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Nach Papst-Enzyklika: Plädoyer für "ethische KI" und Wunsch nach mehr Debatte

Die Warnungen von Papst Leo XIV. vor der Gefahren einer ungezügelten KI stoßen bei Politik und Wirtschaft auf Zustimmung. Vor allem bei Anthropic.
/ Friedhelm Greis
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Bundesdigitalminister Karsten Wildberger plädiert für eine "ethische KI". (Bild: Tobias Schwarz/AFP/Getty Images)
Bundesdigitalminister Karsten Wildberger plädiert für eine "ethische KI". Bild: Tobias Schwarz/AFP/Getty Images
Inhalt
  1. Nach Papst-Enzyklika: Plädoyer für "ethische KI" und Wunsch nach mehr Debatte
  2. Anthropic-Mitbegründer Olah warnt vor KI-Gefahren

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger begreift das KI-Rundschreiben von Papst Leo XIV. als Anstoß zur Entwicklung eigener Systeme in Deutschland und Europa. "Eine KI, die mit fremden Daten, nach fremden Werten und auf der Grundlage fremder Geschäftsmodelle trainiert wurde, macht uns abhängig – und sie muss nicht dem entsprechen, was wir selbst für richtig halten", sagte der CDU-Politiker der Rheinischen Post(öffnet im neuen Fenster).

Wenn Technologie dem Menschen dienen solle, sei es wichtig, diese selbst zu gestalten. "Nicht nur regulieren. Sondern entwickeln, prägen und verantworten. Ethische KI aus Deutschland und Europa ist deshalb eine Voraussetzung für demokratische Selbstbestimmung im digitalen Zeitalter", sagte Wildberger weiter.

Warnung vor neuem Turmbau zu Babel

Der Papst veröffentlichte am 25. Mai 2026 seine erste Enzyklika. Der lateinische Titel Magnifica Humanitas lässt sich als "großartige Menschlichkeit" übersetzen.

Leo XIV. spielt in dem mehr als 100-seitigen Dokument(öffnet im neuen Fenster) auf den biblischen Turmbau zu Babel an und kritisiert "die Vergötterung des Profits, die die Schwachen opfert; die Einförmigkeit, die Unterschiede nivelliert; den Anspruch einer einzigen – auch digitalen – Sprache, die in der Lage ist, alles, sogar das Geheimnis der Person, in Daten und Leistung zu übersetzen". Das stelle die Gefahr einer Entmenschlichung dar.

Dabei seien technologische Innovationen – einschließlich der künstlichen Intelligenz – nicht neutral: "Sie können Teilhabe und Gerechtigkeit fördern oder Ungleichheiten, Kontrolle und Ausgrenzung verstärken", schreibt der Papst. Laut Wildberger liegt in der Aussage des Papstes, dass KI moralisch nicht neutral ist, eine "entscheidende Einsicht".

Ähnlich äußerte sich Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. "Künstliche Intelligenz muss dem Menschen dienen und damit auch dem Gemeinwohl", sagte er der Rheinischen Post und verwies auf Beispiele wie die Früherkennung von Krankheiten oder den Bildungsbereich. "Entscheidend ist, dass wir die Chancen der KI verantwortungsvoll nutzen und klare Grenzen dort ziehen, wo Grundrechte, Sicherheit oder Menschenwürde berührt sind", sagte er weiter. Deutschland und Europa sollte "eine pragmatische KI-Entwicklung" ermöglichen.

Bei der Vorstellung der Enzyklika in Rom sprach auch Anthropic-Mitbegründer Christopher Olah.


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