Nach tödlichem Unfall: Uber entlässt 100 Testfahrer für autonome Autos

Nach dem tödlichen Unfall mit einem autonomen Auto in Pittsburgh zieht der Mitfahrdienst Uber weitere Konsequenzen. Offenbar sollen die Tests nur mit einem neuen Konzept wieder aufgenommen werden.

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Der Uber-Testwagen nach dem tödlichen Unfall in Tempe/Arizona
Der Uber-Testwagen nach dem tödlichen Unfall in Tempe/Arizona (Bild: Handout/Reuters)

Der Mitfahrdienst Uber will die Tests mit autonomen Autos nicht mehr mit dem früheren Konzept aufnehmen. Wie das US-Medium Citylab berichtete, entließ das Unternehmen am Mittwochnachmittag seine 100 Testfahrer in den US-Städten Pittsburgh und San Francisco. Die Testfahrten waren nach einem tödlichen Unfall mit einem Testauto im US-Bundesstaat Arizona gestoppt worden. Uber hielt jedoch zwischenzeitlich daran fest, zumindest in Pittsburgh, San Francisco und Sacramento die Tests wieder aufzunehmen.

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Das Testprogramm soll jedoch nicht vollständig beendet werden. Dem Bericht zufolge haben die betroffenen Mitarbeiter die Möglichkeit, sich eine Abfindung auszahlen zu lassen oder sich auf eine von 55 neuen Stellen zu bewerben. Vor dem Unfall hatte Uber noch 400 Testfahrer in fünf nordamerikanischen Städten im Einsatz: San Francisco, Pittsburgh, Tempe, Phoenix und Toronto.

Nur noch ausgewählte Strecken

Unter Berufung auf einen Uber-Sprecher berichtete Citylab, dass die autonomen Autos künftig nach einem anderen Konzept getestet werden sollten. So würden die Testfahrer zu "Missionsspezialisten" ausgebildet. Die Test würden dabei unter einfacheren Bedingungen absolviert, beispielsweise auf nicht-öffentlichen Teststrecken und einigen öffentlichen Straßen. Die "Missionsspezialisten" sollen dabei enger mit den Programmierern und Ingenieuren zusammenarbeiten.

Sollten die Fahrten im August 2018 wieder aufgenommen werden, würden die gefahrenen Strecken im Vergleich zu vorher stark eingeschränkt. Unter Berufung auf aktuelle und ehemalige Mitarbeiter schreibt Citylab, dass die Autos auf öffentlichen Straßen normalerweise manuell gesteuert würden. Nur auf der Teststrecke und auf einem kurzen Stück zwischen den beiden Firmenstandorten in Pittsburgh werde der autonome Modus aktiviert.

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Der tödliche Unfall mit einem selbstfahrenden Testauto war unter anderem auf deaktivierte Sicherheitsfunktionen zurückzuführen. Das geht aus dem vorläufigen Unfallbericht hervor, den die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB (National Transportation Safety Board) Ende Mai 2018 veröffentlichte. Demzufolge hatten die Lidar- und Radarsensoren des Testautos bereits sechs Sekunden vor der Kollision die getötete Frau wahrgenommen, die ihr Fahrrad über eine mehrspurige Straße geschoben hatte. Doch erst 1,3 Sekunden vor dem Zusammenstoß habe die Software berechnet, dass eine Notbremsung erforderlich sei. Die Notbremsfunktion ist laut Uber jedoch deaktiviert gewesen, um ein "erratisches Verhalten" des Autos zu vermeiden. Die Testfahrerin soll abgelenkt gewesen sein, weil sie während des Fahrens auf ihrem Smartphone eine Fernsehserie streamte.

Laut Citylab kritisierte ein Uber-Mitarbeiter, dass der Unfall keine Konsequenzen auf der Managementebene nach sich gezogen habe. Dabei hätten sich die Mitarbeiter schon seit Monaten über die Testbedingungen beschwert. So setzte Uber seit Oktober 2017 nur noch einen statt zuvor zwei Testfahrer ein, die sowohl das System als auch den Verkehr überwachen sollten. Dem Mitarbeiter zufolge wurden auch keine Ingenieure entlassen, die für die Programmierung der Software verantwortlich gewesen sein sollen.

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