Nach Firmenpleite: Gründer von Kryptobörse FTX bestreitet Betrugsvorwürfe

Der Gründer der insolventen Kryptobörse FTX, Sam Bankman-Fried, hat sich nach dem Zusammenbruch seines Firmenimperiums gegen Täuschungsvorwürfe verteidigt. "Ich habe nie versucht, Betrug an jemandem zu begehen" , sagte der 30-jährige US-Unternehmer am 30. November 2022 bei einer Konferenz in New York.
"Ich sah es als florierendes Geschäft und war schockiert davon, was diesen Monat passiert ist." Im Nachhinein schäme er sich. "Wir haben komplett versagt" , sagte Bankman-Fried mit Blick auf die milliardenschweren Risiken seines Krypto-Unternehmens. Er wurde auf der Konferenz in New York von den Bahamas zugeschaltet, wo seine Handelsplattform für Digitalwährungen ihren Hauptsitz hatte.
FTX war vor rund drei Wochen nach enormen Mittelabflüssen binnen weniger Tage kollabiert . Das Unternehmen galt zuvor als einer der größten Handelsplätze für Kryptowährungen. Milliarden an Kundengeldern konnten nicht ausgezahlt werden. Bankman-Fried, der in der Kryptobranche oft nur SBF genannt wird, gab am 11. November 2022 seinen Rücktritt bekannt und beantragte im US-Bundesstaat Delaware Insolvenz für das Unternehmen.
Schwere Vorwürfe gegen früheren FTX-Chef
Der neue FTX-Chef John Ray übernahm die Führung im Zuge des Konkursverfahrens und kritisierte seinen Vorgänger scharf : "Noch nie in meiner Karriere habe ich solch ein komplettes Versagen an Unternehmenskontrolle und so einen Mangel an vertrauenswürdigen Finanzinformationen erlebt."
In den USA laufen Ermittlungen und Sammelklagen gegen Bankman-Fried. Dieser beteuert, dass FTX genug Geld habe, Kunden dort auszahlen zu können. "Die US-Plattform ist vollkommen solvent" , sagte er am 30. November. Nach eigenen Aussagen lebt Bankman-Fried seit 2021 auf der Karibikinsel. Es ist unklar, ob er sich noch in die USA traut; eine entsprechende Nachfrage beantwortete er nicht.
Von seinem eigenen Vermögen sei nach dem FTX-Kollaps nicht mehr viel übrig. Er habe nur noch ein Bankkonto, auf dem rund 100.000 US-Dollar seien. Vor der Pleite schätzten Forbes und Bloomberg sein Vermögen zeitweise auf mehr als 26 Milliarden US-Dollar.



