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Nach Doom: Schüler portiert Linux in ein PDF

Nach Tetris und Doom hat es nun sogar ein ganzes Linux -System in eine PDF -Datei geschafft. Der Bootvorgang fordert jedoch eine Menge Geduld.
/ Marc Stöckel
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Ein Linux-System in einer PDF-Datei (Bild: LinuxPDF / Screenshot)
Ein Linux-System in einer PDF-Datei Bild: LinuxPDF / Screenshot

Erst vor wenigen Wochen erweckte ein Highschool-Schüler mit dem von PDFtris inspirierten Projekt DoomPDF, mit dem sich der Videospielklassiker Doom in einer PDF-Datei spielen lässt, Aufsehen . Doch der junge Entwickler, der sich auf Github ading2210(öffnet im neuen Fenster) nennt, wollte noch mehr. Inzwischen hat er LinuxPDF veröffentlicht. Und wie der Name bereits erahnen lässt, läuft dabei ein ganzes Linux-System in einer PDF-Datei.

Wie ading2210 auf Github erklärt(öffnet im neuen Fenster) , liefert ein modifizierter RISC-V-Emulator, der auf TinyEMU(öffnet im neuen Fenster) basiert, die Grundlage für LinuxPDF. Ähnlich wie bei DoomPDF setzt der Entwickler die Grafikausgabe mit je einem Textfeld pro Zeile um. Die Felder werden jeweils mit ASCII-Zeichen befüllt, um eine monochrome Darstellung zu erhalten.

Steuern lässt sich das System über die im PDF integrierte virtuelle Tastatur. Auch Eingaben über die physische Tastatur sind nach einem Klick in das dafür vorgesehene Textfeld möglich, jedoch geht dies mit Einschränkungen einher. Eingaben wie "Del" oder "Enter" funktionieren beispielsweise nur über die virtuelle Tastatur. Befehle lassen sich also schnell eintippen, sie auszuführen erfordert aber mindestens einen zusätzlichen Mausklick.

Beeindruckendes Projekt mit großen Einschränkungen

Ein weiterer Engpass von LinuxPDF ist die Leistung. Das Linux-System reagiert extrem verzögert auf Eingaben und braucht auch sehr lange, um überhaupt zu booten. Laut ading2210 dauert der Bootvorgang mehr als 100-mal länger als gewöhnlich. "Leider gibt es keine Möglichkeit, dies zu beheben, da der JIT-Compiler der Version von V8, die für die PDF-Engine von Chrome verwendet wird, deaktiviert ist, was die Leistung beeinträchtigt" , schreibt der Entwickler diesbezüglich.

Darüber hinaus mangelt es LinuxPDF an einer Netzwerkkonnektivität, so dass sich nachträglich keine weiteren Anwendungen herunterladen und installieren lassen. Wer weitere Tools integrieren wolle, müsse diese schon beim Build-Prozess bereitstellen, erklärte ading2210 The Register(öffnet im neuen Fenster) . Zudem verfügt LinuxPDF über keinerlei Persistenz. Durchgeführte Änderungen sind also nach einem Neustart des Systems wieder verschwunden.

Wer LinuxPDF testen will, kann das mit einem Chromium-basierten Webbrowser direkt über einen von ading2210 bereitgestellten Link(öffnet im neuen Fenster) tun. Auf Wunsch lässt sich die PDF-Datei dort auch herunterladen und lokal ausführen. Bei einem Test der Redaktion gelang die Ausführung mit Chrome und Vivaldi problemlos. In Edge und Firefox hingegen ließ sich LinuxPDF nicht starten.


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