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Nach Druck von FCC-Chef: Show von Trump-Kritiker Kimmel abrupt abgesetzt

Late-Night-Moderator Jimmy Kimmel hat sich kritisch über die Reaktionen nach dem Tod von Charlie Kirk geäußert. Auf Druck der FCC reagiert Disney schnell.
/ Friedhelm Greis
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Moderator und Emmy-Gewinner Jimmy Kimmel machte sich in seiner Show regelmäßig über Trump lustig. (Bild: Kevin Winter/Getty Images)
Moderator und Emmy-Gewinner Jimmy Kimmel machte sich in seiner Show regelmäßig über Trump lustig. Bild: Kevin Winter/Getty Images

Innerhalb weniger Wochen ist in den USA bereits die zweite Late-Night-Show mit einem prominenten Kritiker von US-Präsident Donald Trump abgesetzt worden. Anders als bei Stephen Colbert, der noch bis Mai 2026 bei CBS senden kann(öffnet im neuen Fenster) , ist die Sendung Jimmy Kimmels kurzfristig und unbefristet von dessen Sender ABC(öffnet im neuen Fenster) beendet worden. Hintergrund sind Äußerungen Kimmels im Zusammenhang mit der Ermordung des rechtspopulistischen Aktivisten Charlie Kirk.

Kimmel hatte in seiner Sendung vom 15. September 2025 gesagt(öffnet im neuen Fenster) : "Die Maga-Gang versucht verzweifelt, diesen Jungen, der Charlie Kirk ermordet hat, als alles andere als einen der ihren darzustellen, und tut alles, um daraus politisches Kapital zu schlagen." Neben Trump beschuldigt auch sein Vize James Vance eine angebliche "extreme Linke" , hinter dem Attentat zu stecken und Gewalt gegen politische Gegner zu tolerieren.

FCC-Chef droht mit Maßnahmen

Die Äußerungen Kimmels missfielen dem Chef der US-Medienaufsicht FCC, Brendan Carr. Er bezeichnete diese in einem Podcast mit dem rechtsgerichteten Moderator Benny Johnson(öffnet im neuen Fenster) als "konzertierte Aktion, um das amerikanische Volk zu belügen" . Er droht damit, dass es "zusätzliche Arbeit für die FCC geben würde" , wenn keine Maßnahmen gegen Kimmel ergriffen würden.

Carr rief lokale Sendestationen von ABC dazu auf, sich zu "wehren" und Berichterstattungen zu verhindern, die nicht "ihren lokalen Gemeinschaften" dienten. Der FCC-Chef sagte weiter: "Ehrlich gesagt, denke ich, dass es wirklich höchste Zeit ist, dass viele dieser lizenzierten Sender selbst gegen Comcast und Disney vorgehen und sagen: 'Hört zu, wir werden die Berichterstattung unterbinden, wir werden Kimmel nicht mehr ausstrahlen, bis ihr das geklärt habt'."

Senderkette Nexstar reagiert

Kurz nach Carrs Äußerungen erklärte Nexstar(öffnet im neuen Fenster) , Eigentümer von ABC-Tochterstationen in den USA, dass Kimmels Programm "auf absehbare Zeit" wegen der Äußerungen des Moderators vorzeitig beendet würde. Nexstar gab vor einem Monat bekannt(öffnet im neuen Fenster) , ein Konkurrenzunternehmen für 6,2 Milliarden Dollar zu übernehmen. Die Übernahme muss laut New York Times(öffnet im neuen Fenster) von der FCC geprüft werden.

Dem Bericht zufolge trafen Robert A. Iger, Vorstandschef von CBS-Eigentümer Disney, und Dana Walden, Co-Vorsitzende von Disney Entertainment, die Entscheidung, die Show abzusetzen. Kimmel hatte demnach geplant, in seiner Sendung vom Mittwochabend auf die Kritik an seinen Äußerungen einzugehen. Die Chefs von Disney hätten jedoch beschlossen, die Sendung vor Beginn der Aufzeichnung auszusetzen. Der Vorstand sei nicht in die Entscheidung einbezogen worden.

Trump fordert weitere Absetzungen

US-Präsident Trump begrüßte die Absetzung der Show. "Gute Nachrichten für Amerika: Die Jimmy Kimmel Show, die mit niedrigen Einschaltquoten zu kämpfen hatte, wird abgesetzt. Herzlichen Glückwunsch an ABC, dass sie endlich den Mut hatten, das zu tun, was getan werden musste" , schrieb er auf seiner Plattform Truth Social(öffnet im neuen Fenster) . Er forderte den Sender NBC auf, dem Beispiel von ABC zu folgen und die verbliebenen Late-Night-Shows seiner Kritiker Jimmy Fallon und Seth Meyers ebenfalls abzusetzen. Nach dem Aus für Colberts Show hatte er bereits angedeutet, dass Kimmels Sendung ebenfalls beendet werden solle.

Der demokratische Politiker Chuck Schumer verurteilte den Druck der Trump-Regierung auf ABC scharf. "Trump und seine Verbündeten scheinen Meinungsäußerungen unterbinden zu wollen, die ihnen nicht gefallen. Das ist nicht das, was Demokratien tun. Das ist das, was Autokratien tun. Und es spielt keine Rolle, ob man mit Kimmel übereinstimmt oder nicht, er hat das Recht auf freie Meinungsäußerung. (...) So handeln Diktatoren, so würde Xi handeln, so würde Putin handeln. Wir sind nicht dieses Land" , sagte er dem Sender CNN(öffnet im neuen Fenster) .


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