Nach Kritik von F-Droid: Google verteidigt Maßnahmen gegen bisheriges Sideloading

Google verteidigt die geplanten Einschränkungen beim Sideloading von Android-Apps und nennt weitere Details dazu, wie die neuen Regeln umgesetzt werden sollen. F-Droid wirft Google vor, dass damit alternative App-Stores nicht länger existieren könnten und die Monopolstellung des Play Stores weiter gefestigt werde.
Wer wie bisher eine Android-App auch abseits des Play Stores anbieten möchte, muss sich dafür im Play Store kostenpflichtig registrieren – die Gebühr beziffert Google mit 25 US-Dollar(öffnet im neuen Fenster) und behauptet, damit würden die Verwaltungskosten für die Registrierung getragen.
Bisher können Entwickler von Android-Apps ihre Apps per Sideloading anbieten und etwa über F-Droid vertreiben, ohne dafür an Google zahlen zu müssen.
Sideloading ohne Gebühr bleibt eingeschränkt bestehen
Die Änderungen beim Sideloading-Prozess hatte Google bereits im August 2025 vorgestellt , ließ allerdings viele Fragen offen. Im Rahmen einer solchen Registrierung müssen etliche persönliche Daten an Google übermittelt werden, wie etwa eine Ausweiskopie.
Google wolle Studenten und Hobby-Entwicklern die Möglichkeit geben, sich kostenlos für die Verteilung von Apps per Sideloading zu registrieren. Dann dürfe eine solche App allerdings nicht weit verbreitet werden und die Menge der Installationen werde beschränkt.
Offene Fragen
Genauere Angaben lässt das Unternehmen noch offen, so dass unklar ist, inwiefern das bisherige Sideloading weiterhin möglich sein wird. In jedem Fall wird der Vertrieb von Sideloading-Apps komplizierter als bisher und wer da nicht mitmacht, wird keine Apps mehr per Sideloading anbieten können.
Denn anders als bisher will Google schlussendlich darüber entscheiden, welche Apps auch per Sideloading auf die Geräte der Kunden gelangen dürfen. So werden sich Apps per Sideloading nur noch installieren lassen, wenn diese mit einer Google-Datenbank abgeglichen wurden und Sideloading somit meist nur noch möglich wäre, wenn eine aktive Internetverbindung besteht.
Zwar solle eine lokale Datenbank zur Verfügung gestellt werden, damit sich bekanntere Apps auch ohne Internetverbindung installieren lassen, aber es ist unklar, wie groß diese Datenbank sein wird und wie viele Apps darin enthalten sein werden. Die App-Prüfung wird eine neue Komponente in Android 16 sein, die Android Developer Verifier heißt.
Google nennt Sicherheit als Grund für verändertes Sideloading
Die Maßnahmen für die Änderungen von Sideloading-Apps werden mit Sicherheitsbedenken begründet. Damit wolle Google gegen Apps vorgehen, die ein schädliches Verhalten an den Tag legen und gegen Fälschungen bekannter Apps vorgehen. Das Unternehmen hatte zunächst versichert, dass der Inhalt einer App dabei nicht geprüft werde, nun wird eine Malware-Prüfung genannt.
Die Einhaltung weiterer Play-Store-Regeln werde es hingegen nicht geben, heißt es vom Unternehmen. Dabei gehe es nur um Apps, die einen hohen Schaden bei den Kunden anrichten könnten – diese würden dann vom Sideloading ausgeschlossen werden. Auf den meisten Android-Geräten läuft mit Play Protect bereits ein Dienst, der Apps auf Malware prüft.
Dieser Sideloading-Prüfprozess würde es Google auch erlauben, Apps zu blockieren, die dem Unternehmen nicht passen und keine Malware oder App-Fälschung darstellen. Derzeit ist unklar, wie weit Google hier gehen wird. Es wäre denkbar, dass dadurch App-Installationen verhindert werden, wenn sie etwa gegen die Nutzungsbedingungen von Youtube oder anderen Google-Diensten verstoßen.
Diese Möglichkeiten erhält Google
In der Vergangenheit klassifizierte Google Software als Malware und schaltete sie ab, wenn das Unternehmen mit dem Einsatz der entsprechenden Produkte nicht einverstanden war. So führten höhere Sicherheitsfunktionen für Browser-Erweiterungen für Chrome dazu, dass einige Werbeblocker ausgeschaltet wurden .
Durch diese Änderungen wird Google zur zentralen Anlaufstelle für die Verteilung von Android-Apps, auch wenn sie nicht über den Play Store angeboten werden. Das ist der Grund, dass F-Droid diese Änderungen scharf kritisiert und Regulierungsbehörden weltweit auffordert, dagegen vorzugehen.
Denn F-Droid geht ansonsten davon aus, dass die Alternative zum Play Store nicht länger bestehen kann und geschlossen werden müsste, wenn sich Entwickler in großer Menge weigern, den Registrierungsprozess bei Google zu durchlaufen.
Google will im September 2026 zunächst in Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand die neuen Regeln für das Sideloading von Android-Apps einführen. Ab 2027 ist dann die Ausweitung auf alle Länder geplant.