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Nach MIPS-Übernahme: Globalfoundries kauft CPU-Sparte von Synopsys

Prozessorkerne und Fertigung aus einer Hand: Globalfoundries kauft mit Arc zusätzliches Know-how, dessen Ursprung ein SNES-Co-Prozessor ist.
/ Johannes Hiltscher
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Die erste Generation des Super-FX-Chip auf der Cartridge von Starfox (Bild: Yaca2671, Wikimedia Commons)
Die erste Generation des Super-FX-Chip auf der Cartridge von Starfox Bild: Yaca2671, Wikimedia Commons / CC-BY-SA 3.0

Nach der Trennung von AMD war Globalfoundries (GF) jahrelang Auftragsfertiger, doch nach und nach holt sich das Unternehmen Prozessor-Know-how zurück. Nach der Übernahme von MIPS im Juli 2025 kauft GF Synopsys dessen Sparte Arc Processor IP Solutions ab(öffnet im neuen Fenster) .

Hierzu wurde eine verbindliche Vereinbarung geschlossen. Arc und seine Entwickler werden Teil von MIPS, das weiter unter dem bekannten Namen auftritt.

Neben einer Reihe von Prozessor-IP-Cores (für Intellectual Property) erhält GF mit der Übernahme insbesondere DSP- (Digital Signal Processor) und NPU-IP-Cores (Neural Processing Unit). Das Unternehmen will Kunden damit die Integration von KI erleichtern, mit den Arc-V-Kernen kommt zusätzliches RISC-V-Know-how zu MIPS.

Seit 2022 setzt MIPS selbst auf RISC-V und hat seine eigene Architektur aufgegeben. Eine Besonderheit von Arc ist, dass auch die Entwicklung anwendungsspezifischer Prozessoren (ASIPs) angeboten wird.

Zukauf stärkt Automobil-Portfolio

Viele der von Arc angebotenen Kerne sind ASIL-D-zertifiziert ( Automotive Safety Integrity Level(öffnet im neuen Fenster) ), was den Einsatz in sicherheitskritischen Bereichen ermöglicht. Mit eigenen Fertigungsprozessen für die Automobilindustrie kann GF dieser künftig Komplettpakete für kundenspezifische Systems-on-a-Chip (SoCs) anbieten.

Synopsys will sich, wie EE Times berichtet(öffnet im neuen Fenster) , künftig neben seiner Designsoftware stärker auf Schnittstellen-IP-Cores konzentrieren. Hier sind im Kontext von KI-Hardware die Anforderungen stark gestiegen, Kunden wollen höhere Speicher- und Kommunikationsbandbreiten.

Arc entstand mit Super-FX-Chip für SNES

Neben RISC-V bietet Arc auch noch eine gleichnamige eigene Architektur an. Sie wurde ursprünglich für den Super-FX-Chip(öffnet im neuen Fenster) entwickelt, der in einigen SNES-Spielen als Co-Prozessor für zusätzliche Effekte verbaut ist.

Entwickelt hat ihn das britische Spielestudio Argonaut Games – daher auch der Name: Arc steht für Argonaut RISC Core. Der Chip wurde unter dem Namen Mario(öffnet im neuen Fenster) – für Mathematical, Argonaut, Rotation, Input/Output – entwickelt, was auf einigen Packages auch aufgedruckt ist.


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