie lange die Aussetzung gilt, ist laut Bloomberg offen.

Für China ist der Genehmigungsstopp ein Einschnitt in einem strategisch wichtigen Technologiebereich. Das Land fördert autonome Fahrdienste seit Jahren, auch durch Pilotprojekte und lokale Regeln für Tests im Straßenverkehr. Damit sollen eigene Anbieter im Wettbewerb mit US-Unternehmen gestärkt werden.

Zugleich bleibt der Ausbau von Robotaxis umstritten. In Wuhan hatte es bereits 2024 Widerstand gegen solche Fahrzeuge gegeben, weil günstige Fahrten Jobs und Einkommen im Taxigewerbe unter Druck setzen könnten. Nach dem aktuellen Ausfall rücken zusätzlich Sicherheitsfragen in den Mittelpunkt.

Baidus Konkurrenten stellten ihren Betrieb unterdessen als stabil dar. Pony AI teilte Bloomberg zufolge mit, der Dienst in Peking, Shanghai, Guangzhou und Shenzhen laufe regulär. Die Vorbereitungen für die Starts in Changsha und Hangzhou gingen wie geplant weiter. Auch We Ride verwies auf den laufenden Betrieb in China und erklärte, die Bemühungen der Behörden um hohe Sicherheitsstandards zu unterstützen.


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