Nach interner Kritik: Nvidia rudert bei Rechenzentrums-Umsatzbeteiligung zurück
Noch nicht einmal zwei Monate ist es her, dass Nvidia ein Konzept für neue Einnahmen vorgestellt hat: Unter dem Namen DSX AI Factory wollte der Konzern die Finanzierung von Rechenzentren unterstützen, um dann an den Einnahmen mitzuverdienen. Doch die Pläne liegen, wie das Wall Street Journal (WSJ) berichtet(öffnet im neuen Fenster), vorerst auf Eis. Zumindest einige Verträge habe Nvidia vorläufig ausgesetzt, denn unternehmensintern habe es Bedenken gegeben.
Einige Mitarbeiter befürchteten demnach, das Konzept könne Nvidia eine Überprüfung durch die Wettbewerbsbehörden einbringen. Auch gebe es Bedenken, ob sich der Konzern so intensiv wie im Rahmen der DSX AI Factories vorgesehen in den Betrieb seiner Kunden einmischen sollte.
Denn laut WSJ plante Nvidia, zumindest einigen Partnerfirmen vorzuschreiben, an wen sie die erworbene Nvidia-Hardware vermieten dürfen. So sollten nur vom Konzern freigegebene Kunden Zugriff erhalten. Zudem habe Nvidia versucht vorzugeben, dass bevorzugt an kleine Kunden statt an einen großen vermietet werden sollte, denn das hätte eigenen Projekten Konkurrenz machen können.
Mindestpreis und Abnahmegarantie
Der Bericht offenbart auch einige neue Details zu Nvidias Plänen: So wollte der Konzern mit den Partnern, die die Rechenzentren bauen und die Rechenzeit vermarkten, einen Mindestmietpreis für die GPUs aushandeln.
Dieser sollte dazu dienen, Ausgaben und Abschreibungen des Betreibers zu decken. Von allen Einnahmen darüber hinaus sollte Nvidia 50 Prozent erhalten. Nvidia wollte im Gegenzug bei Finanzierung, Projektierung und Bau unterstützen und eine Abnahme der Rechenzeit garantieren, sofern der Betreiber sie nicht selbst vermarkten kann. Laut Nvidia gebe es Vereinbarungen über Abnahmegarantien mit einem Volumen von 36 Milliarden US-Dollar.
Ob Nvidia selbst weiter an dem Konzept festhält, bleibt abzuwarten. Immerhin machte es der Konzern bereits einer Reihe von Investmentgesellschaften schmackhaft.
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