Vor Deutschland: Südafrika startet bald bereits sein zweites 5G-Netz
Nach dem Start von 5G durch Vodacom Lesotho will der Betreiber "in diesem Jahr 5G-Dienste in Südafrika auf den Markt bringen". Das gab Vodacom am 4. Februar 2020 bekannt(öffnet im neuen Fenster). "Dies ist dank eines kürzlich geschlossenen Roaming-Vertrags mit Liquid Telecom möglich, da das 5G-Spektrum in Südafrika größtenteils nicht zugewiesen ist", erklärte der Mobilfunkbetreiber.
Die beiden Unternehmen haben den Vertrag zur gemeinsamen Nutzung der Frequenzen von Liquid im 3,5-GHz-Band unterzeichnet.
Vodacom nimmt für sich in Anspruch, im August 2018 als erster Netzbetreiber in Afrika ein 5G-Netz im kleinen Lesotho im Süden des Kontinents gestartet zu haben. Chief Technical Officer Molupe Methepu von Vodacom Lesotho sagte CNN im November 2019, in dem Netzwerk werde eine durchschnittliche Datenübertragungsrate von 600 MBit/s erreicht. Methepu nannte das selbst "nicht sehr beeindruckend". Ziel sei es, 3 bis 4 GBit/s in Zukunft zu erreichen.
Vodacom ist mit 44,3 Millionen Kunden der führende Mobilfunkbetreiber in Südafrika, davon sind 38,2 Millionen Prepaid- und nur 6 Millionen Vertragskunden. Im vierten Quartal 2019 hatte Vodacom in Südafrika 484.000 Kunden hinzugewonnen, in anderen Ländern kamen im Berichtszeitraum 1,7 Millionen hinzu. Die Gesamtkundenzahl im afrikanischen Ausland beträgt 38,2 Millionen, eigene Netze betreibt Vodacom in Tansania, der Demokratischen Republik Kongo, Mosambik und Lesotho. Die britische Vodafone ist seit längerer Zeit Mehrheitseigner von Vodacom.
Liquid Telecom gab im vergangenen Monat bekannt, ein 5G-Netz aufzubauen, dass andere Betreiber vermarkten könnten. Es sei ab Anfang 2020 verfügbar und werde im 3,5-GHz-Spektrum laufen. Das Netz werde in großen südafrikanischen Städten verfügbar sein.
Vodacom und der Konkurrent MTN haben 5G-Piloten im Testspektrum der Regulierungsbehörde gestartet, das aber noch keinen kommerziellen Dienst erlaubt. Die Regulierungsbehörde Independent Communications Authority of South Africa (ICASA) will erst im April 2020 den Zeitplan für die Lizenzierung und Zuweisung von 5G-Frequenzen festlegen.
Der Mobilfunkbetreiber Rain, der nur Datendienste anbietet, hatte im November 2019 ein Fixed-Wireless-5G-Netzwerk in Johannesburg und in der Metropolgemeinde City of Tshwane Metropolitan Municipality in der südafrikanischen Provinz Gauteng gestartet. Erreicht wird laut einem Test von Mybroadband(öffnet im neuen Fenster) im Januar 2020 eine durchschnittliche Datenrate von 500 MBit/s, der Netzbetreiber Rain spricht von 900 MBit/s und durchschnittlich 250 MBit/s.
Rain hofft, 5G im Jahr 2020 auch in Kapstadt und Durban einführen zu können. 250 5G-Sites würden gegenwärtig betrieben. Der Monatspreis beträgt 1.000 Rand, was umgerechnet 61,40 Euro sind. Das Datenvolumen ist unbeschränkt. Deutschland verfügt noch nicht über ein so breit ausgebautes Fixed-Wireless-5G-Netzwerk.
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