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Nach Geldstrafe: Nutzer sollen wegen illegalen Streamings zusätzlich zahlen

In Italien haben Tausende Nutzer eines illegalen Streamingdienstes bereits Geldstrafen gezahlt. Jetzt bitten auch Rechteinhaber zur Kasse.
/ Marc Stöckel
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Die Serie A fordert Schadenersatz von über 2.000 Fußball-Streamern aus Italien. (Bild: pixabay.com / jatocreate)
Die Serie A fordert Schadenersatz von über 2.000 Fußball-Streamern aus Italien. Bild: pixabay.com / jatocreate

Beim illegalen Streaming geschützter Inhalte geraten meist nur die jeweiligen Plattformbetreiber ins Visier der Rechteinhaber und Strafverfolger. Nicht so in Italien.

Wie Torrentfreak berichtet(öffnet im neuen Fenster) , mussten dort 2025 Tausende Abonnenten eines illegalen IPTV-Dienstes Geldstrafen zahlen. Zusätzlich fordert nun unter anderem die oberste italienische Fußballliga Serie A ebenfalls Schadenersatz.

Konkret geht es um 2.282 Nutzer aus 80 verschiedenen italienischen Provinzen. An deren Identitäten gelangten die Behörden durch eine Datenbank mit Zahlungsdaten und anderen persönlichen Informationen, die bei der Zerschlagung eines großen illegalen Streamingdienstes namens Pezzotto sichergestellt wurde.

Je nachdem, ob die Abonnenten bereits als Wiederholungstäter bekannt waren oder zum ersten Mal erwischt wurden, mussten sie zwischen 154 und 5.000 Euro Strafe zahlen. Im Herbst 2025 folgten zudem Schadenersatzforderungen von DAZN. Der Streaminganbieter verlangte jeweils 500 Euro, die die Nutzer zusätzlich zur Geldstrafe aufbringen sollten.

Eine Forderung nach der anderen

Diesem Beispiel folgt nun auch die Serie A. Die Fußballliga schrieb mehr als 2.000 ehemalige Pezzotto-Abonnenten an und forderte jeweils eine Schadenersatzzahlung von 1.000 Euro. Erste Zahlungen gingen italienischen Medienberichten zufolge(öffnet im neuen Fenster) bereits ein. Wie viele Nutzer tatsächlich zahlten, ist jedoch unklar.

Allen, die das Schreiben ignorieren, droht eine potenziell noch teurere Zivilklage. Obendrein bleibt abzuwarten, ob dies die letzte Forderung an die identifizierten Pezzotto-Nutzer ist. Es ist durchaus denkbar, dass noch weitere Rechteinhaber dem Beispiel von DAZN und der Serie A folgen. Für Betroffene wird das illegale Streaming damit zu einem unerwartet teuren Unterfangen.

Dass illegale Streamingdienste zerschlagen werden , ist keine Seltenheit . Dadurch gelangen Strafverfolger manchmal auch an Daten, die sich für Ermittlungen gegen Nutzer verwenden lassen. Erst kürzlich nahm der Betreiber von P-Stream seine millionenfach genutzte Streamingplattform aus Sorge vor teuren juristischen Auseinandersetzungen vom Netz .


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