Nach Massenentlassung: US-Gewerkschaft UAW geht gegen Tesla vor

Leg dich nicht mit der Gewerkschaft an: Die einflussreiche Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) hat eine Beschwerde bei der US-Bundesbehörde National Labor Relations Board (NLRB) gegen Tesla eingereicht. Der US-Elektroautohersteller hatte kürzlich mehrere hundert Mitarbeiter entlassen.
Wie viele Mitarbeiter Tesla gefeuert hat, ist noch unklar. Es sollen zwischen 400 und 700 sein. Sie hätten nicht die von ihnen geforderte Leistung erbracht, so die Begründung des Herstellers . Es wurde aber auch spekuliert, dass Tesla lediglich Kosten sparen wollte. Gleichzeitig hat Tesla das Ziel, 1.500 Fahrzeuge vom Typ Model 3 zu bauen, weit verfehlt .
Tesla mag die Gewerkschaft nicht
In der Beschwerde an das NLRB(öffnet im neuen Fenster) wirft die UAW Tesla vor, unter den Entlassenen seien Viele, die sich für die Gewerkschaft engagierten. Die Tesla-Fabrik ist nicht gewerkschaftlich organisiert - das Unternehmen hat entsprechende Aktivitäten der UAW verhindert. Das NLRB ist eine Bundesbehörde, die die Einhaltung der Arbeitsgesetze überwacht, etwa was Tarifverhandlungen oder unfaire Arbeitspraktiken(öffnet im neuen Fenster) angeht.
Die UAW hält den Vorwurf der Minderleistung für einen Vorwand. Tesla habe Gewerkschaftssympathisanten loswerden wollen. So seien Mitarbeiter gekündigt worden, die an Gewerkschaftsaktionen teilgenommen hatten. Damit habe Tesla weitere Aktivitäten der Gewerkschaft verhindern wollen. Mitarbeiter seien eingeschüchtert oder schikaniert worden, wenn sie auf Kleidung oder anderen Gegenständen ein Abzeichen der Gewerkschaft getragen hätten.

In der Vergangenheit haben sich Mitarbeiter des US-Elektroautoherstellers über schlechte Arbeitsbedingungen und mangelnde Arbeitssicherheit beklagt. Eine Mitarbeiterin verklagte das Unternehmen Anfang des Jahres, weil sie als Frau benachteiligt worden sei. Sie sei für die gleiche Arbeit schlechter bezahlt worden als Männer, weniger qualifizierte Männer seien bei Beförderungen vorgezogen worden. Einem Mitarbeiter, der Anfang des Jahres über schlechte Bezahlung, viele Überstunden und einen hohen Krankenstand berichtete, hatte Tesla-Chef Elon Musk vorgeworfen, im Unternehmen für die Gewerkschaft zu agitieren.



