Nach Einreiseverbot: Amazon, Microsoft und Expedia unterstützen Klage gegen Trump

Das Einreiseverbot für Bürger aus sieben muslimischen Staaten hat im Silicon Valley Proteste hervorgerufen. Doch für die IT-Firmen könnten sich weitere Einreisebeschränkungen der Trump-Regierung als gravierender erweisen.

Artikel veröffentlicht am ,
Amazon-Chef Jeff Bezos bei einem Treffen mit dem designierten US-Präsidenten Donald Trump im Dezember 2016
Amazon-Chef Jeff Bezos bei einem Treffen mit dem designierten US-Präsidenten Donald Trump im Dezember 2016 (Bild: Drew Angerer/Getty Images)

Der Logistikkonzern Amazon und des Reiseportal Expedia unterstützen eine Klage gegen das von US-Präsident Donald Trump beschlossene Einreiseverbot für Bürger aus sieben überwiegend muslimischen Ländern. Die beiden Firmen schließen sich einer Klage des US-Bundesstaates Washington an, mit deren Hilfe Trumps Exekutivbefehl vom vergangenen Freitag aufgehoben werden soll. Mit der Anordnung würden unter anderem die im Bundesstaat ansässigen Unternehmen geschädigt, heißt es in der Klage.

Inhalt:
  1. Nach Einreiseverbot: Amazon, Microsoft und Expedia unterstützen Klage gegen Trump
  2. Nur noch die Besten und Intelligentesten sollen in die USA

Darin werden neben Amazon und Expedia auch die in Seattle ansässigen Unternehmen Microsoft und Starbucks genannt. So habe der IT-Konzern Microsoft fast 5.000 ausländische Mitarbeiter nach dem sogenannten H-1B-Visaprogramm für besonders qualifizierte Arbeitskräfte eingestellt. Mindestens 76 Microsoft-Angestellte sollen aus den betroffenen Ländern Iran, Irak, Syrien, Somalia, Sudan, Libyen oder Jemen kommen.

Betroffene Mitarbeiter bei Reisen stark eingeschränkt

Bei Amazon arbeiten einer Erklärung zufolge 49 Menschen aus den sieben Staaten. Davon verfügten 47 über eine weitere Staatsangehörigkeit. Eine hochrangige Firmenanwältin, die in Libyen geboren sei und über einen britischen Pass verfüge, könne daher vorerst nicht mehr in die USA einreisen. Das Unternehmen habe die betroffenen Mitarbeiter angewiesen, vorerst nicht mehr die USA zu verlassen. Für sieben potenzielle Mitarbeiter, die aus den Ländern stammten, werde nach Möglichkeiten für einen anderen Arbeitsort als den USA gesucht.

Das Reiseportal Expedia befürchtet durch den Präsidentenerlass Nachteile für sein Geschäft und seine Mitarbeiter, aber auch für den weltweiten Tourismus. Derzeit seien etwa 1.000 Kunden aus den sieben Ländern betroffen, die Reisen mit Ausgangspunkt oder Ende in den USA gebucht hätten. Zudem könnten ein Teil der weltweit 20.000 Mitarbeiter nicht mehr zur Firmenzentrale in Bellevue bei Seattle reisen. Daher schränke der Erlass die Geschäftstätigkeit des Unternehmens ein.

Proteste im Silicon Valley

Seit dem vergangenen Wochenende hatten sich zahlreiche US-Firmen mehr oder weniger kritisch zu dem Einreiseverbot geäußert. An acht weltweiten Google-Standorten habe es am Montag Protestkundgebungen mit rund 2.000 Mitarbeitern gegeben, berichtete The Verge. Google-Mitarbeiter spendeten bereits zwei Millionen Dollar für Organisationen der Flüchtlingshilfe. Das Unternehmen legte noch einmal dieselbe Summe obendrauf. Der Mitfahrdienst Lyft hatte angekündigt, in den kommenden vier Jahren eine Million Dollar an die Bürgerrechtsorganisation ACLU zu spenden.

Dass die IT-Konzerne mit ihren verbalen Protesten und "Bedenken" (Microsoft, Adobe, Facebook) bei der Trump-Regierung etwas ausrichten können, ist eher unwahrscheinlich. Weitere Firmen planten daher juristische Schritte, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Demnach soll Github für Dienstag ein Treffen organisiert haben, um die gemeinsame Unterstützung einer Klage zu organisieren. Eingeladen seien unter anderem Vertreter von Google, Airbnb, Netflix, Dropbox, Cloudflare, Adobe und SpaceX. Die Firmen wollen ihre eigene Position als "Freund des Gerichts" (Amicus Curiae) darlegen.

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Nur noch die Besten und Intelligentesten sollen in die USA 
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bofhl 03. Feb 2017

scheint 100% der Fall zu sein! Liegt an der Art&Weise der Eingabe - da erscheint der...

koelnerdom 02. Feb 2017

Passiert :)

Trollversteher 02. Feb 2017

Richter "urteilen" nicht wilkürlich "subjektiv" sondern legen Gesetze unterschiedlich...

cuthbert34 02. Feb 2017

Ehrlich gesagt, mit was will er denn drohen? Ein Abschotten der USA? Strafzölle? Der...



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