Nach erster Verhaftung: FBI droht der Hackergruppe Shinyhunters
Das FBI hat weitere Verhaftungen von Mitgliedern der Hackergruppe Shinyhunters angekündigt. Zuvor gab die US-Bundespolizei zusammen mit der niederländischen Polizei die Verhaftung eines mutmaßlichen Anführers der Gruppe bekannt. Brett Leatherman, Stellvertretender Direktor des FBI, fordert die Hacker auf, einer Festnahme zuvorzukommen und sich zu stellen.
Ihm zufolge haben die Ermittler weitere Beteiligte bereits aktiv ins Visier genommen. "Je länger Sie sich darauf einlassen, desto mehr erfahren wir über Sie. Sie wissen, wie Sie uns finden können, und wir wissen, wie wir Sie finden können. Ich schlage vor, Sie melden sich zuerst bei uns, solange sie noch die Wahl haben", sagte Leatherman in einem am Dienstag veröffentlichten Video(öffnet im neuen Fenster).
Verhafteter soll Morde beauftragt haben
Ermittler würden weiterhin Informationen über die Mitglieder von Shinyhunters sammeln, so Leatherman weiter. Als Quellen nannte er beschlagnahmte Infrastruktur und bereits verhaftete Personen. Darüber hinaus könnte auch ein Laptop weitere Details liefern, das den Strafverfolgern in den Niederlanden bei der Verhaftung des mutmaßlichen Anführers in die Hände fiel.
Der niederländischen Polizei zufolge wurden auf dem Laptop umfassende Informationen über die Rolle des 24-Jährigen innerhalb der Shinyhunters sowie den kriminellen Aktivitäten der Gruppe gefunden, wie Bleeping Computer(öffnet im neuen Fenster) berichtet. Außerdem soll der Verdächtige den Auftrag für die Ermordung zweier nicht näher genannter Personen im Ausland erteilt haben. Ein Gericht in Rotterdam ordnete zudem Untersuchungshaft an.
Fehde zwischen FBI und Hackern
Mit seiner Warnung reagiert das FBI offenbar auch auf die jüngste Mitteilung der Shinyhunters. Darin bekennt sich die Gruppe zu einem Hackerangriff auf das FBI, bei dem unter anderen Personalakten des FBI kompromittiert wurden. Einem Bericht von 404Media(öffnet im neuen Fenster) zufolge soll es sich um Daten von Mitgliedern des Remote Operations Unit des FBI handeln, einer Abteilung, die sich mit Hacking-Operationen beschäftigt.
Allerdings sollen die Hacker nicht die Veröffentlichung der Daten planen, sondern mit dem Diebstahl auf eine im Mai veröffentliche Sicherheitswarnung des FBI(öffnet im neuen Fenster) über die Shinyhunters reagieren. Das FBI wirft der Gruppe unter anderem vor, ihre Opfer und deren Familienmitglieder zu bedrohen, um ihre Forderungen durchzusetzen.
Die Hackergruppe Shinyhunters bekannte sich zu mehreren, zum Teil schwerwiegenden Attacken. In der vergangenen Woche war ein Einbruch der Cyberkriminellen in Systeme des Dialysekonzerns Fresenius Medical Care bekannt geworden. Die Shinyhunters sollen aber hinter dem Angriff auf die EU-Kommission im März stecken, bei dem mehr als 350 GByte Daten erbeutet wurden.
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