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Nach Kritik: Pornhub überarbeitet sein Bounty-Programm

Mit ihrem Bug-Bounty-Programm hat eine Pornoseite Schlagzeilen gemacht. Doch die Kommunikation mit den Hackern und die gezahlten Bountys sorgten für viel Kritik. Das Unternehmen verspricht jetzt Besserung.
/ Hauke Gierow
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Jetzt können Sicherheitsforscher Schwachstellen bei Pornhub melden. (Bild: Pornhub)
Jetzt können Sicherheitsforscher Schwachstellen bei Pornhub melden. Bild: Pornhub

Die Streamingseite Pornhub hat auf Kritik aus der Hackerszene reagiert und passt die Richtlinien des eigenen Bug-Bounty-Programms an, wie The Register(öffnet im neuen Fenster) berichtet. Das bei Hackerone gehostete Programm hatte in den vergangenen Wochen für viel Unmut gesorgt, weil immer wieder gemeldete Bugs als außerhalb des Programms gewertet wurden und nur relativ geringe Beträge tatsächlich an Hacker ausgeschüttet wurden. Daher soll es jetzt mehr Geld und klarere Rahmenbedingungen geben.

Das Programm soll auch personell besser ausgestattet werden, damit Pornhub schneller und umfassender auf Bugreports reagieren kann. "Das ist unser erstes Bug-Bounty-Programm und es war eine steile Lernkurve" , sagte ein Mitarbeiter des Unternehmens zu The Register.

Es soll auch mehr Geld geben

Außerdem werden die einzelnen Bountys nach oben korrigiert. Davon profitieren auch Hacker, die bereits erfolgreich Bugs gemeldet haben. "Wir wollen fair zu allen Sicherheitsforschern sein, deswegen haben wir rückwirkend alle gezahlten Bountys an die neuen Sätze angepasst" , sagte der Mitarbeiter. Theoretisch zahlt Pornhub schon jetzt bis zu 25.000 US-Dollar, doch der Betrag wurde bislang nicht erreicht. Auf der Profilseite(öffnet im neuen Fenster) bei Hackerone ist ersichtlich, dass Pornhub in den vergangenen Tagen zahlreiche Hacker erneut mit Geld bedacht hat.

Ausgegangen war die Kritik von dem Hacker Ciaran McNally, der bereits vor dem Start des öffentlichen Programms auf der Bugplattform angefragt wurde, Sicherheitslücken zu melden. Nicht-öffentliche Programme werden häufig von Unternehmen eingesetzt, um Erfahrungen mit Hackern und deren Anforderungen zu sammeln. Im Fall von Pornhub verlief die Lernkurve aber offenbar recht flach.

Die meisten der ausgezahlten Bountys sollen nur rund 50 US-Dollar betragen haben, auch bei anderen Sicherheitsforschern. Pornhub habe auch immer wieder bestimmte Sicherheitslücken als "out of scope" , also außerhalb der Reichweite des Programmes bezeichnet, schreibt McNally. So habe sich das Unternehmen Bountys auch für schwerwiegende Sicherheitslücken gespart.

Das Vertrauen zwischen Hackern und den Unternehmen ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg von Bounty-Programmen. Hackerone wertete dazu eigene Zahlen aus(öffnet im neuen Fenster) , die belegen sollen, dass eine offene und transparente Kommunikation und klare Rahmenbedingungen für die Akzeptanz eines Programms oft noch wichtiger sind als die Höhe der Bountys selbst.


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