Abo
  • Services:
Anzeige
Neues Zertifikat, kein neuer Key
Neues Zertifikat, kein neuer Key (Bild: Netcraft)

Nach Heartbleed: Neues Zertifikat, alter Key

Nach dem Heartbleed-Bug haben viele Administratoren Zertifikate für TLS-Verbindungen ausgetauscht. Viele haben dabei jedoch einen fatalen Fehler begangen: Sie erstellten zwar ein neues Zertifikat, aber keinen neuen Schlüssel.

Anzeige

Nach dem Heartbleed-Bug lautete der Ratschlag an Systemadministratoren: Zertifikate müssen jetzt ausgetauscht werden. Denn im schlimmsten Fall ist ein Angreifer mittels Heartbleed in der Lage, die privaten Schlüssel zu einem Zertifikat zu extrahieren.

Viele Administratoren sind dem auch nachgekommen. Nach einer Statistik, die die Webseite Netcraft veröffentlicht hat, haben etwa 43 Prozent der von Netcraft beobachteten Webseiten nach Heartbleed ihre Zertifikate erneuert. Doch die Statistik von Netcraft zeigt auch, dass etwa sieben Prozent davon offenbar einen kapitalen Fehler begangen haben: Sie haben zwar ein neues Zertifikat erstellt, aber den kryptographischen Schlüssel, der Teil eines jeden Zertifikats ist, nicht geändert.

Damit ist der Austausch der Zertifikate völlig nutzlos. Denn das neue Zertifikat soll davor schützen, dass Angreifer möglicherweise bereits vor oder kurz nach der öffentlichen Bekanntgabe von Heartbleed private Schlüssel extrahiert haben. Doch wenn derselbe private Schlüssel auch für das neue Zertifikat gilt, kann ein Angreifer damit nach wie vor Verbindungen abhören.

Manche Zertifizierungsstellen bieten ihren Kunden an, Zertifikate nicht komplett neu zu erstellen, sondern lediglich zu "erneuern". Das bedeutet, dass der User seinen privaten Schlüssel weiterhin nutzen kann und lediglich das Zertifikat selbst austauschen muss. Sonderlich empfehlenswert ist das allerdings nicht: Da die Erzeugung eines neuen Schlüssels nichts kostet und nur wenige Sekunden dauert, ist es besser, generell bei einem neuen Zertifikat auch einen neuen Schlüssel zu verwenden.

Netcraft weist darauf hin, dass Zertifizierungsstellen ein solches Wiederverwenden des Schlüssels bei zurückgezogenen Zertifikaten generell unterbinden sollten. Wenn ein Zertifikat zurückgezogen wird, geht man, anders als bei einem abgelaufenen Zertifikat, in der Regel davon aus, dass der private Schlüssel nicht mehr als sicher angesehen werden kann. Die Zertifizierungsstellen müssten lediglich eine Liste der Schlüssel von zurückgezogenen Zertifikaten vorhalten und neue Zertifikate damit vergleichen.

Neben dem Problem mit den wiederverwendeten Schlüsseln beobachtete Netcraft, dass bei vielen neuen Zertifikaten die zugehörigen alten Zertifikate nicht zurückgezogen wurden. Das betrifft etwa die Hälfte der neuen Zertifikate. Ein Grund dafür dürfte sein, dass manche Zertifizierungsstellen für das Zurückziehen von Zertifikaten Geld verlangen. Allerdings: Das Zurückziehen von Zertifikaten mittels des CRL- oder OCSP-Protokolls ist sowieso weitgehend nutzlos. Insofern dürfte das Zurückziehen in der Praxis auch nur einen geringen Sicherheitsgewinn bringen.


eye home zur Startseite
derdiedas 12. Mai 2014

... die meisten haben den Bug damit erledigt das Betroffene Produkt zu Patchen. Damit ist...

Ingwar 12. Mai 2014

Im Grundstudium haben wir sowas auch nicht gelernt - vielleicht einem der Schwerpunkte...

nirgendwer 11. Mai 2014

In dieser Kombination nicht unbedingt. Da hats doch wer nicht geglaubt und einen...

justanotherhusky 11. Mai 2014

Nicht böse sein, aber der einzig tiefere Sinn für wahrscheinlich 75% der...

neocron 11. Mai 2014

tolle auffassungsgabe!



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Bilfinger SE, Mannheim
  2. Hornbach-Baumarkt-AG, Neustadt an der Weinstraße
  3. Capgemini Deutschland GmbH, verschiedene Standorte
  4. Evangelischer Oberkirchenrat Stuttgart, Stuttgart


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-17%) 49,99€
  2. (-33%) 9,99€
  3. 15,99€

Folgen Sie uns
       


  1. ZBook G4

    HP stellt Grafiker-Workstations für unterwegs vor

  2. Messenger Lite

    Facebook bringt abgespeckte Messenger-App nach Deutschland

  3. Intel

    Edison-Module und Arduino-Board werden eingestellt

  4. Linux-Distribution

    Debian 9 verzichtet auf Secure-Boot-Unterstützung

  5. Markenrecht

    Apple verhindert Birnen-Logo

  6. Syberia 3 im Test

    Kate Walker erlebt den Absturz

  7. Space Launch System

    Nasa muss Erstflug der neuen Trägerrakete erneut verschieben

  8. CEO-Fraud

    Google und Facebook um 100 Millionen US-Dollar betrogen

  9. TKG-Änderungsgesetz

    Regierung will keinen Schutz vor Low-Speed und Abzocke

  10. Samsung

    Neue Galaxy-S8-Modelle erhältlich



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Quantencomputer: Alleskönner mit Grenzen
Quantencomputer
Alleskönner mit Grenzen

Spielebranche: "Ungefähr jetzt ist der Prinzessin-Leia-Moment"
Spielebranche
"Ungefähr jetzt ist der Prinzessin-Leia-Moment"
  1. id Software Nächste id Tech setzt auf FP16-Berechnungen
  2. Spielentwickler Männlich, 34 Jahre alt und unterbezahlt
  3. Let's Player Auf Youtube verkauft auch die Trashnight Spiele

DLR-Projekt Eden ISS: Das Paradies ist ein Container
DLR-Projekt Eden ISS
Das Paradies ist ein Container
  1. Weltraumschrott "Der neue Aspekt sind die Megakonstellationen"
  2. Transport Der Güterzug der Zukunft ist ein schneller Roboter
  3. "Die Astronautin" Ich habe heute leider keinen Flug ins All für dich

  1. Re: Ihr seid die Besten! Vom leicht...

    BananaGaming | 15:55

  2. Re: Och man...

    Majin23 | 15:54

  3. Wenn der Kunde Äpfel und Birnen nicht...

    Salzbretzel | 15:53

  4. Re: Apfel mit Birne verglichen ;) [kwT]

    Neuro-Chef | 15:52

  5. Re: Wartungsmodems

    sneaker | 15:52


  1. 16:00

  2. 15:26

  3. 15:18

  4. 14:51

  5. 14:19

  6. 14:00

  7. 13:24

  8. 13:17


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel