Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Nach Cyberangriff: Wayback Machine bleibt vorerst offline

Nach Angaben des Gründers ist die vorübergehende Abschaltung nötig, um die Dienste des Internet Archive gegen zukünftige Angriffe zu stärken.
/ Marc Stöckel
9 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Mit der Wayback Machine können Nutzer frühere Versionen von Webseiten aufrufen. (Bild: pixabay.com / Monoar_CGI_Artist)
Mit der Wayback Machine können Nutzer frühere Versionen von Webseiten aufrufen. Bild: pixabay.com / Monoar_CGI_Artist

Ein Ende September erfolgter Cyberangriff beschäftigt das Internet Archive noch immer. Wer versucht, die Wayback Machine zu erreichen(öffnet im neuen Fenster) , erhält derzeit schlichtweg keine Antwort vom Server. Auf der Hauptseite des gemeinnützigen Projektes(öffnet im neuen Fenster) erscheint lediglich eine Meldung, laut der die Dienste des Internet Archive "vorübergehend offline" sind. Für weitere Informationen wird auf die offiziellen Konten auf X, Bluesky oder Mastodon verwiesen.

Wer eines dieser Konten besucht, findet dort einen am Freitagabend veröffentlichten Beitrag von Brewster Kahle(öffnet im neuen Fenster) vor, dem Gründer des Internet Archive. Darin erklärt er, dass die Dienste offline sind, damit sie untersucht und gegen weitere Angriffe gestärkt werden können.

"Sorry, aber das ist nötig" , entschuldigt er sich bei den Nutzern. Sein Team arbeite mit Hochdruck. Einen konkreten Termin, zu dem die Dienste des Internet Archive wieder verfügbar sind, nennt der Gründer nicht. Kahle schätzt, dass die Arbeiten nur ein paar Tage in Anspruch nehmen. Davon, dass es mehrere Wochen dauern könnte, geht er jedoch aktuell nicht aus.

Der Gründer betont zudem, die Daten seien "sicher" , womit er vermutlich darauf anspielt, dass das Internet Archive durch den Cyberangriff keinen Datenverlust erlitten hat.

Cyberkriminelle attackieren gemeinnütziges Projekt

Dass Nutzerdaten abgeflossen sind, ist hingegen bekannt . E-Mail-Adressen, Passwort-Hashes und Nutzernamen von mehr als 31 Millionen Anwendern sind Ende September in die Hände der Angreifer gelangt. Wer prüfen will, ob seine eigenen Daten betroffen sind, kann dies beispielsweise auf der Webseite des Dienstes Have I Been Pwned(öffnet im neuen Fenster) (HIBP) tun.

Dieser Angriff war jedoch nicht der einzige, der das Internet Archive in den letzten Tagen beschäftigte. Hinzu kamen DDoS-Angriffe, die dazu führten, dass die Wayback Machine und andere Dienste der Organisation zeitweise nicht erreichbar waren. Entsprechende Angriffe fanden auch schon früher in diesem Jahr statt .

Die Wayback Machine ist der wohl bekannteste Dienst des Internet Archive. Dort werden Webseiten archiviert, so dass Anwender bei Bedarf virtuell in der Zeit zurückreisen und frühere Versionen dieser Seiten aufrufen können. Damit lassen sich inhaltliche Änderungen jederzeit nachvollziehen – sofern die Wayback Machine denn verfügbar ist. Auch für Redakteure stellt der Dienst eine wichtige Informationsquelle dar.

Seit einigen Wochen ist die Wayback Machine sogar in die Google-Suche eingebunden und soll dort den inzwischen eingestellten Google-Cache ersetzen.


Relevante Themen