Nach Datenleck bei Modern Solution: Vorwürfe statt Entschuldigung

Erst hat Modern Solution die Aufdecker eines Datenlecks angezeigt, dann wirft es ihnen Lügen vor. Eine erste Gerichtsentscheidung gibt jedoch den Aufdeckern recht.

Artikel von veröffentlicht am
Finger-Pointing und Vorwürfe
Finger-Pointing und Vorwürfe (Bild: Tumisu/Pixabay)

Nachdem sich die Firma Modern Solution in Folge eines Datenlecks und der Anzeige des Datenleck-Entdeckers zunächst nicht äußern wollte, hat sie Ende November einen längeren Text unter dem Titel "Modern Solution Datenleck - Die Fakten" veröffentlicht. Dort geht es jedoch weniger um das Datenleck selbst; vielmehr wird mit dem Programmierer Hendrik Heinle, der das Datenleck entdeckt hat, sowie dem Blogger Mark Steier, der das Datenleck öffentlich gemacht hat, ins Gericht gegangen.

Inhalt:
  1. Nach Datenleck bei Modern Solution: Vorwürfe statt Entschuldigung
  2. Eine triviale Sicherheitslücke führt zum Datenleck
  3. Plattformen ziehen sich aus der Affäre, die Klage läuft weiter

Heinle und Steier hatten Modern Solution bereits vor der Veröffentlichung des Datenlecks informiert und mehrfach den Kontakt zum Unternehmen gesucht. Statt mit einem Dankeschön reagierte das Unternehmen jedoch mit einer Anzeige, die im Falle des Programmierers auch zu einer Hausdurchsuchung in seiner Firma und der Beschlagnahmung seiner Arbeitsgeräte führte.

Die Aussagen von Modern Solution sieht mittlerweile auch ein Gericht kritisch und untersagte dem Unternehmen mehrere Äußerungen. Auch Firmen wie Otto, deren Kunden von dem Datenleck betroffen waren, ziehen Konsequenzen.

Denn bevor das Datenleck offenkundig wurde, hatte Modern Solution Händler über eine Software an verschiedene Marktplätze wie Otto, Check24, Idealo, Kaufland oder Media Markt angebunden und dortige Bestellungen in Datenbanken auf seinen Server erfasst. Dabei hatte Heinle entdeckt, dass Modern Solution all seinen Kunden Zugriff auf die Datenbanken gewährte und auf diese Weise rund 700.000 Bestellungen inklusive der Endkunden-Daten aus den letzten drei Jahren abrufbar waren. Ein umfangreiches Datenleck.

Gericht: Steier lügt nicht

Die Anzeige gegen den Blogger sowie den Datenleck-Entdecker stellte Modern Solution am 25. Juni 2021 - nur zwei Tage, nachdem dem Unternehmen und anschließend der Öffentlichkeit das Datenleck bekannt geworden war. Bereits in den Gerichtsakten, die Golem.de einsehen konnte, erhob Modern Solution umfangreiche Vorwürfe und bezeichnete den Programmierer in einer E-Mail an die Polizei als "dreiste[s] Schwein".

Dass es sich bei den Vorwürfen in der ursprünglich auf der Webseite von Modern Solution veröffentlichten Stellungnahme jedoch bei Weitem nicht nur um Fakten handelt, hat nun das Landgericht Köln bestätigt. In einer einstweiligen Verfügung, die Golem.de vorliegt, ordnete das Gericht an, dass Modern Solution in Bezug auf den Blogger Steier nicht behaupten dürfe, dass dieser ein "Lügenkonstrukt" aufbaue oder die Öffentlichkeit falsch informiere.

Denn dann müssten mehrere von Steier verbreitete Informationen unwahr sein. Dieser habe jedoch glaubhaft gemacht, dass die von ihm verbreiteten Informationen zutreffen, so das Gericht. "Damit ist nun gerichtlich festgestellt, dass ich weder falsche Tatsachen oder Unwahrheiten behauptet habe noch schlecht recherchierte", sagte Steier Golem.de.

Dabei handele es sich nicht um eine klassische einstweilige Verfügung, bei der nur die Argumente des Antragstellers gehört worden seien, betont Steier. Das Gericht habe in einem schriftlichen Verfahren auch die Argumente von Modern Solution gehört und sei dennoch oder gerade deswegen zu diesem Beschluss gekommen. Damit sei deutlich mehr Substanz hinter der einstweiligen Verfügung.

Modern Solution nimmt Stellungnahme aus dem Netz

Bis zum 21. Januar war die Stellungnahme noch auf der Webseite des Unternehmens zu finden, mittlerweile wurde sie gelöscht. Denn Modern Solution droht bei einem Verstoß gegen den Gerichtsbeschluss ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro.

Ein roter Kasten in der Stellungnahme hatte die Leser darauf hingewiesen, was sie zu erwarten haben: Man habe sich überlegt, das "Statement höchst seriös und stringent runter[zu]schreiben", sei dann aber davon abgerückt, weil "sowas eh niemand lesen will". Im gleichen Kasten warf Modern Solution den Medien vor, "den ungeprüften 'Müll' seitens der beiden Parteien ohne ein konkretes Statement von uns" veröffentlicht zu haben.

Dabei hatten etliche Medien, darunter der Spiegel und Golem.de, ein Statement angefragt - und die Antwort erhalten, dass sich Modern Solution nicht zu dem Vorfall äußern wolle.

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Eine triviale Sicherheitslücke führt zum Datenleck 
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golum1321 05. Feb 2022

So sieht es aus. Wer so einen Schrott betreibt und nicht nur hofft damit durchzukommen...

golum1321 05. Feb 2022

Hier doch auch. Wer immer hier von 'ach, Fehler passieren' schwadroniert und den...

golum1321 05. Feb 2022

Nochmal Bullshit, Inkompetenz ist Inkompetenz und Dinge unter den Teppich kehren und die...

golum1321 05. Feb 2022

Sorry, aber dass trifft in diesem Fall nicht zu! Die Fehler in der Programmierung sind...



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