Abo
  • Services:

Nach Spähvorwürfen: Firefox und Chrome schmeißen Web of Trust raus

Die Browserhersteller ziehen Konsequenzen. Vorerst lässt sich die Erweiterung Web of Trust nicht mehr über die offiziellen Angebote herunterladen. Die Addon-Entwickler verstehen die Aufregung immer noch nicht.

Artikel veröffentlicht am ,
Vorerst nicht mehr in den Addon-Sammlungen erhältlich: Web of Trust
Vorerst nicht mehr in den Addon-Sammlungen erhältlich: Web of Trust (Bild: Web of Trust)

Die Erweiterung Web of Trust (WOT) lässt sich nach schweren Datenschutzvorwürfen nicht mehr über die Addon-Sammlungen der Browserhersteller Mozilla und Google herunterladen. Sowohl bei Firefox als auch bei Chrome erhalten Nutzer eine Fehlermeldung, wenn die entsprechende Seite aufgerufen wird. "Wir haben Beschwerden über Web of Trust erhalten, die damit zusammenhängen, wie transparent das Add-on arbeitet", sagte die Mozilla-Stiftung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Man habe schließlich entschieden, "dass das Add-on diese Richtlinien verletzt". Deshalb sei es aus dem Angebot entfernt worden, "bis der Hersteller diese Dinge korrigiert", zitierte die Zeitung am Donnerstag Mozilla.

Stellenmarkt
  1. Bosch Gruppe, Stuttgart-Feuerbach
  2. ADG Apotheken-Dienstleistungsgesellschaft mbH, Leipzig

Die finnischen Entwickler von Web of Trust können die Kritik jedoch weiterhin nicht nachvollziehen. "Wenn es Fälle gab, in denen Informationen nicht anonymisiert und geschützt wurden, werden wir das natürlich prüfen und wenn notwendig Maßnahmen treffen, um einen angemessenen Schutz unserer Nutzer sicherzustellen", teilten sie auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Auf der Website des Unternehmens gibt es weiterhin keine offizielle Stellungnahme zu den Vorwürfen.

Browserverlauf als "nicht-persönliche Information"

Allerdings geht aus den aktuellen Datenschutzbestimmungen vom 3. Juli 2016 eindeutig hervor, welche Nutzerdaten die Erweiterung sammelt und an Dritte weitergibt. Dazu zählen neben IP-Adresse, Gerät, Betriebssystem, Browser und Zeitstempel auch die besuchten Webseiten inklusive Clickstream-Daten. Ebenfalls werden eine Browser-ID und eine Nutzer-ID übertragen. Das Problem: Nach Ansicht von Web of Trust sind all diese Daten "nicht persönliche, nicht identifizierbare Informationen". Das Unternehmen räumte lediglich ein, dass auf Mozilla.org noch eine veraltete Version des Datenschutzregelungen vom Dezember 2015 zu finden gewesen sei.

Das ARD-Magazin Panorama hatte sich für Recherchen ein Datenpaket beschaffen können, das zehn Milliarden aufgerufene Internetadressen von drei Millionen deutschen Nutzern aus dem vergangenen August enthielt. Die Datensätze ließen sich leicht deanonymisieren und sogar hochrangigen Politikern zuordnen. Auch Journalisten waren betroffen. Die Erweiterung Web of Trust konnte als eine der Datenquellen identifiziert werden. Es ist unklar, welche weiteren Zusatzprogramme die Daten ihrer Nutzer in solchem Umfang übertragen.

Digitalwirtschaft sorgt sich um ihren Ruf

Die deutsche Digitalwirtschaft befürchtet, durch die Berichte zu Unrecht in Verruf zu geraten. Das Vorgehen der Datenhändler im Zusammenhang mit Web of Trust "deckt kein Geschäftsmodell unserer Firmen ab", sagte Michael Neuber, Justiziar des Bundesverbands digitale Wirtschaft (BVDW), am Donnerstag heise online. Es sei aber in der Branche durchaus bekannt, "dass solche Dinge passieren".

