• IT-Karriere:
  • Services:

Absurde Wortmeldung aus Hessen

Sie hat wenig Sachkenntnis, will aber deutlich weitergehen: die CDU-Justizministerin aus Hessen, Eva Kühne-Hörmann. Kühne-Hörmann fordert in einer Pressemitteilung eine "strafrechtliche Antwort" auf den Angriff. "Die Täter müssen wissen, dass solche Handlungen und insbesondere die damit zusammenhängenden Vorbereitungshandlungen strafbar sind. Die Vorschläge liegen der Bundesregierung und dem Deutschen Bundestag seit dem Spätsommer auf dem Tisch. Hessen hat schon lange vor solchen gezielten Botnetz-Angriffen auf kritische Infrastrukturen gewarnt."

Stellenmarkt
  1. Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main
  2. Debeka Betriebskrankenkasse, Koblenz

Das klingt fast ein bisschen so, als wenn die Politik den vermuteten Wunsch eines mutmaßlichen Terrorverdächtigen bestrafen will, möglicherweise in ein Terrorcamp nach Syrien zu gehen. Die Landesministerin verweist jedenfalls auf die Bundesratsinitiative des Landes Hessen (BR-Drs. 338/16) zum sogenannten "Digitalen Hausfriedensbruch", der für das "unbefugte Benutzen informationstechnischer Systeme" Gefängnisstrafen von zehn Jahren vorsieht. Die Bundesregierung sieht hier, zu Recht, keinen akuten Handlungsbedarf.

Nimmt man Frau Kühne-Hörmann ernst in dem, was sie schreibt, könnten schon harmlose Scans von Sicherheitsforschern, etwa nach verwundbaren Ampelsystemen, Wasserwerken oder USVs, die Kryptowährung minen, strafbar werden - es könnte sich ja um die Vorbereitung eines Botnets handeln. So schützt man die IT-Sicherheit nicht.

Die Diskussion ist leider überholt - und wird wohl doch immer wieder kommen

Dass die IT-Sicherheit nicht besser wird, wenn die Politik den kreativen Umgang damit immer weiter beschränkt, sollte eigentlich seit der Diskussion um den Hackerparagrafen (202c StGB) und den Computer Fraud and Abuse Act (CFAA) in den USA klar sein. Denn auch, wer die Benutzung das Kommandozeilenwerkzeugs Wget zum Herunterladen von Daten zur ungesetzlichen Handlung erklärt, kann Leaks nicht verhindern, wie der Fall von Chelsea Manning zeigt. Selbst wenn es in Deutschland strafbar wäre, Shodan und andere Werkzeuge einzusetzen, wird das das Mirai-Botnetz nicht stoppen.

Das Papier der Ministerin strotzt nur so vor merkwürdigen Ansichten. So schreibt Kühne-Hörmann, dass die "geballte Rechenleistung [eines Botnetzes, Redaktion] dazu genutzt werde, Hochsicherheitssysteme gezielt anzugreifen". Wo genau das allerdings passiert - darauf bleibt das Ministerium die Antwort schuldig. Und so richtig sicher, ob ihre eigenen kruden Vorschläge überhaupt hilfreich sind, ist die Ministerin offenbar auch nicht. Denn die Täter säßen "oft genug" im Ausland oder operierten "im Schutze von Verschlüsselung und Anonymität" - und gar nicht in Reichweite des deutschen Strafrechts, das die IT-Sicherheit jetzt mit drakonischer Härte erzwingen soll.

Bereits bei der Vorstellung der Anti-Botnetz-Initiative hatte die Ministerin außerdem gesagt: "Zurzeit geht man davon aus, dass bis zu 40 Prozent aller internetfähigen informationstechnischen Systeme in Deutschland mit Schadsoftware verseucht sind und damit pozentielle Bots darstellen." Auch die Echtheit dieser Zahlen ist bislang nicht mit Fakten belegt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Nach Angriff auf Telekom: Mit dem Strafrecht Router ins Terrorcamp schicken oder soWas also tun? 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 89,90€ + Versand (Vergleichspreis ca. 130€ + Versand)
  2. (u. a. G.Skill 16GB DDR4-3200 Kit für 54,90€, AMD Ryzen 9 3900XT für 419€, MSI B450 Tomahawk...
  3. mit 222,22€ neuer Bestpreis auf Geizhals

whitbread 04. Dez 2016

Sehe ich genau so! Liefert der ISP den Router so muss dieser den auch sicher machen und...

whitbread 04. Dez 2016

Also jenseits der Juristerei sehe ich das so: Wer einen Router vom ISP gestellt bekommt...

HorkheimerAnders 01. Dez 2016

Die Telekom muss halt nach Taiwan telefonieren und denen klar machen, dass es ohne...

Anonymer Nutzer 01. Dez 2016

Jedes elektrische Gerät hat im Handbuch Sicherheitshinweise, auch ein Router. Da fügt...

Niaxa 30. Nov 2016

Klar wegen nem Kinderbothacknenneeswieduwillst, marschiert DE jetzt wieder Richtung...


Folgen Sie uns
       


Librem Mini - Fazit

Der Librem Mini punktet mit guter Linux-Unterstützung, freier Firmware und einem abgesicherten Bootprozess.

Librem Mini - Fazit Video aufrufen
iPhone 12 Mini im Test: Leistungsstark, hochwertig, winzig
iPhone 12 Mini im Test
Leistungsstark, hochwertig, winzig

Mit dem iPhone 12 Mini komplettiert Apple seine Auswahl an aktuellen iPhones für alle Geschmäcker: Auf 5,4 Zoll sind hochwertige technischen Finessen vereint, ein besseres kleines Smartphone gibt es nicht.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Apple Bauteile des iPhone 12 kosten 313 Euro
  2. Touchscreen und Hörgeräte iOS 14.2.1 beseitigt iPhone-12-Fehler
  3. iPhone Magsafe ist nicht gleich Magsafe

Covid-19: So funktioniert die Corona-Vorhersage am FZ Jülich
Covid-19
So funktioniert die Corona-Vorhersage am FZ Jülich

Das Forschungszentrum Jülich hat ein Vorhersagetool für Corona-Neuinfektionen programmiert. Projektleiter Gordon Pipa hat uns erklärt, wie es funktioniert.
Ein Bericht von Boris Mayer

  1. Top 500 Deutscher Supercomputer unter den ersten zehn
  2. Hochleistungsrechner Berlin und sieben weitere Städte bekommen Millionenförderung
  3. Cineca Leonardo Nvidias A100 befeuert 10-Exaflops-AI-Supercomputer

Demon's Souls im Test: Düsternis auf Basis von 10,5 Tflops
Demon's Souls im Test
Düsternis auf Basis von 10,5 Tflops

Das Remake von Demon's Souls ist das einzige PS5-Spiel von Sony, das nicht für die PS4 erscheint - und ein toller Einstieg in die Serie!
Von Peter Steinlechner


      •  /