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Nach Musk-Übernahme: Rassismus und Desinformation auf Twitter nehmen zu

Nur 15 statt Hunderte Angestellte können momentan Tweets moderieren. Wegen Hassrede gesperrte Accounts werden vorerst nicht reaktiviert.
/ Daniel Ziegener
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Donald Trump bleibt vorerst weg. (Bild: John Cameron)
Donald Trump bleibt vorerst weg. Bild: John Cameron / Unsplash

Twitter schränkt offenbar den Zugang zu internen Moderationswerkzeugen ein. Das berichtet Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) . Die meisten Angestellten des Trust-and-Safety-Teams seien demnach aktuell nicht in der Lage, Konten zu sanktionieren, die gegen die Regeln zu Desinformationen oder Hassrede verstoßen. Statt Hunderter Angestellter hätten nun nur noch 15 die Möglichkeit dazu.

Das Unternehmen äußerte sich bislang nicht offiziell zu dem Bericht, jedoch kommentierte Twitters Head of Safety and Integrity die Meldung. "Das ist genau das, was wir (oder jedes andere Unternehmen) inmitten einer Unternehmensumstellung tun sollten, um die Möglichkeiten für Insiderrisiken zu verringern" , so Yoel Roth. "Wir setzen unsere Regeln immer noch in großem Umfang durch."

Nach der Übernahme sei die Nutzung rassistischer Begriffe einer Analyse des Network Contagion Research Institute zufolge(öffnet im neuen Fenster) sprungartig angestiegen. Yoel Roth bestätigte einen Anstieg(öffnet im neuen Fenster) . Das Unternehmen habe in den 48 Stunden nach der Übernahme mehr als 50.000 entsprechender Tweets erfasst. Allerdings würden diese nur von wenigen hundert Konten stammen, die er fast alle als Troll-Accounts einstufe.

Keine Änderungen, bevor ein Verfahren feststeht

In den USA stehen die Zwischenwahlen an, weshalb die Sorge vor Falschinformationen im Wahlkampf groß ist. "Wir bleiben wachsam gegenüber Versuchen, die Gespräche über die US-Zwischenwahlen 2022 zu manipulieren" , so Roth.

Sowohl Musk als auch Roth sagten, dass es bislang noch keine Änderungen an den Moderations-Regeln der Social-Media-Plattform gegeben habe. Der neue CEO kündigte an, ein Gremium einzurichten, "in dem sehr unterschiedliche Meinungen vertreten sind." Vor der Einberufung dieses Gremiums sollen allerdings "keine größeren Entscheidungen über Inhalte oder die Wiedereröffnung von Konten getroffen" werden.

"Twitter wird niemanden, der wegen eines Verstoßes gegen die Twitter-Regeln von der Plattform genommen wurde, wieder auf die Plattform lassen, bis wir ein klares Verfahren dafür haben, was mindestens noch ein paar Wochen dauern wird" , twitterte Musk(öffnet im neuen Fenster) am 2. November 2022.

Kritiker befürchten, dass Elon Musks Einstellung zur Meinungsfreiheit dazu führen kann, dass durch unkontrollierte Hassrede Nutzer von der Plattform vertrieben werden . "Die Grenzen der freien Rede beginnen dort, wo gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit anfängt und andere zu Schaden kommen" , sagte ein Spezialist für politische Kommunikation von der Amadeo-Antonio-Stiftung Golem.de.


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