• IT-Karriere:
  • Services:

Nach OLG-Urteil: Springer fordert Freifahrtschein bei Adblock Plus

Das OLG Köln hat das bezahlte Whitelisting durch Adblock-Plus-Anbieter Eyeo untersagt. Nun will der Axel-Springer-Verlag eine komplette Freischaltung seiner Werbung durch den Adblocker durchsetzen.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Axel-Springer-Verlag gibt im Streit mit Eyeo nicht nach.
Der Axel-Springer-Verlag gibt im Streit mit Eyeo nicht nach. (Bild: Krisztian Bocsi/Bloomberg via Getty Images)

Der Axel-Springer-Verlag und der Adblocker-Anbieter Eyeo streiten sich über die Auslegung eines Gerichtsurteils zum bezahlten Whitelisting von Werbung. Während der Verlag eine komplette Freischaltung von Werbung bei Nutzern von Adblock Plus fordert, will Eyeo nur sogenannte unaufdringliche Anzeigen durchlassen. Das Oberlandesgericht (OLG) Köln hatte in seinem Urteil vom vergangenen Juni das Geschäftsmodell von Eyeo für unzulässig erklärt. Demnach darf der Anbieter von Adblock Plus kein Geld für die Aufnahme von Springer-Webseiten in das sogenannte Acceptable-Ads-Programm verlangen. Das Blockieren von Anzeigen an sich hatte das OLG jedoch für zulässig erklärt.

Stellenmarkt
  1. KION Group AG, Frankfurt am Main
  2. DMG MORI Software Solutions GmbH, Pfronten

Gegen Hinterlegung einer Sicherheitsleistung in Höhe von einer Million Euro kann der Axel-Springer-Verlag von Eyeo nun verlangen, dass seine Webseiten wie Bild.de oder Welt.de ohne Bezahlung in das Programm für "unaufdringliche Werbung" aufgenommen werden. Diese Summe sei inzwischen hinterlegt worden, teilte der Verlag auf Anfrage von Golem.de mit. Doch Axel Springer will sich nicht an die Kriterien für unaufdringliche Werbung halten. Das Urteil enthalte alleine eine "Unterlassungsverpflichtung der Eyeo GmbH ­ und keine Mitwirkungspflicht der Axel Springer SE, das sogenannte Acceptable-Ads-Programm zu akzeptieren". Die Vorschrift, auf die das OLG Köln den Unterlassungsanspruch gegen die Eyeo gestützt habe, solle schließlich die wirtschaftliche Entscheidungsfreiheit der Marktteilnehmer schützen.

Springer legt Urteil anders aus

Der Verlag stützt sich dabei auf den Tenor des Urteils, worin es Eyeo untersagt wird, einen Adblocker mit entsprechenden Filterlisten zu betreiben, "wenn und soweit Werbung nur nach von den Beklagten vorgegebenen Kriterien und gegen Zahlung eines Entgelts der Klägerin nicht unterdrückt wird". Axel Springer fordert nun von der Eyeo GmbH, "die Filter ihres Programms so zu programmieren, dass dem Unterlassungsgebot genügt wird".

Das sieht Eyeo jedoch anders. Um kostenlos am Whitelisting-Programm teilzunehmen, müsse der Springer-Verlag seine "noch weit überwiegend eingesetzte aufdringliche Werbung auf weniger aggressive Werbemittel umstellen, und der Eyeo die entsprechenden URLs mitteilen", sagte ein Sprecher auf Anfrage von Golem.de. Das habe Springer bislang nicht getan. Damit zeige der Verlag, dass er "keinerlei Interesse an einem Kompromiss mit den Ablockernutzern hat".

