Nach Satelliten-Abschuss: Russische Behörde sieht keine Gefahr für ISS

Der Chef der russischen Raumfahrtbehörde begründet den Abschuss des Satelliten damit, dass es Zeit für einen Test gewesen sei.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Beim Abschuss eines Satelliten bleiben viele Trümmerteile im Orbit.
Beim Abschuss eines Satelliten bleiben viele Trümmerteile im Orbit. (Bild: Nasa)

Nach internationaler Kritik an Russlands Satelliten-Abschuss Anfang der Woche hat sich der Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos dazu geäußert. Nach seiner Auffassung bestehe keine Gefahr für die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS. Nachdem Russland überraschend einen ausgedienten Spionage-Satelliten abgeschossen hat, wurde die ISS geräumt.

Stellenmarkt
  1. Software-Entwickler (m/w/d) Embedded Linux
    Gesellschaft für Sonder-EDV-Anlagen mbH, Hofheim
  2. Softwareentwickler (m/w/d) .NET
    IBC SOLAR AG, Bad Staffelstein
Detailsuche

Dmitri Rogosin, der Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos sagte in einem Interview mit dem Journalisten Wladimir Solowjow, dass die Sicherheit der Raumstation nicht beeinträchtigt sei. Die Trümmerteile würden überwacht. "Wir tauschen diese Informationen mit dem Verteidigungsministerium aus, um die ISS vor unangenehmen Abenteuern zu bewahren", sagte Rogosin.

Am Montag musste sich die siebenköpfige Besatzung wegen einer befürchteten Kollision mit Weltraumschrott in zwei an der Station angedockten Raumschiffen in Sicherheit bringen. Unter ihnen war der deutsche Astronaut Matthias Maurer. Einen Tag später bestätigte Russland, sein Militär habe eine Anti-Satelliten-Rakete getestet und den ausgedienten Satelliten Zelina-D abgeschossen.

Russland wurde scharf kritisiert

International gab es viel Kritik an der Aktion, weil Russland damit die Sicherheit der ISS gefährdet habe. Der deutsche Raumfahrtkoordinator Thomas Jarzombek sagte Golem.de zu dem Vorgang: "Das ist unfassbar verantwortungslos und macht die friedliche Nutzung des Weltraums viel, viel schwerer. Dass Russland dabei auch das Leben der eigenen Kosmonauten aufs Spiel setzt, zeigt den Zynismus dieser Aktion." Das Außenministerium der USA verurteilte den Abschuss als unverantwortlich.

Golem Akademie
  1. Elastic Stack Fundamentals – Elasticsearch, Logstash, Kibana, Beats: virtueller Drei-Tage-Workshop
    26.–28. Oktober 2021, Virtuell
  2. Einführung in die Programmierung mit Rust: virtueller Fünf-Halbtage-Workshop
    21.–25. März 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Die verbleibenden Trümmer beim Abschuss von Satelliten stellen eine Gefährdung aller Aktivitäten außerhalb sehr niedriger Erdorbits dar, in denen Trümmer durch die Luftreibung in kurzer Zeit abstürzen. Im Allgemeinen wird angenommen, dass Satelliten und Trümmer oberhalb von 600 km Flughöhe mehr als 25 Jahre im Orbit verbleiben.

Russland brauche solche Waffen

"Anti-Satelliten-Waffen werden in Russland seit langem entwickelt, das ist kein Geheimnis", sagte Rogosin zu dem Vorfall. Nun sei es an der Zeit gewesen, diese zu testen. Sein Land sollte über solche Waffen verfügen, meinte der Roskosmos-Chef. Russland sei besorgt, dass Satelliten des US-Geheimdienstes intensiv genutzt würden. Die Militarisierung des Weltraums gebe Anlass zur Beunruhigung.

Das für den Abschuss wahrscheinlich verwendete Nudol-Antisatellitensystem absolvierte vor sechs Jahren erstmals einen erfolgreichen Testflug. Das Prinzip ist im Grunde einfach: Eine Rakete wird gestartet und die oberste Raketenstufe zur Kollision mit dem Satelliten gebracht. Für einen Abschuss muss die Rakete keinen Orbit erreichen, sondern nur die notwendige Flughöhe. Die hohe Kollisionsgeschwindigkeit garantiert die vollständige Zerstörung des Satelliten. Die Steuerung mit Hilfe eines Radars und schnell agierender Raketendüsen muss aber sehr präzise sein.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Eisenoxid-Elektrolyse
Stahlherstellung mit Strom statt Kohle

Das Forschungsprojekt Siderwin entwickelt einen Prozess zur klimafreundlichen Stahlherstellung mittels direkter Elektrolyse.
Von Hanno Böck

Eisenoxid-Elektrolyse: Stahlherstellung mit Strom statt Kohle
Artikel
  1. Bitcoin und Co.: Kryptowährungen stürzen ab
    Bitcoin und Co.
    Kryptowährungen stürzen ab

    Bitcoin, Ether und andere Kryptowährungen haben ein schlechtes Wochenende hinter sich. Bitcoin liegt fast 20 Prozent unter dem Wert der Vorwoche.

  2. Arbeiten bei SAP: Nur die Gassi-App geht grad nicht
    Arbeiten bei SAP
    Nur die Gassi-App geht grad nicht

    SAP bietet seinen Mitarbeitern einiges. Manchen mag das zu viel sein, aber die geringe Fluktuation spricht für das Softwareunternehmen.
    Von Elke Wittich

  3. Lenovo Tab M10 zum Knallerpreis bei Amazon
     
    Lenovo Tab M10 zum Knallerpreis bei Amazon

    Das Tab M10 kostet bis Mittwoch deutlich weniger. Ein weiteres Highlight: der Microsoft Surface Laptop 4 ist um 250 Euro reduziert.
    Ausgewählte Angebote des E-Commerce-Teams

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Bosch Professional Werkzeug und Zubehör • Corsair Virtuoso RGB Wireless Gaming-Headset 187,03€ • Noiseblocker NB-e-Loop X B14-P ARGB 24,90€ • ViewSonic VX2718-2KPC-MHD (WQHD, 165 Hz) 229€ • Alternate (u. a. Patriot Viper VPN100 2 TB SSD 191,90€) [Werbung]
    •  /