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Nach KI-Eklat: ZDF beruft New-York-Korrespondentin ab

Die Korrespondentin hat in einem Beitrag ein KI -generiertes Video verwendet, das trotz Wasserzeichen auch von der Redaktion übersehen wurde.
/ Mike Faust
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Der beanstandete Beitrag enthielt nicht nur KI-Material, sondern auch eine Szene aus dem Jahr 2022. (Bild: Beata Zawrzel via Reuters Connect)
Der beanstandete Beitrag enthielt nicht nur KI-Material, sondern auch eine Szene aus dem Jahr 2022. Bild: Beata Zawrzel via Reuters Connect

Das ZDF hat die New-York-Korrespondentin Nicola Albrecht mit sofortiger Wirkung abberufen. Laut einer Mitteilung des Senders in eigener Sache(öffnet im neuen Fenster) hat Albrecht gegen journalistische Standards und interne Richtlinien verstoßen.

Am 13. Februar 2026 berichtete Albrecht für das Mittagsmagazin und das heute journal über Festnahmen durch die US-amerikanische Einwanderungsbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement), unter anderem in New York, und die Angst von Kindern vor derartigen Aktionen.

Während der Beitrag für das Mittagsmagazin laut dem ZDF nicht zu beanstanden war, wurde der Beitrag von Albrecht für das heute journal um zwei Videosequenzen ergänzt. Die erste zeigte eine Festnahme im US-Bundesstaat Florida im Jahr 2022, die zweite war KI-generiert.

Schlussredaktion hätte Beitrag auffallen müssen

Ohne journalistische Begründung und ohne eine entsprechende Einordnung hätte das KI-generierte Material nicht verwendet werden dürfen, so das ZDF. Zudem sei bei der ersten Szene versäumt worden, deren Ursprung nach journalistischen Standards zu überprüfen. Auch hätte der Schlussredaktion des heute journals bei der Abnahme des Beitrages auffallen müssen, dass er KI-generiertes Material enthalten habe.

ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten erklärte dazu: "Der Schaden, der durch die Missachtung journalistischer Regeln entstanden ist, ist groß. Es geht im Kern um die Glaubwürdigkeit unserer Berichterstattung. Wir erarbeiten zurzeit einen Maßnahmenkatalog, um mit aller Konsequenz sicherzustellen, dass die hohen journalistischen Standards, denen wir verpflichtet sind, jederzeit und uneingeschränkt eingehalten werden."

Eine Studie aus dem Jahr 2024 ergab, dass Leser hohe journalistische Standards und unvoreingenommene Berichte erwarten, um Medien zu vertrauen. Fließt künstliche Intelligenz in die Produktion von Nachrichten ein, stößt das bei vielen Menschen auf Skepsis.

In der Forschung wird auch aus diesem Grund daran gearbeitet, manipuliertes Filmmaterial oder auch ultrarealistische KI-Videos zu erkennen . Im Falle des ZDF-Beitrags war im im verwendeten KI-Video allerdings sogar noch das Wasserzeichen des KI-Tools Sora zu sehen.


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