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Nach Datenpanne: Oracle zahlt 115 Millionen Dollar wegen Datenschutzverstößen

Eine Datenpanne bei der Firmentochter Bluekai kommt Oracle teuer zu stehen. Das Unternehmen macht zudem sein Werbegeschäft dicht.
/ Friedhelm Greis
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Oracle hat genug vom Werbegeschäft. (Bild: Mike Blake/Reuters)
Oracle hat genug vom Werbegeschäft. Bild: Mike Blake/Reuters

Der US-amerikanische Softwarekonzern Oracle hat sich in einer Sammelklage wegen Datenschutzverstößen auf einen Vergleich geeinigt. Gegen eine Zahlung von 115 Millionen US-Dollar werde der Rechtsstreit beigelegt, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Dokumente, die am 18. Juli 2024 vor einem Bundesgericht in San Francisco eingereicht wurden.

Hintergrund der Klage war eine Datenpanne bei der Firmentochter Bluekai . Im Juni 2022 war ein Sicherheitsexperte im Netz auf eine ungeschützte Datenbank mit Milliarden Nutzerdaten gestoßen. Die Datenbank soll Namen, Adressen, E-Mail-Adressen und weitere personenbezogene Angaben wie Zahlungsvorgänge enthalten haben. Ein zitiertes Beispiel: Ein Deutscher nutzte eine Prepaid-Geldkarte, um im April 2022 zehn Euro bei einem Sportwettenanbieter zu setzen. Gespeichert wurden Name, Telefonnummer und Adressdaten.

Im August 2022 reichten Johnny Ryan von der irischen Datenschutzorganisation Irish Council for Civil Liberties (ICCL), Michael Katz-Lacabe vom Center for Human Rights and Privacy (CeHRP) und Jennifer Golbeck von der Universität Maryland eine Sammelklage gegen Oracle ein(öffnet im neuen Fenster) . Die drei Personen "agieren im Namen von Internetnutzern weltweit, die Opfer von Datenschutzverletzungen durch Oracle wurden" , hieß es.

Oracle hat genug vom Werbegeschäft

Die Einnahmen aus dem Vergleich sollen in einen nicht übertragbaren Bargeldfonds fließen und gleichmäßig an die Teilnehmer der Sammelklage verteilt werden. Das geht aus einem Screenshot des Vergleichs hervor, den Ryan auf X veröffentlichte(öffnet im neuen Fenster) . Laut Reuters soll die Kanzlei der Kläger, Lieff Cabraser Heimann & Bernstein, bis zu 28,75 Millionen US-Dollar für Anwaltskosten fordern. Darüber hinaus verpflichtete sich Oracle laut Ryan, das Sammeln von Nutzerdaten zu beenden. Das Datensammeltool Addthis wurde demnach schon Ende Mai 2024 abgeschaltet.

Zudem kündigte Oracle Mitte Juni 2024 an, das Geschäft mit Onlinewerbung bis zum 30. September 2024 komplett zu schließen. Firmenchef Safra Catz soll stark gesunkene Umsätze und hohe Datenschutzanforderung als Grund genannt haben(öffnet im neuen Fenster) . Medienberichten zufolge(öffnet im neuen Fenster) verzichtete die Oracle-Führung darauf, das Werbegeschäft verkaufen zu wollen. Mehrere Hundert Mitarbeiter sollen entlassen worden sein.


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