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Nach Regierung und Telekom: United Internet steigt aus De-Mail aus

Kunden von GMX, 1&1 und Web.de können künftig den E-Mail-Dienst De-Mail nicht mehr nutzen. Nur noch ein Anbieter bleibt übrig.
/ Friedhelm Greis
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Infostand zur De-Mail auf der IFA 2012 (Bild: Odd Anderson/AFP/Getty Images)
Infostand zur De-Mail auf der IFA 2012 Bild: Odd Anderson/AFP/Getty Images

Der E-Mail-Dienst De-Mail verliert einen weiteren großen Anbieter. Nachdem die Deutsche Telekom schon im August 2022 die Unterstützung des Dienstes beendete, zieht nun auch United Internet mit den Angeboten GMX, 1&1 und Web.de einen Schlussstrich. Das geht aus einer Ankündigung auf der bisherigen Registrierungsseite(öffnet im neuen Fenster) hervor. Zuvor berichtete Heise.de über das Ende des Angebots(öffnet im neuen Fenster).

Auf der Registrierungsseite und einer Pressemitteilung vom 17. Mai 2024(öffnet im neuen Fenster) heißt es: "Die 1&1 De-Mail GmbH wird die De-Mail-Dienste der Marken Web.de, GMX und 1&1 innerhalb der nächsten zwölf Monate beenden. In den letzten Monaten hatte das Unternehmen das Ziel verfolgt, De-Mail weiter auszubauen und auf eine bessere wirtschaftliche Grundlage zu stellen. Dies hat aber zu keinen verwertbaren Ergebnissen geführt. Die 1&1 De-Mail GmbH wird den Betrieb und Kundenservice des Dienstes bis zur Schließung unverändert fortführen."

In einer Mail an die Kunden, die Golem.de vorliegt, schreibt das Unternehmen: "Wir werden in den nächsten Wochen mit weiteren Informationen auf Sie zu kommen. Es ist nicht notwendig, dass Sie Ihren De-Mail-Vertrag Ihrerseits kündigen. Dies wird mit der Einstellung des Dienstes automatisch durch uns passieren."

Eine Million Teilnehmer

Die Deutsche Telekom startete das De-Mail-Angebot auf der Cebit 2012 im Beisein der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Im Jahr 2014 beschloss die Bundesregierung die flächendeckende Einführung von De-Mail in der Bundesverwaltung. Im E-Government-Gesetz wurde das Verfahren trotz fehlender Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für sicher erklärt.

Die Dienste GMX und Web.de meldeten im August 2014(öffnet im neuen Fenster), dass sich bereits 800.000 Bürger eine De-Mail-Adresse vorab gesichert hätten. Allerdings war es vor einer offiziellen Zulassung erforderlich, seine Identität beispielsweise mit dem elektronischen Personalausweis nachzuweisen. Nach Angaben des offiziellen Informationsportals zur De-Mail(öffnet im neuen Fenster) gibt es "mehr als eine Millionen De-Mail-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer".

Die Bundesregierung kündigte im Mai 2023 den Ausstieg aus dem Angebot an. Damals kritisierte Jan Oetjen, CEO von GMX und Web.de, die Entscheidung. "De-Mail bleibt der einzige interoperable und verfügbare Standard für die rechtsverbindliche digitale Kommunikation in Deutschland, den wir weiter anbieten", sagte Oetjen der c't. Statt immer wieder neue isolierte Konzepte vorzustellen, solle man die bestehenden umsetzen und "in Interoperabilität denken".

Nach dem Ausstieg von United Internet bietet nur noch die Mentana Claimsoft GmbH (FP Digital Business Solutions) den E-Mail-Dienst an.


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