Nach Varian-Kauf: Siemens-Chef Busch will mehr Software-Übernahmen
Beim geplanten massiven Ausbau des Software-Geschäfts sieht sich Siemens auch nach Akquisitionen um. "Ich kann mir gut vorstellen, weiter in Industriesoftware zu investieren", sagte Siemens-Chef Roland Busch dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster).
Auch nach der 16-Milliarden-Dollar-Übernahme von Varian, einem Anbieter von Hardware und Softwaresysteme für die Strahlentherapie gegen Krebs und andere Erkrankungen, habe der Konzern dafür den finanziellen Spielraum. "Keine Frage, wir haben die Firepower. Aber es muss passen."
Die Digitalgeschäfte von Siemens von zuletzt mehr als 5 Milliarden Euro sollen in den nächsten Jahren im Schnitt auf vergleichbarer Basis jeweils um etwa 10 Prozent wachsen. "Hardware-Produkte werden für uns immer eine Rolle spielen, aber natürlich werden wir immer mehr Software und digitale Lösungen verkaufen", sagte Busch.
Industriesoftware künftig als Mietmodel in der Cloud
Auf seinem Kapitalmarkttag am 24. Juni 2021 hatte Siemens einen Wechsel des Geschäftsmodells angekündigt. Bei Industriesoftware setzt der Konzern künftig verstärkt auf Mietmodelle in der Cloud (Software as a Service), statt wie bisher Lizenzen zu verkaufen. "Wir zwingen keinen Kunden, umzustellen", sagte Busch.
Das Modell habe für beide Seiten Vorteile wie schnellere Innovationszyklen und regelmäßige Aktualisierungen. Die Umstellung wolle Siemens meistern, ohne das Margenniveau in der Sparte Digitale Industrien zu senken. Nach der Abspaltung von Siemens Energy sei Siemens heute ein fokussiertes Technologieunternehmen für Industrie, Infrastruktur, Mobilität und Gesundheit.
Im August 2020 hatte Siemens Healthineers die Übernahme von Varian Medical Systems aus Palo Alto im US-Bundesstaat Kalifornien für 16,4 Milliarden Dollar angekündigt und Ende April 2021 vollzogen.
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