Nach Vorbild Australiens: Deutliche Mehrheit für Social-Media-Verbot für Jugendliche

Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland ist für ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 16 Jahren. So gaben 60 Prozent der Befragten einer repräsentativen Umfrage des Instituts Insa für Bild am Sonntag an(öffnet im neuen Fenster) , ein solches Verbot, wie es vor wenigen Tagen in Australien in Kraft getreten ist , zu befürworten.
24 Prozent sind gegen diese Regulierung, 10 Prozent der Umfrageteilnehmer war es egal. 6 Prozent machten keine Angaben oder wussten dem Bericht zufolge zufolge nicht, wie sie sich positionieren sollten.
Am stärksten befürworten demnach die Anhänger der Grünen (71 Prozent), der CDU (70 Prozent) und der SPD (69 Prozent) ein Verbot. Unter den Wählern von AfD und FDP liegt die Zustimmung bei 57 Prozent.
Sogar relative Mehrheit bei unter 30-Jährigen
In allen Altersgruppen über 30 überwiegt demnach die Zustimmung für ein Verbot. Bei den unter 30-Jährigen ist immer noch eine relative Mehrheit von 40 Prozent dafür, während 37 Prozent dagegen sind. 15 Prozent der unter 30-Jährigen ist es egal.
Für die Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut Insa für die Bild am Sonntag am 11. und 12. Dezember 1.003 Personen.
Seit dem 10. Dezember 2025 dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren in Australien keine eigenen Konten mehr auf vielen großen Social-Media-Plattformen besitzen. Betroffen sind zehn Dienste, darunter Instagram, Tiktok, Snapchat, Facebook, Youtube, X, Reddit und Twitch. Das kontroverse Gesetz wurde bereits Ende 2024 verabschiedet und trat nun in Kraft.
Reddit sieht sich nicht als soziales Medium
Der Forenbetreiber Reddit legte unterdessen Beschwerde beim australischen High Court gegen die Regelung ein. In dem Antrag(öffnet im neuen Fenster) (PDF) argumentierte das Unternehmen, das Verbot sei unrechtmäßig, weil es die Freiheit politischer Kommunikation einschränke.
Dazu nannte Reddit noch einen zweiten Punkt: Selbst wenn das Gericht das Verbot als rechtens bewerten sollte, falle man anders als andere Plattformen gar nicht unter die Definition sozialer Medien. Da die Foren von Nutzern selbst betrieben würden, sei man keine Social-Media-Plattform im eigentlichen Sinne.
Das Unternehmen verwies darauf, dass der Austausch zu politischen Themen nach australischem Recht nur in begründeten Fällen und maßvoll eingeschränkt werden dürfe. Mit dem Verbot würden aber pauschal alle Nutzer unter 16 Jahren von politischer Kommunikation auf Onlineplattformen ausgeschlossen. Die Auswahl, welche Dienste betroffen seien und welche nicht, nannte Reddit "unlogisch" .