Nach Trump-Sieg: IT-Wirtschaft besorgt über Populismus und Protektionismus

Was bedeutet der überraschende Wahlsieg Donald Trumps für die IT-Wirtschaft? Noch ist vieles unklar, was der künftige US-Präsident in Sachen Freihandel und Internet unternehmen will. Seine wenigen Äußerungen versprechen nichts Gutes.

Artikel von veröffentlicht am
Donald Trump in der Wahlnacht zum 9. November 2016
Donald Trump in der Wahlnacht zum 9. November 2016 (Bild: Andrew Kelly/Reuters)

Mehrere deutsche Verbände der IT-Wirtschaft haben sich besorgt über den Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen in den USA gezeigt. Wenn der designierte US-Präsident Donald Trump tatsächlich bestehende Handelsabkommen aufkündigen und neu verhandeln wolle, "wird das ein Problem für die Weltwirtschaft - denn gute Handelsbeziehungen sind abhängig von verlässlichen Rahmenbedingungen", teilte der Bundesverband der Digitalen Wirtschaft (BVDW) am Mittwoch mit. Gerade für die digitale Wirtschaft sei diese Verlässlichkeit besonders wichtig, weil die Wirtschaftsräume der USA und EU in diesem Bereich eng verflochten seien.

Stellenmarkt
  1. HR Technology Solution Lead (m/f/d)
    Autodoc AG, Berlin, Szczecin (Polen), Cheb (Tschechische Republik)
  2. Assistent Produktionsplanung- und Systeme (m/w/d)
    Eppendorf AG, Oldenburg in Holstein
Detailsuche

Allerdings dürfte den meisten Beobachtern derzeit nicht klar sein, welche Pläne Trump überhaupt im Bereich Netzpolitik hat. Das Thema Internet spielte im Wahlkampf eine sehr untergeordnete Rolle. In einer knappen Analyse stellte Motherboard lediglich fest, dass Trump Netzneutralität nicht gutfindet, die kürzlich beschlossene IANA-Transition und das transatlantische Handelsabkommen TTIP ablehnt. Zudem soll Trump das Prinzip der Netzneutralität mit der sogenannten Fairness Doktrin von 1949 verwechselt und gar nicht gewusst haben, worüber er eigentlich redet. Die angekündigte Übernahme des Medienkonzerns Time Warner durch den Telefonprovider AT&T lehnte er kürzlich ab.

Auslandsgewinne sollen versteuert werden

Trump dürfte auch deswegen gewählt worden sein, weil er versprochen hat, in Billiglohnländer ausgelagerte Jobs wieder zurück in die USA zu holen. Ob ihm tatsächlich gelingen wird, beispielsweise die Produktion von iPhones wieder von China zurück in die USA zu holen, scheint allerdings fraglich. Das würde die Produktionskosten erheblich in die Höhe treiben.

Die Gutverdiener in der IT-Branche dürften dagegen von den versprochenen Steuersenkungen profitieren. Demnach will Trump den Spitzensteuersatz von 40 auf 25 Prozent senken. Die Steuer auf Unternehmensgewinne soll laut einer Analyse der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von 25 auf 15 Prozent sinken. Im Gegenzug sollen aber auch Auslandsgewinne besteuert werden. Nach einem Übergangssteuersatz von zehn Prozent soll später der gleiche Steuersatz wie für alle inländischen Gewinne gelten. Betroffen davon wären unter anderem die IT-Konzerne Apple, Google (Alphabet), Microsoft, Cisco und IBM.

Bildung gegen Populismus

Golem Akademie
  1. Azure und AWS Cloudnutzung absichern: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    17.–18. März 2022, virtuell
  2. Jira für Anwender: virtueller Ein-Tages-Workshop
    10. November 2021, virtuell
Weitere IT-Trainings

"Während seines gesamten Wahlkampfes ist Donald Trump recht vage geblieben, was seine tatsächlichen Ziele angeht", monierte der BVDW nun. Nun müsse Trump "Farbe bekennen", forderte Verbandspräsident Matthias Wahl und fügte hinzu: "Bestehende Freihandelsbeziehungen dürfen von der neuen US-Regierung unter keinen Umständen in Frage gestellt werden - dies wäre Gift für die Weltwirtschaft."

Nicht gerade begeistert zeigte sich auch der IT-Branchenverband Bitkom über den Ausgang der Wahl. "Der Grundsatz des Respekts gerade gegenüber demokratischen Entscheidungen gilt auch mit Blick auf die aus deutscher Perspektive erstaunlichen Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen in den USA", sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Das Ergebnis sei ein Signal, "die digitale Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen und die Inklusion weltweit zu stärken, und eine Spaltung der Gesellschaft zu verhindern".

Die digitale Wirtschaft wollte weiterhin für Freiheit und internationale Vernetzung eintreten. "Sie wird sich für eine Verbesserung des Bildungswesens und den freien Zugang zu Informationen stark machen. Die besten Mittel gegen diffuse Ängste und Populismus sind eine ausgezeichnete Bildung - und ein eigener klarer Kopf", sagte Rohleder.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


teenriot* 11. Nov 2016

Und ob das heute Sinn macht. Mir läuft es immer kalt den Rücken runter wenn Leute das...

DerVorhangZuUnd... 11. Nov 2016

Am Anfang/Eingang geht das noch. Aber nach dem 4/5ten Bier kommt meist nur noch...

Moe479 10. Nov 2016

Edit: sry falscher faden

neocron 10. Nov 2016

yay, arbitraere Feindseligkeit ... bravo!

neocron 10. Nov 2016

++ ganz mein Gedanke ... er dreht es sich so, wie er es braucht. Gewinnt er nicht, ist...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Energiewende
Akkupreise steigen wegen zu hohen Rohstoffkosten

Die Party ist vorbei. Statt billiger, sollen Akkus durch neue Rekorde beim Lithiumpreis und anderen Rohstoffen im Jahr 2022 sogar teurer werden.
Eine Analyse von Frank Wunderlich-Pfeiffer

Energiewende: Akkupreise steigen wegen zu hohen Rohstoffkosten
Artikel
  1. Zip: Ratenzahlung in Microsoft Edge empört die Community
    Zip
    Ratenzahlung in Microsoft Edge empört die Community

    Die App Zip wird seit Microsoft Edge 96 standardmäßig aktiviert. Diese bietet Ratenzahlung an, schürt aber nur Hass in der Community.

  2. Gaming-Monitore bei Amazon bis zu 330 Euro reduziert
     
    Gaming-Monitore bei Amazon bis zu 330 Euro reduziert

    Der November und der Black Friday sind vorbei. Doch schon die nächsten Angebote stehen vor der Tür: die Last-Minute-Angebote bei Amazon.
    Ausgewählte Angebote des E-Commerce-Teams

  3. Razer Zephyr im Test: Gesichtsmaske mit Stil bringt nicht viel
    Razer Zephyr im Test
    Gesichtsmaske mit Stil bringt nicht viel

    Einmal Cyberpunk mit Beleuchtung bitte: Tragen wir Razers Zephyr in der U-Bahn, fallen wir auf. Allerdings ist das Produkt nicht ausgereift.
    Ein Test von Oliver Nickel

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Last Minute Angebote bei Amazon • Crucial-RAM zu Bestpreisen (u. a. 16GB Kit DDR4-3600 73,99€) • HP 27" FHD 165Hz 199,90€ • Razer Iskur X Gaming-Stuhl 239,99€ • Adventskalender bei MM/Saturn (u. a. Surface Pro 7+ 849€) • Alternate (u. a. Adata 1TB PCIe-4.0-SSD für 129,90€) [Werbung]
    •  /