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Nach Downgrade: Finnischer Ministerpräsident gibt Apple die Schuld

Apple hat nach Ansicht von Finnlands Regierungschef Alexander Stubb die beiden wichtigsten Branchen des Landes zerstört. Zuvor war Finnlands Kreditwürdigkeit von der Ratingagentur Standard & Poor's herabgestuft worden.
/ Thorsten Schröder
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Finnlands Ministerpräsident Alexander Stubb (Bild: Reuters / Ints Kalnins)
Finnlands Ministerpräsident Alexander Stubb Bild: Reuters / Ints Kalnins

Finnlands Regierungschef Alexander Stubb macht Apple für die Wirtschaftsflaute in seinem Land verantwortlich. Der US-Technikkonzern habe zwei wichtige Branchen schwer angegriffen. "Wir haben zwei Champions, mit denen es bergab gegangen ist" , sagte Stubb am Montag dem US-Fernsehsender CNBC(öffnet im neuen Fenster) . "So paradox es klingen mag, aber ich denke, man kann schon sagen, dass das iPhone Nokia gekillt hat, und das iPad die finnische Papierindustrie."

Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte Finnlands Kreditwürdigkeit am Freitag von AAA auf AA+ heruntergestuft. Sie begründete ihre Entscheidung mit einer schwachen Wirtschaftsentwicklung und der Nähe zum sanktionierten Russland. Zudem drohe Finnland eine längerfristige Stagnation angesichts seiner alternden Bevölkerung, der schrumpfenden Arbeiterschaft und nachlassender Nachfrage aus dem Ausland.

Finnland ist nach Angaben von CNBC der Hauptstandort für Europas größte Papierproduzenten UPM-Kymmene und Stora Enso. Für die finnische Volkswirtschaft ist dieser Sektor bedeutend. Laut dem Jahresbericht 2013 des finnischen Waldforschungsinstituts ( Finnish Forest Research Institute Metla(öffnet im neuen Fenster) ) hat es die Wald- und Papierindustrie in den vergangenen Jahren schwer getroffen. Das Land sei in einer "schlechten Verfassung" , was die Papierproduktion angehe. Das Institut prognostizierte zudem, dass die Produktion und der Export von Papier in diesem Jahr weiter zurückgehen werde. Tablet-Computer wie das iPad und E-Reader-Geräte stünden in direkter Konkurrenz zur traditionellen Zeitungsindustrie.

Hoffnung auf Besserung

Der finnische Hersteller Nokia stand in den späten 1990er und frühen 2000er Jahren noch an der Spitze der Mobiltelefonproduktion. Damit galt der Konzern als das Aushängeschild der finnischen Wirtschaft schlechthin. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Mittlerweile gehört Nokias Geräte- und Servicegeschäft dem US-Computerkonzern Microsoft . Die beiden Konzerne produzieren schon seit einigen Jahren zusammen Smartphones, die bei Kritikern zwar gut ankamen, aber angesichts starker Wettbewerber wie Apple und Samsung auf dem Markt kaum Fuß fassen konnten.

Der finnische Ministerpräsident zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die Branchen noch nicht verloren seien. "Die Waldwirtschaft kommt wieder auf die Beine angesichts Bioenergie und anderer Sachen. Und eigentlich ist ein neues Nokia entstanden: (Nokia) Networks." So laufe das in angespannten Zeiten, fügte Stubb hinzu, diese lösten jede Menge Innovationen aus. "Unsere Aufgabe im öffentlichen Sektor ist es nun, eine Basis dafür zu schaffen."


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