Nun muss das Gericht darüber entscheiden, wie sein Urteil von den beiden Kontrahenten umgesetzt werden soll. Allerdings wäre es widersprüchlich, wenn die Richter auf der einen Seite die Funktion von Adblockern für zulässig erklärten, auf der anderen Seite aber Eyeo dazu verpflichteten, bestimmte Websites komplett freizuschalten und auf diesen sämtliche Werbung durchzulassen. Das endgültige Urteil in dem Streit wird ohnehin der Bundesgerichtshof (BGH) sprechen. Ein gesetzliches Verbot von Adblockern scheint nach Ansicht von Juristen derzeit nicht durchsetzbar und mit der Verfassung zu vereinbaren.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote

HeikoAdams 08. Okt 2016

Es kann Dir niemand verbieten, die Domains von Springer in Deiner Hosts-Datei auf den...

M_Q 08. Okt 2016

*Noin noin*

Anonymer Nutzer 07. Okt 2016

Danke. Kann ich mir meinen roman sparen. ^^ Springer scheint wohl so seine Probleme mit...

divStar 07. Okt 2016

Ich werde niemals und unter keinen Umständen erlauben. Digital kann ich mich Dank...

ibsi 07. Okt 2016

Ist das der Grund warum VW mit weniger als einem blauen Auge (in dt.) davon kommt?


Folgen Sie uns
       


Blackmagic Pocket Cinema Camera 6k im Test

Die neue Pocket Cinema Camera 6k von Blackmagicdesign hat nur wenig mit DSLR-Kameras gemein. Die Kamera liefert Highend-Qualität, erfordert aber entsprechendes Profiwissen - und wir vermissen einige Funktionen.

Blackmagic Pocket Cinema Camera 6k im Test Video aufrufen
Ryzen Mobile 4000 (Renoir): Lasst die Ära der schrottigen AMD-Notebooks enden!
Ryzen Mobile 4000 (Renoir)
Lasst die Ära der schrottigen AMD-Notebooks enden!

Seit vielen Jahren gibt es kaum Premium-Geräte mit AMD-Chips und selbst bei vermeintlich identischer Ausstattung fehlen Eigenschaften wie eine beleuchtete Tastatur oder Thunderbolt 3. Schluss damit!
Ein IMHO von Marc Sauter

  1. HEDT-Prozessor 64-kerniger Threadripper schlägt 20.000-Dollar-Xeons
  2. Ryzen Mobile 4000 AMDs Renoir hat acht 7-nm-Kerne für Ultrabooks
  3. Zen+ AMD verkauft Ryzen 5 1600 mit flotteren CPU-Kernen

IT-Gehälter: Je nach Branche bis zu 1.000 Euro mehr
IT-Gehälter
Je nach Branche bis zu 1.000 Euro mehr

Wechselt ein ITler in eine andere Branche, sind auf dem gleichen Posten bis zu 1.000 Euro pro Monat mehr drin. Welche Industrien die höchsten und welche die niedrigsten Gehälter zahlen: Wir haben die Antworten auf diese Fragen - auch darauf, wie sich die Einkommen 2020 entwickeln werden.
Von Peter Ilg

  1. Softwareentwickler Der Fachkräftemangel zeigt sich nicht an den Gehältern

Digitalisierung: Aber das Faxgerät muss bleiben!
Digitalisierung
Aber das Faxgerät muss bleiben!

"Auf digitale Prozesse umstellen" ist leicht gesagt, aber in vielen Firmen ein komplexes Unterfangen. Viele Mitarbeiter und Chefs lieben ihre analogen Arbeitsmethoden und fürchten Veränderungen. Andere wiederum digitalisieren ohne Sinn und Verstand und blasen ihre Prozesse unnötig auf.
Ein Erfahrungsbericht von Marvin Engel

  1. Arbeitswelt SAP-Chef kritisiert fehlende Digitalisierung und Angst
  2. Deutscher Städte- und Gemeindebund "Raus aus der analogen Komfortzone"
  3. Digitalisierungs-Tarifvertrag Regelungen für Erreichbarkeit, Homeoffice und KI kommen

    •  /