Firmware-Upgrades per TFTP

Um nicht nur das Empfangstelefon abhören zu können, müssen andere Telefone angegriffen werden. Dazu kommuniziert das Empfangstelefon mit dem Zieltelefon per SSH, was über das Netzwerk problemlos möglich ist. Zwar gibt es bei Firmware-Upgrades einen Sicherheitscheck über den TFTP-Server im Netzwerk, der auch Autorisierungsschlüssel berücksichtigt. Das angegriffene Telefon kann aber per ARP-Nachricht signalisieren, dass es selbst der TFTP-Server ist. Es muss nur schneller als der echte Server sein, was den Sicherheitsforschern zufolge leicht zu bewerkstelligen ist, da die zeitliche Kontrolle beim Angreifer liegt, während der echte TFTP-Server keine Anfragen erwartet. Als Server kann das übernommene Telefon dem Zieltelefon dann die Sicherheitsinformationen übermitteln. Diesen "SSH Authentication Bypass" nennen die Hacker ein "Feature", da hier keine Sicherheitslücke ausgenutzt wird. Ein Angriff über Telnet wäre schwieriger, was die Hacker dazu bewegte, die SSH-Implementierung schlechter einzustufen als Telnet.

Cisco weiß Bescheid

Stellenmarkt
  1. Full Stack Java Software-Entwickler (m/w/d)
    NOVENTI Health SE, verschiedene Standorte (Home-Office möglich)
  2. IT-Servicetechniker (m/w/d) - Bank Technologie
    GRG Deutschland GmbH, Hamburg
Detailsuche

Am 24. Oktober 2012 wurde der Hersteller über die Sicherheitslücken informiert, worauf er bereits am 2. November 2012 mit einem Patch reagierte. Bis zur Veröffentlichung dauerte es aber noch bis zum 20. November. Den Sicherheitspatch 9.3.1-ES10 gab Cisco jedoch nur auf besonderen Wunsch an seine Kunden aus, während ein normaler Download bis Mitte Dezember nicht möglich war. Die Hacker untersuchten diesen Sicherheitspatch, der recht Interessantes zeigte: Cisco hatte offenbar das Problem nicht in seiner Tragweite erfasst. Zwar funktionierte der Angriff, der eine Erschleichung höherer Rechte beinhaltete, nicht mehr. Stattdessen stürzte das Telefon nun jedoch ab. Aus einem Privilege Escalation Exploit wurde so ein Denial of Service Exploit. Nach ein paar Anpassungen des Angriffscodes konnten die Hacker zudem wie gewohnt Telefone übernehmen.

Die Entwickler bei Cisco hatten nämlich nur die Speicheradresse des Syscalls geändert, der für den Hack genutzt wurde. Sie leiteten ihn vom Adressraum des Kernels in den des Userspace um. Dort lässt sich eingeschleuster Code aber mit Root-Rechten ausführen.

Noch ist nicht bekannt, wann Cisco die Fehler endgültig beheben wird, zumal dieser erste Patch kein gutes Zeichen war. Einige der angreifbaren Telefone sind zudem im "End-of-Life"-Status. HP hingegen hatte bei den Druckerproblemen umfassend reagiert. Cui und Costello hoffen, dass Cisco diesem Beispiel folgen wird. Sie werden weiterhin Cisco-Telefone untersuchen, denn deren Verbreitung, die bis in Verteidigungsministerien reicht, ist zu groß für mangelnde Sicherheitsstandards.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Sicherheitslücken und Designfehler ermöglichen den Angriff
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3


SirFledermaus 02. Jan 2013

Laut dem Vortrag sind sogar diese 60 (oder die Meisten davon) SysCalls vulnerable...

SirFledermaus 02. Jan 2013

Über den AUX-Port baut das Ding ne Console-Session über RS232 auf. Darüber wird dann das...

SaSi 29. Dez 2012

weis zwar nicht ob das geht, wäre doch aber vorstellbar mit hp und tk?

Valentinouno 29. Dez 2012

Danke vielmals, ich bin auch neu hier.... :)



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Giga Factory Berlin
Warum Tesla auf über eine Milliarde Euro verzichten musste

Tesla kann die Milliarde Euro Förderung für die Akkufabrik Grünheide nicht beantragen - weil es sonst zu Verzögerungen beim Einsatz neuer Technik käme.

Giga Factory Berlin: Warum Tesla auf über eine Milliarde Euro verzichten musste
Artikel
  1. Paketboom zu Weihnachten erwartet: DHL startet in die heiße Phase
    Paketboom zu Weihnachten erwartet
    DHL startet in die heiße Phase

    DHL hat dieses Jahr viele Paketsendungen vom Lkw auf die Schiene verlagert, um die Klimabelastung zu verringern.

  2. Doppelbildschirm: Kickstarterprojekt Slide brauchte 6 Jahre bis zum Erfolg
    Doppelbildschirm
    Kickstarterprojekt Slide brauchte 6 Jahre bis zum Erfolg

    Das Kickstarter-Projekt Slidenjoy kann nach 6 Jahren seinen Doppelbildschirm Slide für Notebooks ausliefern.

  3. Black Friday 2021 - Deals am Cyber Monday bei Amazon & Co.
     
    Black Friday 2021 - Deals am Cyber Monday bei Amazon & Co.

    Nach gut drei Wochen voller Rabatte und Schnäppchen endet heute Abend mit dem Cyber Monday die Black Friday Woche.
    Ausgewählte Angebote des E-Commerce-Teams

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Black Friday Wochenende • WD Blue SN550 2 TB ab 149€ • LG UltraGear 34GP950G-B 999€ • SanDisk Ultra 3D 500 GB M.2 44€ • Boxsets (u. a. Game of Thrones Blu-ray 79,97€) • Samsung Galaxy S21 128GB 777€ • Premium-Laptops • Cooler Master V850 Platinum 189,90€ • Astro Gaming Headsets [Werbung]
    •  /