Nach Hack: Drohender Bauteilemangel in Autoindustrie durch Ransomware
Nach einem Ransomware-Angriff auf den Zulieferer Eberspächer drohen Lieferverzögerungen bei deutschen Autoherstellern.
Am 25. Oktober wurden Teile der Produktion und Verwaltung des Automobilzulieferers Eberspächer durch einen Ransomware-Angriff lahmgelegt. Damit dürfte die Versorgung der deutschen Automobilhersteller mit Komponenten für Abgas-, Heizungs- und Klimatechnik gefährdet sein, wie das Magazin Wirtschaftswoche berichtet.
Derzeit sei die Versorgung mit Bauteilen jedoch noch gesichert, teilten Hersteller wie Audi, BMW, Mercedes-Benz und VW der Wirtschaftswoche mit. Man beobachte die Lage aber weiterhin sehr genau. Laut dem Bericht der Wirtschaftswoche reichen Lagerbestände insbesondere für größere Bauteile üblicherweise nur ein bis zwei Wochen.
Einzelne Eberspächer-Werke sollen zwar inzwischen wieder einen Notbetrieb aufgenommen haben, dennoch wird mit monatelangen Lieferverzögerungen gerechnet. "Bei einer so schwerwiegenden Attacke drohen Unternehmen selbst unter besten Umständen wochenlange Produktionsstörungen", sagt Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach.
Experte rechnet mit Lieferengpässen
Er rechnet damit, dass es Monate dauern wird, bis der Automobilzulieferer seine Kunden wieder normal beliefern kann. "Die Cyberattacke auf Eberspächer bedeutet den nächsten Tiefschlag für eine Branche, die jetzt schon unter Chip- und Rohstoffmangel bei wichtigen Bauteilen ächzt."
Zwar haben Autohersteller für viele Fahrzeugkomponenten Verträge mit mehreren Lieferanten abgeschlossen, das schützt aber nicht vor Lieferengpässen. Ein zweiter Hersteller könne nicht aus dem Stand die doppelte Menge an Komponenten liefern. "Das bedeutet, dass wegen des Teilemangels möglicherweise bei einzelnen Baureihen schon in Kürze Produktionsstillstand droht und sich Autokäufer auf zusätzliche Wartezeiten einstellen müssen", warnt Experte Bratzel.
Dabei liegen die Lieferzeiten aufgrund des Chipmangels bei manchen Modellen ohnehin schon zwischen drei Monaten und einem Jahr. Auf der Automobilmesse IAA erklärte VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch, dass er mit einem Andauern der Chipkrise bis mindestens Mitte 2022 rechne.
Hilfe vom BSI abgelehnt
Ein Hilfsangebot des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zur Bewältigung des Angriffs soll Eberspächer jedoch ausgeschlagen haben. Ein entsprechendes Angebot bestätigte das BSI der Wirtschaftswoche. Das BSI "habe ein großes Interesse daran, die Cybersicherheit auch in der Wirtschaft zu erhöhen", erklärte ein Sprecher der Behörde. Dabei sei der Austausch mit Unternehmen, die von IT-Sicherheitsvorfällen betroffen seien, "auch für ein möglichst umfassendes Lagebild von besonderer Bedeutung."
IT-Sicherheit müsse für jedes Unternehmen Priorität haben, betonte BSI-Präsident Arne Schönbohm. Schwerwiegende Auswirkungen erfolgreicher Angriffe könnten so entscheidend gemindert werden. "Informationssicherheit muss daher als Daueraufgabe verstanden und strukturiert in den Unternehmen umgesetzt werden", betonte Schönbohm. Eine konsequente Netzwerksegmentierung, das Vorhalten funktionierender Backups, ein durchdachtes Patchmanagement sowie eingeübte Notfallprozesse seien die wichtigsten Schutzmaßnahmen.
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Den Zusammenhang verstehe ich nicht.
Vermutlich, weil du als einziger Profi auf Erden noch nicht da angerufen hast und denen...
Oh, das Gegenteil ist der Fall. Wir betreiben aktuell knapp 10.000 individuelle...
Jedenfalls genug, dass man nicht wegen irgend nen dahergelaufenen Makro-Virus den...