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Nach Drohnenangriffen: Russland stört offenbar GPS im eigenen Land

Das US-Satellitennavigationssystem GPS ist über Moskau und anderen wichtigen Städten nicht verfügbar.
/ Werner Pluta
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GPS-Satellit (Symbolbild): Störungsgebiete von mehreren hundert oder sogar tausend Kilometern Größe. (Bild: US National Executive Committee for Space-Based Positioning, Navigation and Timing)
GPS-Satellit (Symbolbild): Störungsgebiete von mehreren hundert oder sogar tausend Kilometern Größe. Bild: US National Executive Committee for Space-Based Positioning, Navigation and Timing

Keine GPS-Signale über Moskau. In mehreren Städten im Westen Russlands ist das Signal des US-Satellitennavigationssystems Global Positioning System (GPS) gestört. Das könnte mit der aktuellen Entwicklung des Kriegs gegen die Ukraine zu tun haben.

Mehrfach wurden Ziele in Russland mit Drohnen angegriffen(öffnet im neuen Fenster) , darunter der aktuell nur militärisch genutzt Flughafen in Kursk und ein Gelände in Brjansk, dessen Nutzung der Geheimhaltung unterliegt. Beide Ziele liegen relativ nahe an der Grenze zur Ukraine.

Unmittelbar danach sei in taktisch wichtigen Gebieten in Russland das GPS-Signal gestört gewesen, berichtet das US-Technikmagazin Wired(öffnet im neuen Fenster) und beruft sich auf das estnische Sicherheitsunternehmen SensusQ.

Eine derart massive Störung habe es noch nicht gegeben, sagte SensusQ-Mitarbeiter Erik KaKannike zu Wired. Es seien Störungsgebiete von mehreren hundert oder sogar tausend Kilometern Größe ausgemacht worden.

Moskau und andere Städte haben kein GPS

In den Gebieten mit GPS-Störungen befinden sich wichtige Städte, darunter die Hauptstadt Moskau sowie Wolgograd, Smolensk und Samara. Auf der Karte des Webangebots GPSJam(öffnet im neuen Fenster) erscheinen die Störungen rot. Zu Beginn des Kriegs gab es die Störungen laut Wired nicht.

Die Daten stammen von Flugzeugen und werden von dem Webangebot ADS-B Exchange(öffnet im neuen Fenster) aggregiert. Es gibt also nur Daten von Gebieten, die überflogen werden, Diese erscheinen grün oder rot. Gebiete abseits der Flugrouten erscheinen grau. Das gilt auch für die Ukraine, die derzeit wegen des Kriegs nicht angeflogen wird.

Der Schluss ist naheliegend, dass das GPS-Signal gestört wird, um ukrainische Angriffe mit Drohnen zu verhindern. Die vom ukrainischen Militär eingesetzte türkische Drohne Bayraktar TB2 navigiert mit GPS. Russland hingegen hat mit Glonass ein eigenes Satellitennavigationssystem.

Es ist nicht das erste Mal, dass GPS im Ukrainekrieg gestört wird. Zu Anfang gab es mehrfach Berichte über Störungen von GPS. Zunächst war das System im Ostseeraum großflächig gestört , nahe der russischen Exklave Kaliningrad, im Baltikum sowie im Osten Finnlands. Später gab es Störungen in Gebieten, wo russische Truppen stationiert und in Kampfhandlungen verwickelt waren: rund um das Schwarze Meer, entlang der russischen Grenze sowie rund um Syrien. Auch in der Ukraine war GPS zeitweise nicht verfügbar .


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