Nach Razzia bei Reseller: Geldstrafen für Nutzer eines illegalen Streamingdienstes
Nach Italien scheint nun auch Frankreich nach langer Zeit wieder Geldstrafen für die Nutzung illegaler Streamingdienste zu verhängen. Wie das Nachrichtenportal Torrentfreak(öffnet im neuen Fenster) unter Verweis auf französische Medien(öffnet im neuen Fenster) berichtet, sind die Behörden Frankreichs bei einer Razzia gegen einen Reseller an Daten von Nutzern eines illegalen IPTV-Anbieters gelangt. Diese sollen nun jeweils 300 bis 400 Euro Strafe zahlen.
Den Angaben zufolge ging Frankreich schon früher verstärkt gegen Online-Piraterie vor und nahm dabei vor allem Bittorrent-Nutzer ins Visier. Beim heutzutage gängigen Streaming gelangen die Strafverfolger aber oft nicht mehr so einfach an die IP-Adressen der Nutzer, so dass sich die Behörden jahrelang nur auf Betreiber und Reseller illegaler Dienste konzentrierten.
Bei der jetzigen Razzia gelangten die französischen Behörden aber wohl an Daten von 19 Abonnenten eines illegalen Streamingdienstes. Der Reseller hatte vermutlich Mail-Adressen, Zahlungsdaten oder andere Informationen gespeichert, die eine Identifizierung seiner Kunden ermöglichte. Der französische Fußball-Dachverband LFP zeigte die Nutzer daraufhin an. Nach einem Vergleich soll jeder von ihnen nun 300 bis 400 Euro zahlen.
Deutlich höhere Strafen möglich
Damit fallen die Strafen noch vergleichsweise milde aus. Die LFP betonte, das Gesetz sehe für derartige Vorfälle Geldstrafen von bis zu 7.500 Euro vor. Bei zukünftigen Verfahren dieser Art könnte es für Betroffene also deutlich teurer werden. Und auch bei der Anzahl der möglichen Verfahren gibt es offenkundig noch Spielraum. Berichten zufolge(öffnet im neuen Fenster) sollen in Frankreich mittlerweile bis zu zwei Millionen Nutzer auf illegale Fußball-Streams zugreifen.
In Italien wurden im vergangenen Jahr ebenfalls Geldstrafen gegen Nutzer eines illegalen IPTV-Dienstes verhängt. Dort ging es um insgesamt 2.282 Personen aus 80 verschiedenen Provinzen, die je nach Fall Strafen zwischen 154 und 5.000 Euro zahlen mussten.
Doch damit war es in Italien nicht getan. Der Streaminganbieter DAZN sowie die italienische Fußballliga Serie A stellten danach noch eigene Schadenersatzforderungen in Höhe von jeweils 500 beziehungsweise 1.000 Euro an die Nutzer. Ob auch auf die IPTV-Nutzer aus Frankreich noch weitere Forderungen zukommen, bleibt abzuwarten.
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