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Nach Streikdrohung: Samsung zahlt jedem Mitarbeiter Bonus von 291.000 Euro

Samsung hat einen 18-tägigen Streik abgewendet. Im Gegenzug erhalten rund 125.000 Beschäftigte eine einmalige Bonuszahlung in enormer Höhe.
/ Michael Linden
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Samsung-Mitarbeiter zeigen Wafer aus dem 3-nm-Prozess. (Bild: Samsung)
Samsung-Mitarbeiter zeigen Wafer aus dem 3-nm-Prozess. Bild: Samsung

Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung hat sich mit den Gewerkschaften auf eine Einmalzahlung von durchschnittlich umgerechnet 291.000 Euro pro Beschäftigtem geeinigt. Damit ist der geplante Streik vom Tisch. Die Zustimmung der Gewerkschaftsmitglieder steht zwar noch aus, gilt aber als Formsache, wie Reuters am 21. Mai 2026 berichtete(öffnet im neuen Fenster). Die Auszahlung soll noch in diesem Jahr erfolgen, der genaue Betrag hängt am Konzerngewinn.

Ursprünglich hatten die Gewerkschaften sieben Prozent mehr Lohn und höhere Zusatzleistungen gefordert. Das Management bestand auf einer leistungsabhängigen Vergütung. In der Konzerngeschichte gab es bislang nur einen einzigen Streik, 2024 mit nach Gewerkschaftsangaben 6.000 mobilisierten Beschäftigten.

Boni auch in den nächsten zehn Jahren

Samsung will über zehn Jahre jährlich 10,5 Prozent des operativen Gewinns der Chipsparte für Mitarbeiterboni zurückstellen. Die Vereinbarung ist allerdings an Bedingungen geknüpft. Von 2026 bis 2028 muss der Geschäftsbereich jährlich mehr als 114 Milliarden Euro operatives Ergebnis liefern, von 2029 bis 2035 mindestens 57 Milliarden Euro pro Jahr.

Möglich macht das der KI-Boom. Samsung profitiert von einer stark gestiegenen Nachfrage nach Computerchips und taxiert den Jahresgewinn aktuell auf 331 Billionen Won, rund 189 Milliarden Euro. Der Konzern steht für 12,5 Prozent der südkoreanischen Wirtschaftsleistung.

Druck auf die gesamte Industrie

Die Börse reagierte euphorisch. Die Samsung-Aktie legte in Seoul um 8,5 Prozent zu und schloss mit 299.500 Won auf Rekordniveau. Der südkoreanische Leitindex stieg ebenfalls um 8,5 Prozent, der stärkste Tagesgewinn seit zweieinhalb Monaten.

Andere Großkonzerne dürften nun unter Druck geraten, ähnliche Modelle anzubieten. Die Kopplung an die Gewinnentwicklung birgt aber Risiken, sollten die Erträge im Chipgeschäft künftig zurückgehen.


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