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Nach Drohnensichtung: Abschussversuche an Arrow-3-Standort schlagen fehl

Versuche der Bundeswehr, Drohnen über dem Standort des Raketenabwehrsystems Arrow 3 in Brandenburg abzuschießen, blieben erfolglos.
/ Mike Faust
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Generalleutnant Holger Neumann, Inspekteur der Luftwaffe, verkündete am 3. Dezember 2025 die Inbetriebnahme von Arrow 3 in der Annaburger Heide. (Bild: Bundeswehr/Francis Hildemann)
Generalleutnant Holger Neumann, Inspekteur der Luftwaffe, verkündete am 3. Dezember 2025 die Inbetriebnahme von Arrow 3 in der Annaburger Heide. Bild: Bundeswehr/Francis Hildemann

Über dem Standort des Raketenabwehrsystems Arrow 3 in der Annaburger Heide (Schönewalde/Holzdorf) in Brandenburg wurden Anfang Dezember 2025 verdächtige Drohnen gesichtet. Wie NDR und WDR exklusiv berichten(öffnet im neuen Fenster) , sind Versuche der Bundeswehr gescheitert, diese abzuschießen.

Unter Berufung auf einen internen Untersuchungsbericht der Bundeswehr berichten die Nachrichtensender, dass sich der Vorfall zwei Tage vor der offiziellen Inbetriebnahme des Waffensystems ereignet haben soll.

Detektionssystem entdeckte Drohnen

Die Bundeswehr sichtete demnach am 1. Dezember 2025 gegen 16:40 Uhr zwei verdächtige Drohnen eines unbekannten Typs, die circa 100 Meter über der Radaranlage von Arrow 3 kreisten. Zuvor hatte ein Detektionssystem der Bundeswehr die Drohnen entdeckt.

Nach einer visuellen Bestätigung durch das Schnelle Reaktionselement (HRE) Heer sei die Freigabe erteilt worden, die Drohnen abzuschießen, heißt es weiter. Ein mit dem für die Drohnenabwehr entwickelten Feuerleitsystem Smash X4 ausgestattetes G27P-Sturmgewehr wurde dabei ohne Erfolg eingesetzt.

Im Bundeswehrbericht heißt es laut NDR und WDR dazu: "Die Drohne konnte nicht durch die eingesetzten Drohnenabwehrmittel bekämpft werden" und "anschließend verschob sich die Drohne und entzog sich der Sicht" .

Ermittlungen in früherem Vorfall eingestellt

Sowohl die Feldjäger als auch der Militärische Abschirmdienst (MAD) seien über den Vorfall informiert und es sei bei der Polizei Strafanzeige gestellt worden, heißt es weiter. Die Bundeswehr bestätigte einen Vorfall an der Radarstellung Annaburg dem WDR und NDR, machte aber keine Angaben zur Anzahl der Drohnen.

Zu möglichen Tätern und deren Motivation wurden keine Angaben gemacht. In einem ähnlichen Fall, bei dem im Januar und Februar 2025 an acht Tagen Drohnen über dem Bundeswehrstandort Schwesing in Schleswig-Holstein gesichtet worden waren, stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen im August 2025 ohne weitere Erkenntnisse ein.


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