Nach Punkteklau: Payback erwägt besseren Schutz von Guthaben

Nach dem umfangreichen Hack von Nutzerkonten will der Kundenkartenanbieter Payback seine Sicherheitsvorkehrungen erhöhen. Unter anderem werde ähnlich wie beim Onlinebanking eine Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA) in Erwägung gezogen, sagte eine Unternehmenssprecherin der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) laut Vorabbericht(öffnet im neuen Fenster) . Zuvor hatte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen über "dubiosen Punkteklau" bei Nutzern des Rabattsystems berichtet(öffnet im neuen Fenster) .
Demnach beschwerten sich Betroffene zuletzt vermehrt über leer geräumte Punktekonten, die bei Supermärkten und Discountern eingelöst worden seien. Payback habe auf Anfrage der Verbraucherschützer bestritten, für die Vorfälle verantwortlich zu sein. "Payback hat keine Sicherheitslücke" , schreibt das Unternehmen auf seinen Internetseiten(öffnet im neuen Fenster) . Deshalb erstatte es "gestohlene Punkte leider nicht zurück" . Das Problem sei "Internetkriminalität" , die unter anderem davon profitiere, dass Kunden schwache Passwörter wie "123456" wählten oder auf Phishing-Mails klickten.
"Die Zahl der Fälle ist gestiegen, seit es Corona gibt" , sagte eine Payback-Sprecherin der WAZ. In den vergangenen Monaten seien extrem viele Phishing-Mails im Netz unterwegs gewesen, mit denen Nutzer auf gefälschte Firmenseiten gelockt worden seien. Das System solle nun mit einem zweiten Faktor sicherer gemacht werden. Allerdings soll damit nicht das Konto abgesichert werden, sondern lediglich das Einlösen der Punkte. Dazu müsse künftig "ein spezieller Code eingegeben werden, der unmittelbar zuvor auf das Smartphone des rechtmäßigen Kontoinhabers geschickt wurde" , schreibt die WAZ.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt Nutzern hingegen, schnellstmöglich die Einlösung der Punkte zu starten. Dabei sollten sie anstelle einer Prämie im Prämienshop die Auszahlung der Punkte in Euro und Cent wählen oder sich für den Einkauf einen Gutschein ausstellen lassen. Denn viele Payback-Prämien würden bei anderen Händlern oft "drastisch günstiger" angeboten.