Nach Regierung und Telekom: United Internet steigt aus De-Mail aus

Der E-Mail-Dienst De-Mail verliert einen weiteren großen Anbieter. Nachdem die Deutsche Telekom schon im August 2022 die Unterstützung des Dienstes beendete , zieht nun auch United Internet mit den Angeboten GMX, 1&1 und Web.de einen Schlussstrich. Das geht aus einer Ankündigung auf der bisherigen Registrierungsseite(öffnet im neuen Fenster) hervor. Zuvor berichtete Heise.de über das Ende des Angebots(öffnet im neuen Fenster) .
Auf der Registrierungsseite und einer Pressemitteilung vom 17. Mai 2024(öffnet im neuen Fenster) heißt es: "Die 1&1 De-Mail GmbH wird die De-Mail-Dienste der Marken Web.de, GMX und 1&1 innerhalb der nächsten zwölf Monate beenden. In den letzten Monaten hatte das Unternehmen das Ziel verfolgt, De-Mail weiter auszubauen und auf eine bessere wirtschaftliche Grundlage zu stellen. Dies hat aber zu keinen verwertbaren Ergebnissen geführt. Die 1&1 De-Mail GmbH wird den Betrieb und Kundenservice des Dienstes bis zur Schließung unverändert fortführen."
In einer Mail an die Kunden, die Golem.de vorliegt, schreibt das Unternehmen: "Wir werden in den nächsten Wochen mit weiteren Informationen auf Sie zu kommen. Es ist nicht notwendig, dass Sie Ihren De-Mail-Vertrag Ihrerseits kündigen. Dies wird mit der Einstellung des Dienstes automatisch durch uns passieren."
Eine Million Teilnehmer
Die Deutsche Telekom startete das De-Mail-Angebot auf der Cebit 2012 im Beisein der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) . Im Jahr 2014 beschloss die Bundesregierung die flächendeckende Einführung von De-Mail in der Bundesverwaltung . Im E-Government-Gesetz wurde das Verfahren trotz fehlender Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für sicher erklärt .
Die Dienste GMX und Web.de meldeten im August 2014(öffnet im neuen Fenster) , dass sich bereits 800.000 Bürger eine De-Mail-Adresse vorab gesichert hätten. Allerdings war es vor einer offiziellen Zulassung erforderlich, seine Identität beispielsweise mit dem elektronischen Personalausweis nachzuweisen. Nach Angaben des offiziellen Informationsportals zur De-Mail(öffnet im neuen Fenster) gibt es "mehr als eine Millionen De-Mail-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer" .
Die Bundesregierung kündigte im Mai 2023 den Ausstieg aus dem Angebot an . Damals kritisierte Jan Oetjen, CEO von GMX und Web.de, die Entscheidung. "De-Mail bleibt der einzige interoperable und verfügbare Standard für die rechtsverbindliche digitale Kommunikation in Deutschland, den wir weiter anbieten" , sagte Oetjen der c't. Statt immer wieder neue isolierte Konzepte vorzustellen, solle man die bestehenden umsetzen und "in Interoperabilität denken" .
Nach dem Ausstieg von United Internet bietet nur noch die Mentana Claimsoft GmbH (FP Digital Business Solutions) den E-Mail-Dienst an.



