Nach Limux: Münchner IT-Referat verzögert Open-Source-Pläne

Das IT-Referat in München sollte Vorschläge für freie Software-Projekte vorlegen. Die FSFE kritisiert, dass dies bisher nicht geschah.

Artikel veröffentlicht am , Lennart Mühlenmeier
Das Rathaus in München
Das Rathaus in München (Bild: Luis Fernando Felipe Alves/Unsplash-Lizenz)

Im Mai 2021 entschied der Münchner Stadtrat, trotz des Aus für Limux fünf Open-Source-Projekte zu fördern. Dafür sollte das IT-Referat der Stadt Vorschläge entwerfen und veröffentlichen. Diese seien auch benannt, aber nicht öffentlich gemacht worden. "Geschehen ist seither - nichts", sagte nun die Stadträtin Judith Greif, die für die Grünen die IT koordiniert, dem Portal LinuxNews. Die Free Software Foundation Europe (FSFE) kritisiert diese Entwicklung.

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Die Projektliste solle zeitnah bei Github veröffentlicht werden. Greif sagte LinuxNews, dass die Arbeit des IT-Referats bisher daraus bestünde, "Eigenentwicklungen zaghaft auf einer [...] geschlossenen Codeplattform zu veröffentlichen, die irgendwie mit GAIA-X in Zusammenhang steht". Bei dieser Plattform handelt es sich laut LinuxNews um ein Gitlab, das direkt auf ein Login-Interface weiterleitet und scheinbar keine Inhalte offenbart. Greif bezeichnet die Instanz als "Rumpelplattform".

Alexander Sander, Policy-Berater bei der FSFE, sagte Golem.de: "Ich würde es gar keine Plattform nennen - gerade für den Austausch Freier Software". Die Freiheiten Freier Software bestehen laut der FSFE aus den Möglichkeiten, sie "verwenden, verstehen, verbreiten und verbessern" zu können. "Nicht eine dieser Freiheiten wird hier erfüllt", sagt er. Sander hofft, dass "das IT-Referat diesen Beschluss einfach umsetzen" würde.

Stolperlauf in der Verwaltung

Limux (Linux München) war lange Zeit die präferierte Distribution für Computer der Verwaltung in München. Dies änderte sich im Jahr 2017 unter der SPD- und CSU-geführten Regierung hin zu Microsoft Windows. Gegenüber LinuxNews berichtete Greif, dass das ehemalige Limux-Team aufgelöst sei, jedoch gerade an einer quellfreien Lösung für Video-Konferenzen bei "Nacht und Nebel (bzw. Corona)" arbeite.

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Nach dem Aus des prestigeträchtigen Limux-Projekts und dem Wechsel zurück zu Windows und Microsoft-Produkten hatte sich der neue Stadtrat im vergangenen Jahr erneut dafür ausgesprochen, künftig wieder Open-Source-Software zu präferieren. Ein erstes Maßnahmenpaket dazu wurde im Herbst 2021 vorgestellt. Damals begrüßte die FSFE den Strategiewechsel.

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