Abo
  • Services:

Nach Missbrauchsvorwürfen: Die große Abrechnung mit Jacob Appelbaum

Das Tor-Projekt hat die Missbrauchs- und Vergewaltigungsvorwürfe gegen den Aktivisten und Hacker Jacob Appelbaum untersuchen lassen. Offenbar hatten viele in der Szene noch eine Rechnung mit ihm offen. Doch die schärfsten Beschuldigungen werden nicht mehr erwähnt.

Artikel veröffentlicht am ,
Appelbaum bei der Republica 2014
Appelbaum bei der Republica 2014 (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Das Anonymisierungs-Projekt Tor (The Onion Router) sieht die im vergangenen Juni erhobenen Missbrauchsvorwürfe gegen den prominenten Netzaktivisten Jacob Appelbaum im Wesentlichen als bestätigt an. "Viele Menschen innerhalb und außerhalb des Tor-Projekts haben von Vorfällen berichtet, bei denen sie von Jacob gedemütigt, eingeschüchtert, gemobbt und verängstigt wurden. Einige erlebten unerwünschtes, sexuell aggressives Verhalten von ihm", teilte Geschäftsführerin Shari Steele am Mittwoch in einem Blogbeitrag mit.

Stellenmarkt
  1. Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Stuttgart, Esslingen
  2. eco Verband der Internetwirtschaft e.V., Köln

Einige der Vorwürfe seien öffentlich bekanntgeworden, andere nicht, schreibt Steele weiter. Die Untersuchung habe ergeben, dass sich zwei weitere Personen unangemessen verhalten hätten. Diese seien nicht mehr am Tor-Projekt beteiligt.

Appelbaum schweigt weiter

Appelbaum hatte Anfang Juni in einem knappen Statement seinen Ausstieg aus dem Projekt bekanntgegeben. Unmittelbar danach hatten sich mehrere Frauen gemeldet, die angaben, von Appelbaum vergewaltigt und sexuell belästigt worden zu sein. "Wir haben bestätigt, dass die Vorkommnisse sich wie berichtet ereignet haben", sagte Steele auf Anfrage von The Verge. Von Vergewaltigungsvorwürfen ist dem Statement aber nicht die Rede.

Inwieweit Appelbaum selbst an der Untersuchung beteiligt war, geht aus der Stellungnahme nicht hervor. Das Projekt engagierte nach eigenen Angaben eine "professionelle Ermittlerin", die viele Beteiligte vernommen habe, um die Anschuldigungen zu überprüfen. Appelbaum hatte sich zuletzt am 6. Juni 2016 zu den Vorwürfen geäußert und sie als "komplett falsch" zurückgewiesen, seitdem aber geschwiegen.

Board ausgetauscht

Die Untersuchung der vergangenen Woche wurde offenbar von vielen Menschen genutzt, um offene Rechnungen mit Appelbaum zu begleichen. Dieser reagierte bislang nicht auf das Statement und ließ Anfragen von zahlreichen US-Medien bislang unbeantwortet.

Steele kündigte an, dass sich das Tor-Projekt neue Verhaltensregeln geben werde. Als Konsequenz der vergangenen Turbulenzen hatte das Projekt in diesem Monat bereits seine Führungsriege ausgetauscht. Betroffen waren die ehrenamtlichen Direktoren, die nicht operativ tätig sind. Unter den neuen Direktoren ist auch der bekannte Sicherheitsforscher Bruce Schneier.

Nachtrag vom 28. Juli 2016, 11:30 Uhr

Nach Angaben der New York Times war Appelbaum nicht an der Untersuchung beteiligt. Das berichtet die Zeitung unter Berufung auf eine Quelle, die nicht namentlich genannt werden wollte. Demnach wollte Appelbaum mit den Ermittlern persönlich oder über verschlüsselte Kommunikationswege sprechen. Da keine der beiden Forderungen erfüllt worden sei, habe er seine Teilnahme verweigert.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. ES Blu-ray 10,83€, Die nackte Kanone Blu-ray-Box-Set 14,99€)
  2. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)

Yoyo117 29. Jul 2016

_Unschuldsvermutung_, egal um wen es geht. Kommen Sie schon, Sie wollen doch nicht...

Quantium40 28. Jul 2016

Nein. Das ist so ungemein glaubwürdig, dass es glatt an eine Szene aus dem Film "Private...

Wary 28. Jul 2016

Also mir würden ja viele Bezeichnungen für eine zu über 90% von der US-Regierung (gro...

Thiesi 28. Jul 2016

Außer halt in Schweden.

Moe479 28. Jul 2016

ja das ist es, alle menschen sind von grundauf böse, und selbst wenn sie es nicht...


Folgen Sie uns
       


Nuraphone Kopfhörer- Test

Der Nuraphone bietet einen automatischen Hörtest, der den Frequenzgang des Kopfhörers je nach Nutzer unterschiedlich einstellt. Die Klangqualität des ungewöhnlichen Kopfhörers hat Golem.de im Test überzeugt.

Nuraphone Kopfhörer- Test Video aufrufen
Datenschutz: Nie da gewesene Kontrollmacht für staatliche Stellen
Datenschutz
"Nie da gewesene Kontrollmacht für staatliche Stellen"

Zur G20-Fahndung nutzt Hamburgs Polizei eine Software, die Gesichter von Hunderttausenden speichert. Schluss damit, sagt der Datenschutzbeauftragte - und wird ignoriert.
Ein Interview von Oliver Hollenstein

  1. Brexit-Abstimmung IT-Wirtschaft warnt vor Datenchaos in Europa
  2. Österreich Post handelt mit politischen Einstellungen
  3. Digitalisierung Bär stößt Debatte um Datenschutz im Gesundheitswesen an

Schwer ausnutzbar: Die ungefixten Sicherheitslücken
Schwer ausnutzbar
Die ungefixten Sicherheitslücken

Sicherheitslücken wie Spectre, Rowhammer und Heist lassen sich kaum vollständig beheben, ohne gravierende Performance-Einbußen zu akzeptieren. Daher bleiben sie ungefixt. Trotzdem werden sie bisher kaum ausgenutzt.
Von Hanno Böck

  1. Sicherheitslücken Bauarbeitern die Maschinen weghacken
  2. Kilswitch und Apass US-Soldaten nutzten Apps mit fatalen Sicherheitslücken
  3. Sicherheitslücke Kundendaten von IPC-Computer kopiert

CES 2019: Die Messe der unnützen Gaming-Hardware
CES 2019
Die Messe der unnützen Gaming-Hardware

CES 2019 Wer wollte schon immer dauerhaft auf einem kleinen 17-Zoll-Bildschirm spielen oder ein mehrere Kilogramm schweres Tablet mit sich herumtragen? Niemand! Das ficht die Hersteller aber nicht an - im Gegenteil, sie denken sich immer mehr Obskuritäten aus.
Ein IMHO von Oliver Nickel

  1. Slighter im Hands on Wenn das Feuerzeug smarter als der Raucher ist
  2. Sonos Keine Parallelnutzung von Alexa und Google Assistant geplant
  3. Hypersense-Prototypen ausprobiert Razers Rumpel-Peripherie sorgt für Immersion

    •  /