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Nach Maßnahmen gegen Konten-Sharing: Netflix gewinnt 5,89 Millionen Abonnenten dazu

Offenbar haben viele Netflix-Abonnenten ihre Drohung nicht wahrgemacht und das Abo gekündigt, als die Gebühr für erlaubtes Konten-Sharing eingeführt wurde.
/ Ingo Pakalski
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Netflix hat weltweit 238,39 Millionen Abonnenten. (Bild: Mike Blake/Reuters)
Netflix hat weltweit 238,39 Millionen Abonnenten. Bild: Mike Blake/Reuters

Der Plan von Netflix ging auf: Mit dem offiziell erlaubten Konten-Sharing in vielen weiteren Ländern gingen die Abozahlen wieder hoch. Im Rahmen dieser Maßnahmen müssen Abonnenten eine Zusatzgebühr bezahlen, um ein Netflix-Konto teilen zu können. Diese Extra-Mitgliedschaften wurden im Mai 2023 eingeführt. Damit sind es aktuell Netflix' erste Geschäftszahlen, die danach veröffentlicht wurden.

Im zweiten Quartal 2023 konnte Netflix durch diese Maßnahmen 5,89 Millionen neue Abonnenten gewinnen. Im Vorquartal waren die Unterkonten zuvor in ersten Ländern eingeführt worden, woraufhin die Abozahlen um 1,75 Millionen stiegen. Aktuell gibt es weltweit nun 238,39 Millionen zahlende Abonnenten.

In einer Golem-Umfrage vom Februar 2023 erklärten viele Netflix-Abonnenten, das Abo kündigen zu wollen, sobald das Konten-Sharing in Deutschland gestartet wird. Netflix liefert keine Zahlen dazu, wie viele Abonnenten das Unternehmen in Deutschland hat.

Unterkonto bringt Netflix juristischen Ärger

Nach Angaben des Unternehmens soll es zwar Kündigungen von Netflix-Abos gegeben haben. Diese seien aber geringer als die neu dazugekommenen Abonnenten, so dass es schließlich einen Kundenzuwachs gegeben habe, heißt es. Dadurch konnte Netflix den Umsatz(öffnet im neuen Fenster) von 7,97 Milliarden US-Dollar im Vorjahr auf 8,18 Milliarden US-Dollar steigern. Das ergibt einen Gewinn von 1,49 Milliarden US-Dollar – vor einem Jahr lag der Gewinn bei 1,44 Milliarden US-Dollar.

In einem nächsten Schritt will Netflix das erlaubte Konten-Sharing in weiteren Ländern einführen. In Deutschland kostet ein Netflix-Unterkonto monatlich 4,99 Euro , dazu kommen die normalen Abogebühren. Vor allem bei der Menge der verfügbaren Profile haben diese Unterkonten Nachteile : Obwohl nur ein Profil pro Unterkonto erlaubt ist, kommt dennoch beim Start der Netflix-App eine Profilauswahl, die damit eigentlich überflüssig ist.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) mahnte Netflix ab , weil der Streaminganbieter bei der Buchung eines Netflix-Unterkontos einen Bestellbutton unzulässig beschriftet hat. Das erfuhr Golem.de auf Nachfrage beim VZBV. Vor mehr als drei Jahren unterlag Netflix den Verbraucherschützern vor Gericht wegen des rechtswidrig beschrifteten Bestellbuttons für das normale Abo .


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