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Nach US-Überfall: Starlink bietet freie Nutzung in Venezuela

Starlink kündigt öffentlichkeitswirksam eine kurze Gratisnutzung in Venezuela an. Doch das Satelliteninternet ist dort offiziell kaum verfügbar.
/ Achim Sawall
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Protest am 3. Januar 2026 in Berlin am Brandenburger Tor (Bild: Achim Sawall/Golem.de)
Protest am 3. Januar 2026 in Berlin am Brandenburger Tor Bild: Achim Sawall/Golem.de

Starlink bietet in Venezuela nach den US-Luftangriffen und der Entführung des Präsidenten Nicolás Maduro(öffnet im neuen Fenster) kostenlosen Internetzugang an. Das hat Elon Musks Satellitennetzbetreiber bekanntgegeben(öffnet im neuen Fenster) . Die kostenlose Nutzung ist auf bestehende und inaktive Kunden von Starlink beschränkt und zeitlich bis zum 3. Februar 2026 begrenzt.

Zudem benötigt man das Starlinkpaket mit Satellitenschüssel, Router und Kabeln; in Venezuela ist das nur auf dem Schwarzmarkt erhältlich.

Auf der Starlink-Website wird Venezuela als "demnächst verfügbar" aufgelistet, es wird darauf hingewiesen, dass Nutzer den Dienst über einen Roaming-Tarif nutzen können. "Wir haben [noch] keinen Zeitplan für die Verfügbarkeit vor Ort. Sobald es Neuigkeiten gibt, werden wir diese direkt über die offiziellen Starlink-Kanäle kommunizieren" , hieß es weiter. Wie sich die Dienste und Preise des Unternehmens nach dem 3. Februar entwickeln werden, ist unklar.

Nach den völkerrechtswidrigen Luftangriffen(öffnet im neuen Fenster) der USA berichteten Medien, dass es in Teilen von Caracas zu Strom- und Internetausfällen gekommen sei. Mary Ellen O'Connell, Professorin der Notre Dame Law School im US-Bundesstaat Indiana, sprach von einer Entführung.

Die Situation hinsichtlich der Verfügbarkeit von Starlink in Venezuela ist komplex: Die US-Sanktionen verboten SpaceX und Starlink, offizielle Geschäftsbeziehungen in Venezuela einzugehen oder Zahlungen von dortigen Konten anzunehmen. Die staatliche Telekommunikationsbehörde CONATEL verweigerte Starlink die Betriebslizenz.

Die Hardware wurde oft illegal aus Kolumbien oder Brasilien eingeschmuggelt. Laut Schätzungen von Exporteuren in Cúcuta (Kolumbien) und Boa Vista (Brasilien) gibt es in Venezuela 5.000 bis 15.000 Nutzer. Genutzt wurde der Global Roaming-Tarif, bezahlt werden man musste aber über ausländische Kreditkarten. An Grenzkontrollen wurden Starlink-Schüsseln bei Entdeckung häufig vom Militär beschlagnahmt.

Maduro-Regime unterdrückt Kritiken aus der Bevölkerung

In Venezuela hat sich die Lage der Internetzensur laut Reporter ohne Grenzen (PDF) insbesondere seit den Präsidentschaftswahlen im Juli 2024 drastisch verschärft (öffnet im neuen Fenster) . Messaging-Dienste wie Signal und zeitweise Whatsapp wurden blockiert oder gestört. Maduro rief die Bevölkerung dazu auf, WhatsApp zu deinstallieren, da es zur "Destabilisierung" genutzt werde. Auch der umstrittene Dienst X von Elon Musk ist weitgehend blockiert.

Über 60 unabhängige Nachrichtenseiten und Websites von NGOs sind dauerhaft blockiert. Diese Newsseiten sind teilweise kritisch, oder werden von den USA kontrolliert.

USA schränken selbst Pressefreiheit ein

In der zweiten Amtszeit von Donald Trump hat sich der Umgang der US-Regierung mit der Presse deutlich verschärft. Im Juli 2025 veranlasste die Trump-Regierung den Kongress dazu, die staatlichen Fördergelder (rund 1,1 Milliarden US-Dollar) für den öffentlichen Rundfunk (NPR) und das Fernsehen (PBS) sowie über 1.500 lokale Stationen rückwirkend zu streichen . Kritiker sehen darin einen gezielten Versuch, Medien zu schwächen, die oft kritisch über die Regierung berichten – besonders in ländlichen Regionen, wo diese Sender oft die einzige lokale Nachrichtenquelle sind.

Die Regierung veränderte die Regeln für den Zugang der Medien zum Weißen Haus massiv: Associated Press (AP), der New York Times und Reuters wurden zeitweise der Zugang zu Briefings verwehrt. Anstelle von Journalisten lässt das Weiße Haus verstärkt rechtsgerichtete Podcaster und Influencer zu Pressekonferenzen zu, die die Regierungslinie unterstützen, während kritische Fragen von Journalisten durch den Entzug von Akkreditierungen (Hard Passes) unterbunden werden.

Trump reichte im Jahr 2025 zahlreiche Schadensersatzklagen ein, darunter eine 10-Milliarden-Dollar-Klage gegen das Wall Street Journal und die BBC wegen angeblicher Verleumdung. Solche SLAPP-Klagen (Strategic Lawsuits Against Public Participation) dienen oft dazu, Medien durch immense Anwaltskosten einzuschüchtern, selbst wenn die Klagen am Ende abgewiesen werden.


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