Addons und Sidebars von Browsern seien "beliebte Mittel", um Nutzer auszuspähen, erläuterte Neuber und fügte hinzu: "Wir müssen uns klar davon distanzieren." Um Online-Werbung mit Hilfe von Targeting und Tracking so genau wie möglich auf eine Zielgruppe und auf Nutzerinteressen auszurichten, sei eine Personalisierung nicht erforderlich. Nach Ansicht des Juristen ist es aber nicht leicht, die Unterschiede "differenziert darzustellen". Er räumte ein, dass "jedes schwarze Schaf die Branche in Verruf bringt".



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. Jetzt für 150 EUR kaufen und 75 EUR sparen

Spaghetticode 06. Nov 2016

Bei Chrome-Erweiterungen gibt es ein Rechtemodell, bei dem Entwickler festlegen müssen...

wolke7 05. Nov 2016

schwammiger Ausdruck. Die "visited web pages" werden die wohl nicht komplett zu sich...

Apfelbrot 04. Nov 2016

WoT lebt doch eh nur von Datensammeln und dass man sich ein gutes Scoring, trotz...

Cok3.Zer0 04. Nov 2016

Das mit der URI macht hoffentlich heute niemand mehr... Langsam zweifle ich aber daran...

Lifets2 04. Nov 2016

Ooooooh, mir kommen die Tränen! ODER? Halt! Da stimmt doch was nicht. Ein einziger...


Folgen Sie uns
       


Lenovo Thinkpad T480s - Test

Wir halten das Thinkpad T480s für eines der besten Business-Notebooks am Markt: Der 14-Zöller ist kompakt und recht leicht und weist dennoch viele Anschlüsse auf, zudem sind Speicher, SSD, Wi-Fi und Modem aufrüstbar.

Lenovo Thinkpad T480s - Test Video aufrufen
Norsepower: Stahlsegel helfen der Umwelt und sparen Treibstoff
Norsepower
Stahlsegel helfen der Umwelt und sparen Treibstoff

Der erste Test war erfolgreich: Das finnische Unternehmen Norsepower hat zwei weitere Schiffe mit Rotorsails ausgestattet. Der erste Neubau mit dem Windhilfsantrieb ist in Planung. Neue Regeln der Seeschifffahrtsorganisation könnten bewirken, dass künftig mehr Schiffe saubere Antriebe bekommen.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Car2X Volkswagen will Ampeln zuhören
  2. Innotrans Die Schiene wird velosicher
  3. Logistiktram Frankfurt liefert Pakete mit Straßenbahn aus

Mate 20 Pro im Hands on: Huawei bringt drei Brennweiten und mehr für 1.000 Euro
Mate 20 Pro im Hands on
Huawei bringt drei Brennweiten und mehr für 1.000 Euro

Huawei hat mit dem Mate 20 Pro seine Dreifachkamera überarbeitet: Der monochrome Sensor ist einer Ultraweitwinkelkamera gewichen. Gleichzeitig bietet das Smartphone zahlreiche technische Extras wie einen Fingerabdrucksensor unter dem Display und einen sehr leistungsfähigen Schnelllader.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Keine Spionagepanik Regierung wird chinesische 5G-Ausrüster nicht ausschließen
  2. Watch GT Huawei bringt Smartwatch ohne Wear OS auf den Markt
  3. Ascend 910/310 Huaweis AI-Chips sollen Google und Nvidia schlagen

Shine 3: Neuer Tolino-Reader bringt mehr Lesekomfort
Shine 3
Neuer Tolino-Reader bringt mehr Lesekomfort

Die Tolino-Allianz bringt das Nachfolgemodell des Shine 2 HD auf den Markt. Das Shine 3 erhält mehr Ausstattungsdetails aus der E-Book-Reader-Oberklasse. Vor allem beim Lesen macht sich das positiv bemerkbar.
Ein Hands on von Ingo Pakalski

  1. E-Book-Reader Update macht Tolino-Geräte unbrauchbar

    •  /