Nach Handyverkauf an Arbeitgeber: Keine Steuer für private Nutzung des Diensthandys

Das gilt auch, wenn das Handy vom Arbeitnehmer an den Arbeitgeber verkauft wurde, ganz gleich für welchen Preis, urteilte ein Gericht.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Wenn das Diensthandy auch privat genutzt werden darf...
Wenn das Diensthandy auch privat genutzt werden darf... (Bild: Pixabay)

Wenn Arbeitnehmer das Diensthandy auch privat nutzen dürfen, muss für diesen Vorteil keine Lohnsteuer gezahlt werden. Das gilt auch dann, wenn ein Beschäftigter ein zuvor privates Handy für nur einen Euro an seinen Arbeitgeber verkauft und dann als Diensthandy zurückbekommen hat.

Stellenmarkt
  1. IT-Support (m/w/d)
    Robert Koch-Institut, Berlin
  2. Senior Business Analyst CRM (m/w/d)
    SOKA-BAU Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft, Wiesbaden
Detailsuche

Auf ein entsprechendes Urteil des Finanzgerichts München (Az.: 8 K 2656/19) weist der Bund der Steuerzahler hin. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da die Revision noch läuft.

Das Finanzgericht München musste den Fall eines Arbeitnehmers beurteilen, der sein privates Telefon zunächst an den Arbeitgeber verkaufte und dann dienstlich nutzte. Beide Parteien schlossen dazu einen Kaufvertrag über das Gerät zum Preis von einem Euro ab. Der Arbeitgeber übernahm die gesamten Kosten des Mobilfunkvertrags und führte darauf keine Lohnsteuer ab, wie es bei Diensttelefonen üblich ist.

Finanzamt kritisiert symbolischen Preis für Handy

Im Rahmen einer Lohnsteueraußenprüfung kam es allerdings zum Streit mit dem Finanzamt. Denn die Prüfer sahen in dem Handyverkauf an den Arbeitgeber einen sogenannten Gestaltungsmissbrauch. Der symbolische Preis von einem Euro sei nicht üblich, lautete die Begründung.

Golem Karrierewelt
  1. First Response auf Security Incidents: Ein-Tages-Workshop
    28.02.2023, Virtuell
  2. Advanced Python – Fortgeschrittene Programmierthemen: virtueller Drei-Tage-Workshop
    23.-25.01.2023, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Aus diesem Grund verlangten die Prüfer rückwirkend Lohnsteuer auf die vom Arbeitgeber getragenen Kosten des Mobilfunkvertrags. Die dagegen gerichtete Klage hatte jedoch Erfolg: Für die Steuerfreiheit des Telefons sei die Kaufpreishöhe unerheblich, entschieden die Richter.

Revision des Finanzamts wurde zugelassen

Die vom Finanzamt eingelegte Revision wurde vom Bundesfinanzhof zugelassen (Az.: VI R 51/20). Nun muss höchstrichterlich beurteilt werden, ob der Verkauf eines Mobiltelefons an den Arbeitgeber zu einem geringen Kaufpreis eine missbräuchliche Gestaltung ist und deshalb auf die Kosten für die Handynutzung Lohnsteuer anfällt.

Samsung Galaxy A72 Smartphone ohne Vertrag 6,7 Zoll Infinity-O FHD+ Display, 128 GB Speicher, 5,000 mAh Akku und Super-Schnellladefunktion, blau, 30 Monate Herstellergarantie [Exklusiv bei Amazon]

"Dennoch können sich Steuerzahler auf das Urteil stützen", heißt es beim Bund der Steuerzahler. Wenn das Finanzamt das Diensttelefon in einem ähnlichen Fall nicht anerkennt, sollte dagegen Einspruch eingelegt und das Urteil aus München zur Begründung genannt werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


kevla 27. Aug 2021

Hmm, naja, ich verstehe deine Sichtweise, man könnte es aber auch so sehen: Normales...

tom.stein 26. Aug 2021

Nein, Geld ist ein Wertersatz. Man "müsste" kein Geld benutzten. Und jede Firma kann...

Dakkaron 26. Aug 2021

Kann man denn Handyverträge weiterverkaufen? Das ist mir noch nie untergekommen. Und wenn...

Potrimpo 26. Aug 2021

Und das würde dann das vom AG finanzierte Diensthandys....?



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
El-Ali-Meteorit
Forscher entdecken zwei neue Minerale in einem Meteoriten

In einer Probe aus einem in Somalia niedergegangenen Meteoriten wurden zwei Mineralien entdeckt, die auf der Erde so bisher nicht gefunden wurden.

El-Ali-Meteorit: Forscher entdecken zwei neue Minerale in einem Meteoriten
Artikel
  1. Kraftfahrt-Bundesamt: Elektrischer Corsa sollte zur Abgasuntersuchung
    Kraftfahrt-Bundesamt
    Elektrischer Corsa sollte zur Abgasuntersuchung

    Das Kraftfahrt-Bundesamt ruft den Opel Corsa samt der Elektro-Variante zurück, weil ein Softwarefehler im Auto eine Messung verhindert.

  2. Recruiting: Personalauswahl mit KI kann Unternehmen schaden
    Recruiting
    Personalauswahl mit KI kann Unternehmen schaden

    Software ist objektiv und kennt keine Vorurteile, das macht Künstliche Intelligenz interessant für die Personalauswahl. Ist KI also besser als Personaler? Die Bewerber sind skeptisch und die Wissenschaft liefert keinen Beweis dafür.
    Ein Bericht von Peter Ilg

  3. Gerichtsurteil: MDR darf Facebook-Kommentare ohne Sendungsbezug löschen
    Gerichtsurteil
    MDR darf Facebook-Kommentare ohne Sendungsbezug löschen

    Öffentlich-rechtliche Sender begehen keine Zensur, wenn sie nicht strafbare Kommentare auf Facebook löschen. Manchmal sind sie eher dazu verpflichtet.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 bestellbar • Tiefstpreise: Crucial SSD 4TB 319€, Palit RTX 4080 1.499€, HTC Vive Pro 2 659€ • Alternate: Team Group SSD 512GB 29,99€, AOC Curved 27" 240 Hz 199,90€ • Samsung Cyber Week • Top-TVs (2022) LG & Samsung über 40% günstiger • AOC Curved 34" WQHD 389€ [Werbung]
    •  /